Wasserturm

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Basisdaten
Entstehungszeit 1938-1939
Erbauer Stadt Norden
Bauweise Wasserturm
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Alleestraße

26506 Norden

Der unter Denkmalschutz stehende Wasserturm befindet sich in der Alleestraße in Westgaste zwischen den Hausnummern 17 und 18, ungefähr gegenüber des Funkwegs. Bis heute ist für die Wasserversorgung der Stadt von zentraler Bedeutung und daher nicht öffentlich zugänglich.[1]

Geschichte

Die Stadt Norden versorgte sich bis in die 1930er Jahre über ein weit verzweigtes Brunnennetz mit Wasser. So soll es 1898 neben den fünf öffentlichen noch rund 540 private Brunnen gegeben haben. Dieser Umstand war längst nicht mehr zeitgemäß, sodass die Stadtwerke ab 1905 mit den Plänen für den Bau einer zentralen Wasserversorgung begannen. Das Vorhaben scheiterte letztlich vor allem an der Finanzierung, sodass es ein gutes Vierteljahrhundert dauerte, bis die Stadtwerke die Pläne erneut aufnahmen. In Hage wurde schließlich ein geeigneter Platz für den Bau eines Wasserwerks begonnen, das sich dort bis heute in der Bahnhofstraße in unmittelbarer Nähe zur Hager Umgehungsstraße befindet. Das Wasserwerk nahm seinen Betrieb am 2. August 1939, also etwa einen Monat vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, auf.[2]

Um die Wasserleitungen mit einem ausreichenden und gleichmäßigen Druck zu versorgen, war zunächst geplant, den Turm der Firma Doornkaat mit einem Hochbehälter auszurüsten. Hierbei wurden jedoch Probleme mit der Baustatik dieses alten Gebäudes festgestellt, was die Pläne zunichte machte. Die Stadtwerke erwarben daraufhin das Grundstück an der Alleestraße, wo sie zwischen 1938 und 1939 den Wasserturm bauten und in Betrieb nahmen. Wie damals üblich, wurde auf diesem hohen Gebäude ein Fahnenmast errichtet, später kam eine Flugabwehrkanone (Flak) hinzu.[2][3] Möglicherweise war die Stellung verbunkert.[3] Inzwischen befinden sich Mobilfunkantennen auf dem Gebäude.

Aufgrund hoher Betriebskosten, einer anstehenden, kostenintensiven Sanierung sowie technischen Fortschritts in der Erzeugung des Wasserdrucks begannen ab etwa 1960 Überlegungen, den Turm von den Aufgaben der städtischen Wasserversorgung zu entbinden. Als dann nach einer Sturmflut das Stromnetz der Stadt zusammenbrach, funktionierte die Wasserversorgung jedoch weiter reibungslos, da diese weitgehend ohne elektrische Pumpen auskam. So entschied man sich, den Wasserturm in Betrieb zu halten.[2]

Beschreibung

Das Grundstück, auf dem der Wasserturm steht, ist 1066 Quadratmeter groß und befindet sich etwa 7,5 Kilometer vom Wasserwerk in Hage entfernt. Der rund 32 Meter hohe, quadratische Wasserturm selbst ist ein schlicht, jedoch klar gegliederter Ziegelbau mit einem Flachdach, auf dem sich eine Schwerlasttragende Plattform befindet. Die Grundfläche des Turms beträgt etwa 9 m².[2]

Das funktional und schlicht gehaltene Bauwerk ist lediglich im Sockelbereich sowie am Eingang mit Schmuckelementen versehen. Über der Eingangstür, die über eine beidseitig mit einer großen Kugel verzierten Treppe zu erreichen ist, befindet sich ein Relief, auf dem das Norder Stadtwappen, zwei Wasserspeier in Form eines Menschen sowie eines Fischs sowie die Jahreszahl 1939 dargestellt sind.[2]

Der 225 Kubikmeter fassende Wasserbehälter ist etwa 5,4 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 7,4 Metern und besteht aus Stahl. An seinem höchsten Punkt liegt er 31 Meter über dem Gelände sowie 35,44 Meter über Normalnull. Eine Treppe im Zentrum des Turms führt über vier jeweils 6,4 Meter hohe Etagen bis auf den Tropfboden. In den Außenwänden befinden sich außer im Sockelbereich fünf übereinander liegende Fenster. Im Bereich des Wasserbehälters gibt es auf jeder Seite zwei schmale Öffnungen, in denen lichtdurchlässige Glasbausteine vermauert wurden.[2]

Einzelnachweise

  1. Borchert, Antje (2014): Stadt Norden, Untere Denkmalschutzbehörde: Wasserturm. In: Tag des offenen Denkmals. Programm 2014
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Aschenbeck, Nils / Schmidt, Jens (2003): Wassertürme im Nordwesten, Oldenburg, S. 52
  3. 3,0 3,1 Luftschutzbunker Wilhelmshaven, Standort Norden, abgerufen am 24. Februar 2021