Hayo Manninga (* 1518/19; † 1599) entstammte dem einflussreichen Häuptlingsgeschlecht der Manninga. Er gilt als Erbauer des Hofes Großlanghaus und war zudem Eigentümer des Norderhauses.[1][2]
Leben
Hayo war ein Bruder des Unico Manninga und Begründer der Lütetsburger Nebenlinie der Familie. Er kam durch Heirat in den Besitz der Häuptlingsburg tho Dijcke, später Dijksterhuis, in den Groninger Ommelanden und nahm am niederländischen Aufstand gegen Philipp II. teil. Als die Spanier die Nordostniederlande 1580 zurückeroberten, ging er nach Ostfriesland, wo er das Großlanghaus entweder erbaute oder dieses zumindest bezog.[3] Auf seine Rechte an Schloss Lütetsburg verzichtete er zugunsten Unicos.
In jener Zeit versuchte Graf Edzard II., Hayo der Unterstützung der niederländischen Geusen zu bezichtigen.[4] Die Geusen waren niederländische Aufständische bzw. Protestanten, die sich im Achtzigjährigen Krieg (1568-1648) gegen die Obrigkeit auflehnten und daher Verfolgung ausgesetzt waren. Viele von ihnen flohen als Glaubensflüchtlinge nach Ostfriesland und gingen der Piraterie nach.
Tatsächlich aber hatte Hayo sich, so die Aussage mehrerer Zeugen, mit den Geusen angelegt.[4] Im Dezember 1570 landeten am damaligen Gastmarscher SIel kältebedingt Freibeuter (Geusen), die zwei adelige Gefangene bei sich hatten. Die Freibeuter (vermutlich in niederländischen oder spanischen Diensten) zogen in die Westermarsch und stahlen in ihrer Dreistigkeit sogar das Silbergeschirr Manningas, während dieser gerade eine Mahlzeit zu sich nahm.[4][5] Die niederländischen Edelleute sowie der Abt fanden nach ihrer Befreiung im Norderhaus Unterschlupf.[4]
Nach der Eroberung durch Moritz von Oranien wurde Groningen zusammen mit den umliegenden Gebieten im Jahre 1594 ein Teil der Republik der Vereinigten Niederlande. Hayo kehrte noch im gleichen Jahr wieder auf seine alten Besitztümer in den Ommelanden zurück, wo das Geschlecht am Ende des 17. Jahrhunderts ausstarb.[3]
Dieser war unter anderem gräflicher Rat am Hof von Edzard II. Cirksena und Bürgermeister von Norden. Er starb 1591. Dieses Langhaus brannte im Jahr 1761 nieder und an seiner Stelle baute man ein ostfriesisches Bauernhaus. Bemerkenswert ist hier die Ausrichtung des Wohntraktes und den Verzierungselementen. Dieser Gulfhof wird noch aktiv bewirtschaftet, weshalb eine Besichtigung nur von außen möglich ist
Einzelnachweise
- ↑ Schreiber, Gretje (2009): Die Höfe in der Westermarsch, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 24. Oktober 2009, Nr. 10, S. 40 Nr. 28a+b
- ↑ Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 13
- ↑ 3,0 3,1 Feenstra, Hidde (2001): Manninga. In: Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Aurich, S. 278–280
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 144
- ↑ StAA, Rep. 102, Nr. 158