Weinhaus

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Basisdaten
Entstehungszeit
Erbauer unbekannt
Bauweise Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Am Markt 8

26506 Norden

Das Vossenhus gehört zu den historisch wertvollsten Gebäuden in Norden, das nur knapp dem Abriss entkam. Bekannt ist das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude heute vor allem durch die hier seit 1983 ansässige Stadtbibliothek. Sein Namen bedeutet im Niederdeutschen "Fuchshaus"; ein Fuchs auf einer Sandsteinplatte ziert das Mauerwerk etwa mittig der zum Markt gewandten Seite.

Geschichte

Der Bau des Gebäudes kann nicht mehr eindeutig datiert werden, ist aber im frühen 16. Jahrhundert zu suchen. Zunächst bestand nur der linke (nördliche) Teil. Es handelte sich um ein für Ostfriesland typisches Steinhaus, das giebelständig zum Marktplatz errichtet wurde.[1] Der Steinbau ist durch die weiße Fassade an der dem Markt zugewandten Seite nicht mehr zu erkennen, an den Seiten hingegen schon. Diese Fassade ist das Ergebnis einer 1796 durchgeführten Umgestaltung, in dessen Rahmen auch die Sandsteinplatte mit dem namensgebenden Fuchs in das Mauerwerk eingelassen wurde.[1]

Als ältester Besitzer des Gebäudes ist der Drost Ulrich Harringa für das Jahr 1605 nachweisbar, dem u.a. auch der Hof Selden Rüst in Westgaste zugerechnet wird.[2]

1816 wurden die Heimkehrer des Ostfriesischen Landwehrregiments nach dem Sieg über Napoleon bei der Schlacht von Waterloo von Bürgermeister Peter Conerus die sogenannte "Ligny-Fahne", benannt nach der Schlacht bei Ligny (Belgien) sowie einen symbolischen Lorbeerenkranz für ihren Sieg überreicht. Die Inschrift lautete: "Ligny-Waterloo. Den tapferen Söhnen des Vaterlandes zum herzlichen Willkommen".[3]

Das inzwischen stark baufällige Gebäude entging zu Beginn der 1970er Jahre im Zuge der Altstadtsanierung, der viele historisch bedeutsame Gebäude, sogar ganze Straßenzüge, in Norden zum Opfer gefallen sind, nur knapp dem Abriss. Stattdessen wurde es 1982 geradezu vorbildlich restauriert. Ein Jahr später zog hier die Stadtbibliothek ein, die hier bis heute ihren Sitz hat.[1]

Beschreibung

Das Gebäude ist ca. 7,20 Meter breit und rund 18,00 Meter lang. Als Ziegelsteine kamen sogenannte Klostersteine zum Einsatz. So nennt man großformatigen Backsteine, weil die Klöster der Zisterzienser zum Beispiel in Bad Doberan oder der Prämonstratenser in Jerichow bei der Einführung und Verbreitung der Backsteintechnik eine führende Rolle spielten.[4]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 163ff.
  2. Das Vossenhus in Norden, abgerufen am 4. Mai 2021
  3. Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 58
  4. Backstein ist nicht gleich Backstein, abgerufen am 4. Mai 2021

Siehe auch