Heiko Schmelzle (* 24. März 1970 in Westerstede) war von 2016 bis 2021 Bürgermeister der Stadt Norden.

Leben

Schmelzle wurde in Westerstede geboren, wuchs jedoch mit seinen drei Schwestern in Norden auf. 1986/87 absolvierte er mit dem American Field Service (AFS) ein Auslandsjahr in den USA, das er 1987 mit einem amerikanischen Schulabschluss (Highschool-Diploma) abschloss. Im Jahr 1990 legte er das Abitur am Ulrichsgymnasium ab. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann in Düsseldorf.

1992 bis 1993 leistete er seinen Wehrdienst, den er freiwillig um einige Monate verlängerte. 1995 wechselte er zur Sparkasse Aurich-Norden, wo er bis zum Einzug in den Deutschen Bundestag 2013 arbeitete. Er bildete sich 1996 zum Sparkassenfachwirt und 1999 zum Sparkassenbetriebswirt weiter. Später legte er zudem die Prüfung als Versicherungsfachmann vor der IHK Bremen ab. Lange Jahre arbeitete er im Baufinanzierungsgeschäft, zuerst als Sachbearbeiter, später als Berater und Zweigstellenleiter. Seit 2004 war er in der Vermögensberatung tätig. Zudem ist er nebenberuflich Dozent für Grundlagen der Einkommensteuer und Baufinanzierung für die Niedersächsische Sparkassenakademie in Hannover.[1]

Im Jahr 1991 wurde Heiko Schmelzle Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU). Seit 2011 ist er Ratsherr im Rat der Stadt Norden. Seit 2012 ist er Stadtverbandsvorsitzender der CDU Norden sowie stellvertretender Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Aurich. Am 27. November 2015 wurde Schmelzle erstmals in den Bundesvorstand der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung (OMV) der CDU gewählt. Er übernahm das Amt des Stellvertretenden Bundesvorsitzenden.[2]

Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 kandidierte er als Direktkandidat der CDU im Bundestagswahlkreis Aurich – Emden in Ostfriesland. Er zog über die Landesliste der niedersächsischen CDU in den Deutschen Bundestag ein. Er war in der 18. Legislaturperiode des Deutschen Bundestags ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, wo er Berichterstatter für Europa und Internationales war. Zudem war er stellvertretendes Mitglied im Europaausschuss. Er engagiert sich neben der Ausschussarbeit in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Parlamentskreis Mittelstand (PKM) sowie in der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutsche Minderheiten. Er ist auch Mitglied im Arbeitskreis Küste, einem Zusammenschluss der CDU-Bundestagsabgeordneten der fünf Küstenländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Freie Hansestadt Hamburg und der Hansestadt Bremen. Als Mitglied des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. ist er weiterhin Mitglied in der fraktionsübergreifenden Reservistenarbeitsgemeinschaft des Deutschen Bundestages.

Heiko Schmelze kandidierte bei der Kommunalwahl in Niedersachsen am 11. September 2016 für das Bürgermeisteramt in Norden. Am 25. September 2016 gewann er in einer Stichwahl gegen Julia Feldmann die Wahl zum Bürgermeister der ostfriesischen Stadt Norden.[3] Mit Ablauf zum 31. Oktober 2016 schied er aus dem Bundestag aus und wurde sodann neuer Bürgermeister.[4]

Bei den Kommunalwahlen am 12. September 2021 erreichte Schmelzle hingegen gerade einmal 20,18 % der Stimmen, während Florian Eiben als einer seiner fünf Herausforderer einen Stimmenanteil von 40,66 % hinter sich bringen konnte. Da jedoch keiner der Kandidaten einen absoluten Stimmenanteil erringen konnte, kam es zwei Wochen später zu einer Stichwahl, die Eiben mit einem klaren Sieg für sich entscheiden konnte.[5] In den sozialen Medien war bereits im Vorfeld der Wahlen erkennbar, dass dem bisherigen Amtsinhaber ein eher kritisches Zeugnis ausgestellt wurde. Vor allem wurde der Ausverkauf der Stadt an auswärtige Investoren und Neubürger, die dadurch bedingte Zunahme lebloser Rollladensiedlungen mit pflegeleichten Kiesgärten sowie die durch den gravierenden Anstieg bei Grundstücks- und Baukosten bedingte Abwanderung steuerzahlender Mitbürger, die die Stadt in Ermangelung an Alternativen verließen. Schmelzle selbst befeuerte die kontroversen, diesbezüglich über ihn geführten Diskussionen, indem er sich im Wahlkampf gemeinsam mit einem hiesigen Großinvestoren und Parteifreund, der sich einen Einzug in den Stadtrat erhoffte, ablichten ließ.

Einzelnachweise

  1. Lebenslauf auf seiner privaten Internetseite, abgerufen am 9. März 2021
  2. Grütters: Flucht und Vertreibung Teil deutscher Identität, abgerufen am 9. März 2021
  3. Bericht zur Wahl auf NDR.de, abgerufen am 9. März 2021
  4. Bericht des Bundestages, abgerufen am 9. März 2021
  5. Wahlergebnisse der Kommunalwahlen 2021 für die Stadt Norden, abgerufen am 14. September 2021

Siehe auch