EDEKA Anton Götz

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Basisdaten
Gründung 1923 (1914)
Auflösung -
Rechtsform eingetragener Kaufmann (e. K.)
Hauptsitz Am Markt 23 - 24

26506 Norden

Anton Götz war bzw. ist nicht nur der Name einer Person, sondern auch eines Supermarktes Am Markt 23 - 24; im Winkel zum Burggraben. Der heutige Markt geht zurück auf vier im Stadtgebiet verteilte Tante-Emma-Läden. Die Geschäftsführung liegt in der nunmehr dritten Familiengeneration.

In weiten Teilen seiner Geschäfte firmierte der Laden als Teil der EDEKA-Gruppe, wobei der Name mehrere Male wechselte. Gemeinheim ist der Markt jedoch nach wie vor als Anton Götz oder schlicht Götz.

Geschichte

Ursprünglich führte Anton Götz mit seiner Frau Marie Götz, geb. Helmers seit dem 1. Mai 1914 ein Kolonialwarengeschäft mit Kohlenhandlung in Altgarmssiel (bei Jever).[1][2] Noch bevor der Geschäftsbetrieb seinen normalen Gang gehen konnte, wurde Götz zum Kriegsdienst berufen. Nach dem Krieg bot sich ihm die Gelegenheit, am 1. Mai 1923 das Haus Am Markt 23 von Johann Wilhelm Janssen zu erwerben, der hier einen Kaufmannsladen mit angeschlossener Kohlehandlung betrieb.[1][3] Trotz der schwierigen Zeiten der Nachkriegszeit, insbesondere die gravierende Inflation, konnte Götz nicht nur sein Geschäft halten, sondern es sogar weiter ausbauen. 1926 übernahm er von der Witwe des Johann Bohlen das Lebensmittelgeschäft Am Markt 53, 1931 erwarb er das Geschäft von Jan Loden am Burggraben 32, das damals noch die Anschrift Schlachthausstraße 1 trug.[1] Bereits 1929 schloss sich Götz der Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin (kurz: EDEKA) an, um von den Vorteilen des Verbundes mit anderen Kaufleuten zu profitieren.[4]

Auch sein Sohn und Nachfolger Anton Edzard Götz baute das Geschäft mit seiner Frau Foline Götz, geb. Folkers weiter aus. Sie errichteten eine dritte Filiale und bauten 1959 schließlich das Hauptgeschäft um bzw. erweiterten es auf 70 Quadratmeter Verkaufsfläche mit offenen Auslagen sowie Vollsicht- und Kühlvitrinen.[1][5] Am 22. Juli 1959 erfolgte die große Neueröffnung.[5] Für damalige Zeiten in Ostfriesland nahezu revolutionär wurde das für einen Supermarkt typische Selbstbedienungsprinzip eingeführt, nicht minder bedeutend war die Tatsache, dass das Geschäft als erstes überhaupt im Jahre 1973 eine Rolltreppe hatte.[1]

1969 erwarben die Eheleute Götz das benachbarte Metropol-Theater, das sie wenige Monate später abbrachen und dadurch ihre Verkaufsfläche erweitern konnten.[1][6] Drei Jahre später wurde die Verkaufsfläche noch mal um gut 1.000 qm erweitert. Eine weitere bedeutende Erweiterung folgte durch 1981 durch den Erwerb der Häuser Am Markt 20 und Am Markt 21. Es entstand eine Ladenpassage, die die Eheleute verpachteten sowie Arztpraxen und eine Apotheke (Markt-Apotheke).[1] Bis in die 1970er Jahre veräußerten die Eheleute Götz auch Heizöl im ihrem Betriebshof (der ehemaligen Kohlenhandlung) in Richtung Pottbackerslohne.[7]

1997 übernahm Reiner Götz die Geschäftsführung, die er bis heute innehat.[1] Bereits 1986 war er in die Firma eingetreten.[8] Bis 2019 war auch seine mittlerweile hochbetagte Mutter Foline noch beinahe täglich im Laden, um dort zu arbeiten. So lag es auch an ihnen beiden, den Markt abermals umzubauen. Erste Modernisierungsmaßnahmen ergriff man bereits im Oktober 2003, vom 2. bis 11. Februar 2004 schloss der City Kauf Anton Götz dann kurzzeitig gänzlich seine Türen für die Kundschaft, um weitere Umbauarbeiten durchzuführen. Am 12. Februar präsentierte sich der E neukauf Anton Götz schließlich der Öffentlichkeit in neuem Gewand und feierte im selben Jahr das 90-jährige Bestehen. Die alten, weißen Kunststoffelemente im Bereich der Pottbackerslohne verschwanden und wurden durch rote Elemente ersetzt. Das Sortiment wurde teilweise erweitert, teilweise - insbesondere im Non-Food-Bereich - auf bestimmte Kernartikel begrenzt.[4] Insgesamt betrug die Verkaufsfläche nun 3.500 Quadatmeter.[9] 2012 wurde der Markt abermals renoviert und wurde zum EDEKA-Center Anton Götz.[8] Bereits wenige Jahre zuvor verlor der Markt seine beliebte Spielwarenabteilung im Kellergeschoss.

2014 konnte der Markt schließlich auf 100 erfolgreiche Jahre zurückblicken.

Werbeinserate

Galerie

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 196
  2. Ostfriesischer Kurier vom 2. Mai 2004, S. 3
  3. Ostfriesischer Kurier vom 22. Juli 1959
  4. 4,0 4,1 Ostfriesischer Kurier vom 29. Januar 2004, S. 19
  5. 5,0 5,1 Werbeinserat im Ostfriesischen Kurier vom 22. Juli 1959
  6. Geschichte des Metropol-Theaters, abgerufen am 17. Juni 2021
  7. Zeitzeugenbefragung vom 7. September 2021
  8. 8,0 8,1 Ostfriesischer Kurier vom 1. Mai 2014, S. 50f.
  9. Ostfriesischer Kurier vom 13. Februar 2004, S. 5

Siehe auch