Holzhackschnitzelwerk | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1999 | |||||||
| Erbauer | Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden | |||||||
| Bauweise | Backsteinbau u.a. | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Doornkaatlohne 5
26506 Norden | |||||||
Das Holzhackschnitzelwerk war eines von zwei gleichartigen Kraftwerke in Norden. Es wurde von 1999 bis 2019 betrieben.
Geschichte
"Seit April 1999 raucht der 60 Meter hohe Industrieschornstein auf dem ehemaligen Doornkaatgelände wieder." So heißt es in einer Broschüre, die die Stadtwerke Norden über ihr erstes Holzhackschnitzelwerk veröffentlichten. Sie errichteten
Denn die Stadtwerke Norden betreiben
im ehemaligen Kessel- und Maschinenhaus der bekannten Norder Brennerei
zwei Holzheizkessel mit einer Gesamtleistung von 4.800 kW. Es ist damit das
größte Holzheizwerk in Niedersachsen.
Hier wird ökologisch sinnvolle Fernwärme aus unbehandelten Holzhackschnitzeln für die Norder Innenstadt
produziert. An das sternförmig verlegte
Fernwärmenetz sind Kunden vom Neuen Weg, Am Norder Tief bis hin zum
Marktplatz an vier verschiedenen Rohrstrecken angeschlossen.
Je nach Wärmebedarf liefern Container-Fahrzeuge Holzhackschnitzel an, die
aus Durchforstungsholz oder Sägerestholz geschreddert werden. Von im Boden
eingelassenen Anlieferungsbunkern wird die Biomasse über Schnecken- und
Kettenförderer zum Speichersilo transportiert. Bei vollständigem Befüllen reicht
die hier eingelagerte Menge im Volllastbetrieb für acht kalte Wintertage.
Sammel- und Transportschnecken
befüllen die Heizkessel computergesteuert mit dem Öko-Brennstoff
aus dem Vorratssilo. Auf dem Vorschubrost verbrennt das Holz bei
etwa 700° C und erwärmt das
Fernwärmemedium Wasser bis zu
90° C. Die Rostasche fällt nach
dem Ausglühen auf die Transportschnecke und wird zu den Aschecontainern befördert.
Bevor das Rauchgas über den großen Industrieschornstein abgeführt wird, zirkuliert es im Heizkessel so lange, bis es optimal verbrannt ist. In einem zweistufigen Abgasreinigungssystem werden die Rauchgase aufwendig gefiltert. Im Ersten, dem Multi-Zyklonfilter werden dem Abgasstrom durch Verwirbelung (Zentrifugalkräfte) die gröberen Schwebstoffe entzogen. Die Feinststäube werden im
nachgeschalteten Elektrofilter durch ein elektrostatisches Feld aufgeladen und
durch Abscheideplatten angezogen. Für den Ausgleich des Wärmebedarfes an
Übergangs- und Spitzenzeiten sorgen drei Gaskessel mit einer thermischen Gesamtleistung von 3.800 kW. Durch diese Techniken werden die Anforderungen
aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz voll erfüllt. Gewinner dieses Konzeptes
ist die Umwelt. Denn so findet ein nachwachsender Rohstoff Verwendung und
bei der Verbrennung entsteht für die Umwelt kein zusätzlich belastendes Kohlendioxid.
Einzelnachweise