Ludgerikirche

Version vom 4. März 2021, 13:57 Uhr von Ostfriese (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;" ! colspan="2" | ==Ludgerikirche== |- | colspan="2" |{{#multimaps: | Title = Ludgerikirche | Text =…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Ludgerikirche

{{#multimaps: Title = Ludgerikirche Text = Kirche in Süderneuland I center = 53.59530152618063, 7.203901769563454 circle = 53.59530152618063, 7.203901769563454 : 60 zoom = 17 width = 300px height = 300px

}}

Basisdaten
Entstehungszeit 1200-
Erbauer Kirchengemeinde Süderneuland
Bauweise Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Am Markt 37

26506 Norden

Die Ludgerikirche ist die größte mittelalterliche Kirche Ostfrieslands. Mit ihrem Standort am zentralen Marktplatz von Norden ist sie zudem eines der Wahrzeichen der statt. Erbaut wurde die Kirche in mehreren Abschnitten vom frühen 13. Jahrhundert an bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts und weist sowohl Elemente des romanischen als auch des gotischen Baustils auf. Im frühen 14. Jahrhundert wurde sie um einen freistehenden Glockenturm erweitert. Geweiht war sie dem heiligen Ludger, dem Apostel der Friesen und ersten Bischof des Bistums Münster, zu dem Norden einst gehörte.

Geschichte

Die Geschichte der Ludgerikirche steht in einem engen Zusammenhang mit der Entstehung der Stadt Norden. Angenommen wird, dass die Stadt als zentraler Marktort der umliegenden Bauerschaften Ekel, Lintel und Westgaste, die sich später zur Gemeinde Sandbauerschaft zusammenschlossen, entstand. Die Ortschaften befanden bzw. befinden sich nördlich, östlich und westlich des heutigen Stadtkerns und wurden in erhöht liegendem, damals noch weitestgehenden sturmflutsicherem Geestgebiet gegründet.

So entstanden in etwa zur gleichen Zeit zwei Kirchen: Die Andreaskirche und die Ludgerikirche. Beide Kirchen wurden im höchstgelegenen Punkt der Stadt erbaut, die Andreaskirche zusätzlich auf einer Warft, also einer künstlichen Erderhöhung. Diese Warft ist auch nach dem Zerfall der Andreaskirche erhalten und bildet heute den Alten Friedhof.

Während die Andreaskirche zur städtischen Kirche wurde, wurde die Ludgerikirche die des Norder Umlandes; sprich der heute zur Stadt gehörenden und damals noch als Gemeinden selbstständigen Stadtteile.

Beschreibung

Die Ludgerikirche ist mit rund 80 Meter Länge der größte erhaltene mittelalterliche Sakralbau Ostfrieslands. Der in der Außenansicht stark zergliederte Baukörper besteht aus drei Abschnitten, die auch in der Höhe variieren, und ist vor allem durch den um 1455 fertiggestellten gotischen Chor geprägt. Er überragt das gotische Querhaus und das romanische Langhaus deutlich. Der Chorraum ist mit seinem Umgang der einzige dreischiffige Sakralbau in Ostfriesland in der Art gotischer Kathedralenarchitektur. Der südlich neben der Kirche freistehende romanische Glockenturm ist durch eine Straße von der Kirche getrennt.

Die Ludgerikirche weist eine besonders reiche Ausstattung auf. Bedeutend sind insbesondere der Schriftaltar, die barocke Kanzel, das gotische Chorgestühl, das Taufbecken, das Epitaph des Unico Manninga und vor allem die Orgel von Arp Schnitger, historisch und klanglich ein Kunstwerk von internationalem Rang. Vorreformatorische Kunst des Mittelalters ist wegen des Bildersturms zur Zeit der Reformation nur in geringen Resten vorhanden, die nur im Querschiff und im Chor zu sehen sind.

Quellenverzeichnis

Siehe auch