Ekel

Aus Norder Stadtgeschichte
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Ekel

Basisdaten
Stadtteil Norden
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Ekel ist ein Stadtviertel von Norden und Bestandteil der Kernstadt bzw. des Stadtteils Norden. Sein Name geht zurück auf die niederdeutsche Bezeichnung für "Eiche" bzw. "Eichengehölz". Im Mittelalter trug ein Wehrhaus (auch Uldingaburg genannt) in diesem Bereich diesen Namen. Insgesamt kann Ekel ursprünglich als "Rodungsdorf" inmitten eines alten Eichenwaldes angesehen werden. Von diesen Eichen sind, wenn überhaupt, nur noch einzelne Bäume verblieben.

Obgleich Ekel als geografische Bezeichnung und im täglichen Sprachgebrauch der Norder eine bedeutende Rolle spielt, war es nie ein fest definiertes Viertel, sondern hat nur vage Grenzen.

Bis zur Eingemeindung im Jahr 1919 war Ekel Teil der Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft.

Geografie

Ekel liegt im Osten von Norden und gilt im Allgemeinen als gutbürgerliches Viertel. Die Immobilienpreise sind im Allgemeinen nach Norddeich die höchsten der Stadt und die Lage sehr begehrt.

Geografisch lässt sich Ekel grob in etwa wie folgt umgrenzen: Im Osten durch die Bundesstraße, im Süden durch das Norder Tief und im Westen durch die Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole. Nördlich ist die Grenzziehung am schwierigsten, im Allgemeinen wird hier jedoch die Ekeler Gaste herangezogen, da noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine deutliche bauliche Trennung (durch fehlende Bebauung) zwischen Ekel und Ostlintel erkennen.

Gebäude

Das Steinhaus mit mehrgeschossigem Turm verlor im Laufe des 17. Jahrhunderts seine strategische Bedeutung und wechselte häufig den Besitzer, von den Uldingas zur adligen Familie von Jemgum (1566) und der Familie zu Rautenstein (1626). Um das 17. und 18. Jahrhundert herum muss das Gut seine Blütezeit erlebt haben und wurde zeitweise als Fürstliches Jagdschloss bezeichnet. Im Laufe der Zeit übernahmen nacheinander verschiedene Norder Ratsleute den Besitz, der in späterer Zeit zunehmend dem Verfall ausgesetzt war, bis er 1805 abgebrochen wurde. Die Anlagen sind aber anhand der über die Jahrhunderte unverändert gebliebenen Straßenverläufe von Looger Weg, Heitsweg, Ekeler Weg, Baumstraße und Ekeler Gaste noch eindeutig auszumachen. Der zum Häuptlingssitz gehörige, von großen Wassergräben eingeschlossene Große Garten liegt noch heute weitgehend unbebaut zwischen Gartenallee und dem Wohnheim der Behindertenhilfe. Das abgebrochene Turmhaus lag mittig zwischen Großem Garten und der heutigen Schulstraße, heute stehen am Standort mehrere Einfamilienhäuser.

Zum Adelssitz gehörten verschiedene Garten-, Gesinde- und Nebenhäuser in unmittelbarer Nähe, so auch das in mehreren Karten des 18. und 19. Jahrhunderts verzeichnete Ekeler Vorwerk auf dem Flurstück, das heute von Schulstraße, Baumstraße und Langem Pfad eingerahmt wird. An der Südwestecke des ehemaligen Teppichlagers, heute Sitz der christlichen Gemeinde Philadelphia Community, ist vermutlich noch ein dem Adelssitz als Nebengebäude zugehöriges, im Laufe der Zeit mehrfach überformtes Haus erhalten. 2010 wurde dieses Wohnhaus teilweise instand gesetzt und an der Nordseite mit dem markanten Schriftzug "Ekeler Vorwerk" versehen.

Bis zum Jahr 1900 befand sich eine hohe Bockwindmühle (eine der ehemals acht Mühlen Nordens) an der Großen Mühlenstraße.

Sogenannte Finettenburg, dreigliedriges ehemaliges Kaufmannshaus, mehrfach überbaut und noch heute anhand des ungewöhnlichen, länglichen traufenständigen Baukörpers an der Schulstraße erkennbar.

Ekeler Schule, mit vier Klassenräumen und Lehrerwohnung um die Jahrhundertwende als eine von mehreren Grundschulen von der Gemeinde Sandbauerschaft errichtet.

Die bis Mitte des 20. Jahrhunderts für die Norder Wirtschaft sehr bedeutsame Eisenhütte befand sich bis zu ihrem Abbruch auf dem Grund der ehemaligen Gemeinde Sandbauerschaft in Richtung Ekel an der Kleinen Osterstraße. Auch das Steinhaus Osterhus und den Bahnhof Norden-Stadt gibt es heute nicht mehr. Erst die angrenzenden Straßen Bleicherslohne und Kleine Hinterlohne markierten bis 1919 die Grenzen der Norder Stadtgemeinde.

Heutige Bedeutung

In Ekel befindet sich einer von zwei Standorten der Ubbo-Emmius-Klinik, deren Träger der Landkreis Aurich ist (vor der Klinikfusion der Neubau des Kreiskrankenhauses Norden), außerdem das Schulzentrum Ekel, Oberschule für das Norder Stadtgebiet mit Sportplatz, Sporthalle und großer Aula, die neben städtischen Sporthallen und Marktplatz seit langem der zentrale Veranstaltungsort Nordens ist und 2012 aufwendig renoviert wurde.

Durch Neubaugebiete weitet sich das Stadtviertel auch heute aus. Der Sitz der örtlichen Volks- und Raiffeisenbank wurde in die neue Zentrale in Ekel verlegt, und seit dem Frühjahr 2009 ist das neue Hilfeleistungszentrum mit Gebäuden für die Freiwillige Feuerwehr und das Technische Hilfswerk am neuen Standort an der äußeren Osterstraße in Betrieb. Eine weitere Neuansiedlung ist das Norder Ärztehaus, das sogenannte MediCenter Norden.

Ein großer Teil der neuen östlichen Norder Ortsumgehung B72 verläuft über die Felder der früheren Ekeler Sandbauerschaft, wo nun drei Ausfahrten in den Stadtteil führen ('Osterstraße', 'Ekeler Weg Ost/West', 'Looger Weg Nord/Süd').

Einzelnachweise

  • Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten. Im Auftrage der Stadt Norden zur 700-Jahr-Feier.
  • Aeils, Johann; Smidt, Jan; Stromann, Martin (2001): Steinerne Zeugen erzählen Geschichte. Auf Spurensuche nach architektonischen Schätzen der Norder Bauhistorie.
  • Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel.
  • Schreiber, Gretje (2011): Heim und Herd – Beilage Ostfriesischer Kurier. Norden, 8. Januar 2011

Einzelnachweise

Siehe auch