Ulrichsgymnasium | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | ||||||||
| Erbauer | ||||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau u.a. | |||||||
| Entwidmung | - | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Norddeicher Straße 2-3
26506 Norden | |||||||
Das Ulrichsgymnasium wurde im Jahr 1567 als Lateinschule gegründet und 1631 zum "Paedagogium illustre" (Gymnasium) umgewandelt. Es ist eines der ältesten Gymnasien in Deutschland und das älteste in Ostfriesland. Namensgeber ist Ulrich II. Cirksena, ab 1628 Graf von Ostfriesland,. Dieser war auch für die Gründung des Ulricianum in Aurich verantwortlich.
Geschichte
Anfänge
Die Schule wurde, wie auch der Fräuleinshof, auf dem Grund des ehemaligen Dominikanerklosters errichtet, welches im Zuge der Reformation säkularisiert (verweltlicht) und aufgegeben wurde. Als ihr unmittelbarer Vorgänger kann die Lateinschule, untergebracht im Alten Rathaus angesehen werden, die bereits mindestens seit Anfang des 16. Jahrhunderts existierte.
1529 machte Graf Enno II. kurz nach seinem Regierungsantritt die Absicht bekannt, in Norden und in Emden eine Lateinschule zu errichten. Erklärtes pädagogisches Ziel war es, die "Jugend nicht jämmerlich verderben zu lassen" und gleichzeitig der "Verachtung der lateinischen Kunst" entgegenzuarbeiten. 1537 erneuerte Enno II. seine Absichtserklärung mit der Begründung, da Ostfriesland selbst kaum Gelehrte hervorbrachte.[1] Es dauerte allerdings noch weitere 30 Jahre bis Graf Edzard II. 1567 diese Pläne verwirklichte und in Norden diese Schule gründete. Seitdem gilt das Jahr 1567 als Gründungsjahr des Ulrichsgymnasiums.
Lateinschule
- siehe auch Geschichte der Lateinschule
Bereits 1566 hatte Graf Edzard II. den niederländischen Gelehrten Johannes Florianus zum Gründungsrektor der Lateinschule berufen. Der Unterricht begann im folgenden Jahr mit drei Unterrichtsklassen. Das erste Kollegium bestand zunächst aus dem genannten Rektor und zwei Lehrern. Als Schulraum diente anfangs das sogenannte "Osterhues" (nicht zu verwechseln mit dem Osterhaus), einem östlichen Trakt des ehemaligen Klosters.
Überschattet wurden die Anfangsjahre durch konfessionelle Konflikte zwischen Lutheranern und Reformierten. Zwar dominierte in Norden das Luthertum, niederländische Glaubensflüchtlinge hatten aber den bis dahin schwachen kalvinistischen Flügel des Norder Protestantismus erheblich gestärkt. Da Lateinschulen jener Zeit primär als Vorstufe der Ausbildung von Geistlichen betrachtet wurden, waren beide evangelischen Konfessionsparteien daran interessiert, einen möglichst großen Einfluss auf den Lehrplan zu gewinnen und die theologische Ausrichtung der Schule zu bestimmen.[1]
Obwohl Anfang der 1570er Jahre eine Rückwanderungswelle der niederländischen Glaubensflüchtlinge einsetzte, wurde 1579 der reformierte Universalgelehrte Ubbo Emmius zum Rektor der Lateinschule berufen. Neun Jahre lang übte er dieses Amt an seiner ehemaligen Ausbildungsstätte aus, wurde aber aufgrund seiner seiner reformatorischen Gesinnungen von den lutherisch orientierten Cirksena aus dem Amt gedrängt. Danach leiteten fast drei Jahrhunderte hindurch lutherische Rektoren die Schule. Durch die Entlassung des in Ostfriesland und in den Niederlanden hochgeschätzten Ubbo Emmius büßte sie außerordentlich an Prestige ein.
Vollgymnasium
Unter Graf Ulrich II. wurde die Schule 1631 dann zu einem "Paedagogium illustre" erhoben und erhielt den Namen "Schola Ulriciana" (Ulrichsschule). Sie wurde damit zu einem Vollgymnasium, einem "echten" Gymnasium. Ab sofort war hier der Erwerb der Hochschulreife möglich. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Schule acht Klassen und acht Lehrer. Nachdem die Schülerzahlen aufgrund von Pestepidemien und kriegerischen Auseinandersetzungen wie Ständekämpfen und dem Dreißigjährigen Krieg zurückgegangen waren, wurde die Schule 1666 kurzzeitig geschlossen, aber schon wenig später wiedereröffnet. Dennoch begann in dieser Zeit der Niedergang der Schule. Sie hatte zeitweilig nur noch drei Klassen, ohne dass sie damit den Rang einer Vollanstalt verlor. Der Tiefpunkt wurde zwischen 1750 und 1800 erreicht. In dieser Zeit schwankten die Schülerzahlen zwischen 14 und 34.
Progymnasium
1815 bis 1866 wurde Ostfriesland Teil des Königreichs Hannovers. Die königliche Regierung entzog der Schule den Status eines Vollgymnasiums und wandelte es in ein Progymnasium, ein "Untergymnasium" um. Damit war der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife nicht mehr möglich.
Vollgymnasium
Nachdem die Schülerzahlen wieder anstiegen, wurde die Schule in den Jahren 1851 bis 1875 um- und ausgebaut. Unter der preußischen Regierung wurde die Schule dann 1877 wieder in den Rang eines Vollgymnasiums erhoben. Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung hier möglich.[2] Während die Schülerzahlen bis zum Zweiten Weltkrieg kontinuierlich stiegen, wurde die Anzahl der Pädagogen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage der 1920er Jahre durch Zwangpensionierungen stark reduziert.
Literatur
- Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Peters, Bernhard (1967): Das Ulrichsgymnasium 1567–1967. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 27ff.
- ↑ Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden, abgerufen am 15. April 2021