Tidofeld

Aus Norder Stadtgeschichte
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Tidofeld

Wappen
Basisdaten
Höhe 0,7 - 1,3 m ü. NN
Fläche 0,468 km²
Einwohner 934 (31.12.2020)
Eingemeindung 1952
Bevölkerungsdichte 2028 Einwohner/km²

Tidofeld ist seit 1996 ein eigenständiger Ortsteil und hat rund 934 Einwohner (Stand: 31.12.2020), die sich auf einer Fläche von lediglich 0,47 km² verteilen. Der Ort hat damit die mit Abstand höchste Bevölkerungsdichte von allen Stadtteilen Nordens aufzuweisen.

Namensherkunft

Der Name geht auf ein um 1614 an dieser Stelle durch Freiherr Tido zu Innhausen und Knyphausen erbautes Schloss gleichen Namens zurück.

Wappen

Tidofeld und Bargebur sind die einzigen Stadtteile, die bis heute keine eigenen Wappen führen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die - anders als die restlichen Stadtteile - niemals eigenständige Gemeinden waren, sondern beide zur Gemeinde Lütetsburg gehörten.

Bevölkerungsentwicklung

1848 bewohnten hier 38 Personen fünf Wohngebäude. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl nennenswert an.

Geografie

Der Ort ist von unterschiedlichen Bodenarten umgeben: Im Osten, Süden und Nordwesten findet sich Plaggenesch (unterlagert von Podsol-Gley) an. Im Norden und Südwesten tangiert Kleimarsch den Ort und im Westen ist Podsol-Grund zu finden.

Im Norden grenzt Tidofeld an Norden, im Osten und im Süden an die Gemeinde Lütetsburg. Im Westen grenzt Bargebur an.

Geschichte

Erstmalig wird der Ort im Jahre 1787 als "Tiedefeld" urkundlich vermerkt. 1818 folgt die Bezeichnung "Tiedofeld". Ausdrücklich genannt wird auch die Tidofelder Sägemühle in 1897.

Der Namensgeber (siehe Namensherkunft) war ein Bruder von Dodo, dem damaligen Grafen von Lütetsburg. Das Schloss wurde aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen in Sengwarden bei Wilhelmshaven errichtet. Tido erwarb das Land, das bis zu seiner Abspaltung zu Bargebur gehörte, von Junker Albrecht Schwinge aus Emden. Dieser wiederum erbte es von einem Mann namens Siptet Remtsna, zu dem jedoch keine weiteren Daten bekannt sind. Nach der Landerwerbung gehörte Tidofeld somit zu Lütetsburg. Das Schloss wurde bereits 1669 zerstört. Die Burgstelle ist jedoch heute noch als sichtbare Erhöhung in der Landschaft sichtbar, ein angrenzender Hof erinnert als Tidofelder Burgen- und Schlickplaats ebenfalls daran.

Im Zweiten Weltkrieg errichtete die Wehrmacht ein Ausbildungs- und Durchgangslager in Tidofeld. Nach dem Krieg wurde das Lager in ein Vertriebenenlager umfunktioniert. Es gehörte mit insgesamt über 1.000 gleichzeitig dort wohnenden Menschen zu den größten Lager innerhalb der Grenzen der heutigen Bundesrepublik. Die Solidarität im Lager führte gar zum Bau einer eigenen Kirche, die heute eine Dokumentationsstätte über Flucht und Vertreibung beinhaltet. Auf dem Wehrmachtsgelände entstanden nachfolgend eine Wäschefabrik, eine Blechwaren- bzw. Zaunmanufaktur, das sogenannte Telematikzentrum (ehemaliges Olympiawerk) sowie mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser.

1952 wurde Tidofeld nach Norden eingemeindet, aber erst 1996 ein eigenständiger Stadtteil. Es ist damit der jüngste von Norden. Kurze Zeit später wurde Tidofeld beträchtliche um ein Neubaugebiet nördlich und westlich des Tidofelder Burgen- und Schlickplaats erweitert. Dieses Neubaugebiet erstreckt sich bis nach Bargebur.

Bildung

Von 1946 bis 1970 fand der Schulunterricht in der Lagerschule Tidofeld statt. Nach ihrer Schließung wurden die Kinder in die Norder Schulen umgeschult.

Erwähnenswerte Gebäude

Erhaltene Gebäude

Abgebrochene Gebäude

Quellenverzeichnis

  • Beschreibung von Tidofeld auf Norden.de, abgerufen am 29. März 2021
  • Beschreibung von Lütetsburg in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  • Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Norden: Tidofeld 1945-1960, Dokumentationen und Bilder zum Vertriebenenlager Tidofeld
  • Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft