Altstadt

Aus Norder Stadtgeschichte
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Als Altstadt bezeichnet man die Bereiche, die bereits vor der Entstehung der Stadt Norden in ihrer heutigen Form bestanden und ursprünglich unter Norden verstanden wurden. Der Begriff steht damit in Abgrenzung zu allen Stadtteilen und der Kernstadt, die neben der Altstadt auch die ehemalige Sandbauerschaft umfasst.

Entstehung

Die Größe der Stadt war bis in das 20. Jahrhundert sehr gering und wuchs erst durch Eingemeindung der Norder Umlandgemeinden beträchtlich. Die Altstadt wurde durch das Dominikanerkloster, das Benediktinerkloster, die Osterburg, das Alte Siel und den Burggraben begrenzt. Eine geschlossene Bebauung fand anfangs gar nur nur Am Markt und an der Oster- und Westerstraße statt.[1] Noch bis zur Eingemeindung der Sandbauerschaft zum 1. April 1919 umfasste das Stadtgebiet kaum mehr als 90 Hektar. Zwar kaufte die Stadt zu ihrer eigenen Erweiterung schon vorher immer wieder Land von der Sandbauerschaft, etwa im Bereich des späteren Gaswerks, doch waren diese Landkäufe sehr gering.

Als nächstes kam Tidofeld, bedingt durch Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge und Vertriebene im Vertriebenenlager Tidofeld und der damit einhergehenden Überlastung der Gemeindeverwaltung von Lütetsburg, zu Norden. Ein eigenständiger Stadtteil wurde der Ort jedoch erst 1996, als das Baugebiet nördlich der Heerstraße erschlossen wurde. Bis dahin wurde er unmittelbar zur Kernstadt gezählt.

Seine heutige Größe erreichte die Stadt schließlich mit der Eingemeindung der heutigen Stadtteile zum 1. Juli 1972. Die bis dahin eigenständigen Gemeinden Süderneuland I und Süderneuland II sowie die Samtgemeinde Leybuchtpolder mit Leybuchtpolder, Neuwesteel, Westermarsch I und Westermarsch II wurden zum genannten Zeitpunkt Norden eingemeindet. Dies geschah allerdings nur im Falle von Süderneuland II freiwillig, die Samtgemeinde Leybuchtpolder und Süderneuland I mussten per Gesetzeskraft zwangseingemeindet werden, da die Gemeindevorsteher die Unterschrift zu leisten verweigerten.[2] Im gleichen Zug trat Lütetsburg seinen Ortsteil Bargebur an die Stadt ab, der bereits mit Tidofeld und Süderneuland II baulich verwachsen war.

Anders als die Sandbauerschaft, deren Name heute weitestgehend aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden ist, wurden die 1972 eingemeindeten Orte (und später auch Tidofeld) zu administrativen Stadtteilen. Im Falle der Sandbauerschaft haben sich jedoch zumindest ihre ehemaligen Ortschaften (Ekel, Westgaste, ...) im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten, wenngleich auch sie keine administrative Bedeutung und keine definierten Grenzen haben.

Einzelnachweise

  1. Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 39
  2. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 77

Siehe auch