Haus Netheim | |
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| Basisdaten | |
| Entstehungszeit | 1912 |
| Erbauer | Julius Netheim |
| Bauweise | Ziegelsteinbau |
| Erhaltungszustand | erhalten |
| Genaue Lage | Neuer Weg 102
26506 Norden |
Das Haus Netheim ist ein 1912 vom Kaufmann Julius Netheim erbautes, unter Denkmalschutz stehendes Wohn- und Geschäftshaus auf dem Neuen Weg.[1][2] Netheim richtete hier einen Landhandel (Getreide, Futter, Düngemittel) ein und ließ das Dach bereits im Folgejahr verändern und durch eine Gaube ergänzen.[2][3]
Aufgrund seines jüdischen Glaubens wurde Netheim im Sommer 1938 enteignet.[4] Als die ostfriesischen Juden vor dem Einmarsch der Wehrmacht in den Niederlanden aus Ostfriesland vertrieben wurden, musste das Ehepaar im März 1940 zu Julius’ Schwester Paula nach Ottbergen umziehen und wurde von dort zusammen mit den anderen dort lebenden Angehörigen im Juli 1942 nach Auschwitz transportiert.[4][5] 1943 wurde er im KZ Theresienstadt ermordet.[6]
1958 wurde die historische Fassade im Erdgeschoss durch den Einbau einer Schaufensteranlage denkmalpflegerisch entwertet.[2]
Galerie
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Neuer Weg 102 - Red-Green Of Scandinavia - Aufnahme vom 23. März 2003.
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Neuer Weg 102 - Umbau zu Bonita - Aufnahme vom 8. Juli 2006.
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Neuer Weg 102 - Bonita - Aufnahme vom 14. November 2021.
Einzelnachweise
- ↑ Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 11. November 2021
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 47
- ↑ Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Norden auf Alemannia Judaica, abgerufen am 30. April 2022
- ↑ 4,0 4,1 Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48f.
- ↑ Die Kaufmannsfamilie Netheim in Ottbergen und Höxter, abgerufen am 3. Dezember 2021
- ↑ Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 48