Zum weißen Seehund

Aus Norder Stadtgeschichte
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Zum weißen Seehund

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Basisdaten
Entstehungszeit um 1890 (vor 1773)
Erbauer Gerd Everts (unbekannt)
Bauweise Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand nach 1945 abgebrochen
Genaue Lage Brückstraße 27

26506 Norden

Zum weißen Seehund war der Name einer Gaststätte. Sie gehörte bis vor dem Zweiten Weltkrieg zu den bekanntesten in Norden und befand sich in unmittelbarer Nähe zum Norder Tief an der Brückstraße 27. Nach dem Krieg wurde das Gebäude abgebrochen und dort Parkplätze errichtet.[1]

Der ungewöhnliche Name geht auf einen früheren Eigentümer, den Gastwirt Everts zurück, der 1895 in der Nähe von Baltrum einen Seehund mit weißem Fell erlegt haben soll und seiner Gaststätte daher diesen Namen gab. Ein nicht unwesentlicher Teil seiner Kunden waren Bauern und Transporteure, die mit ihren Kähnen aus den umliegenden Dörfern und Marschgebieten nach Norden kamen, um hier ihre Waren abzusetzen. Lange Zeit erfolgte der Warentransport vor allem zu Wasser, denn Straßen waren entweder nicht vorhanden oder meist in unbefestigtem bzw. miserablen Zustand.[2] Everts unterzog die Gaststätte um 1890 einer umfassenden Renovierung oder gar einem Neubau, da sie bis dahin wesentlich tiefer gelegen haben soll.[3]

Eine Gaststätte soll sich hier jedoch bereits seit mindestens 1773 befunden haben. Der Eigentümer der Gaststätte war zugleich Pächter der sogenannten Wippe, einem Kran, mit dem Waren von den Booten (bzw. im Winter den Schlitten) an das Festland gehoben werden konnten.[2] Erster Pächter von Gastwirtschaft und Wippe war Brune Esderts, der zugleich eine Schmiede auf der östlichen Seite der Brückstraße betrieb und die Gaststätte mit seiner Frau - und später auch seinem Sohn Jann - im Nebenerwerb betrieb.[4]

Der Gasthof war oft der Ausgangspunkt für Wettkämpfe im Klootschießen oder auch Treffpunkt beim Schlittschuhlaufen im Winter. Nach einem ungeschriebenen Gesetz hatte der Gastwirt die Eisdecke in seinem Umfeld des Norder Tiefs von Schnee freizuhalten. Gleichzeitig profitierte er von den Leuten, die sich so leichter zu ihm verirrten und ein Getränk einnahmen.[5]

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 176
  2. 2,0 2,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 175
  3. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 131
  4. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 130
  5. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 132

Siehe auch