Knullenbrücke | ||||||||
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| {{#multimaps: | Title = Knullenbrücke | Text = Brücke in Westermarsch I | center = 53.580751172615265, 7.180513114275402 | circle = 53.580751172615265, 7.180513114275402 : 40 | zoom = 16 | width = 300px | height = 300px
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | unbekannt (um 1551) | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | nahe der Anschrift | |||||||
Die Knullenbrücke (auch: Knullenbrügg) befindet sich am Altendeichsweg in Westermarsch I. Sie führt über das Langhauser Tief. Seit einigen Jahren ist die Brücke aufgrund schwerer Baufälligkeit für Kraftfahrzeuge, die größer als PKW sind, gesperrt. Entsprechende Schikanen erschweren die Durchfahrt. Wie auch der Altendeichsweg selbst erlitt die Brücke durch übermäßige Nutzung durch landwirtschaftlichen Verkehr schwere Schäden, weshalb der Verkehr hier eingeschränkt werden musste. Der historischen Name wird praktisch nicht mehr verwendet, sondern vielmehr von der Altendeichsbrücke bzw. Altendeichswegbrücke gesprochen.
Der Name Knüllenbrücke bzw. Knüllenbrügg ist dem Mittelniederdeutschen entlehnt und bedeutet soviel wie Brücke an einer kleinen Erhöhung.[1] Wann genau die heute noch erhaltene Brücke erbaut wurde, ist nicht bekannt. Eine Brücke wird es hier jedoch spätestens seit der Erschließung des alten Westermarscher Neulands zwischen 1546 und 1551 gegeben haben, da das Langhauser Tief eine wichtige Rolle bei dessen Entwässerung spielte und bereits damals existierte.
Nahe der Brücke befand sich noch 1594 das zweite, in das Gaster Siel führende Siel. Ein naheliegendes Haus hieß Jobs Haus upt Gaster Sieldiep.[2] Im Dezember 1570 landeten hier Freibeuter, die zwei adelige Gefangenene bei sich hatten. Die Freibeuter (vermutlich in niederländischen oder spanischen Diensten) zogen in die Westermarsch und stahlen sogar das Silbergeschirr des Häuptlings Hayo Manninga, während er gerade eine Mahlzeit zu sich nahm.[3] Freibeutereri war bis in das späte 16. Jahrhundert nichts ungewöhnliches und wurde oftmals sogar von den Nordern toleriert, da die Seeräuber nicht selten den Norder Hafen als Unterschlupf nutzten und ihre Waren an den Mann brachten.[4]