Stadtchronik
Dieser Artikel gibt einen Einblick über die wichtigsten Ereignisse der Stadtgeschichte.
Vorgeschichte
9000 bis 4500 vor Christus:
Das bislang älteste Fundstück in Form einer handwerklich genutzten Geröllkeule aus dem Erdreich südöstlich von Norden zeugt von frühen menschlichen Aktivitäten in dieser Gegend.
ab 6. dem Jahrhundert:
Nach den Chauken und Sachsen bevölkern nun auch Friesen das heutige Ostfriesland. Es kommt teils zu Verdrängungen, teils zu Vermischungen zwischen den Völkern. Besonders die erhöht liegenden Geestgebiete werden besiedelt, da sie besseren Schutz vor den Fluten bieten. Hier ist der Beginn der Stadt Norden zu suchen, dessen Kernstadt auf einer Geestinsel erbaut wurde.
778:
Im Zuge der fortschreitenden Christianisierung fallen große Teil Ostfriesland an das Bistum Bremen.
884:
Die Friesen besiegen unter Bischof Rimbert die Wikinger in der Schlacht um Nordendi. In dessen Folge wird die Theelacht gegründet.
11. Jahrhundert
um 1000:
Die Menschen beginnen, sich mit dem Bau von Warften (künstlich geschaffenen Erderhöhungen) und Deichen besser gegen Sturmfluten zu schützen. Möglicherweise wird in dieser Zeit der hölzerne Vorgängerbau der Andreaskirche erbaut.
12. Jahrhundert
um 1190:
Das Kloster Marienthal auf dem Gelände des heutigen Altenwohnzentrums in der Schulstraße bzw. Am Zingel wird gegründet.
13. Jahrhundert
zwischen 1200 und 1250:
Die Bauarbeiten an der Ludgerikirche beginnen. Die Kirche wird unmittelbar neben der Andreaskirche errichtet.
1255:
In einem mit der Stadt Bremen am 21. April 1255 im Kloster Marienthal besiegelten Vertrag zur Sicherung des Friedens und der Handelswege wird der um diese Zeit bereits städtisch geprägte Ort Norden erstmals urkundlich erwähnt. Das Jahr 1255 gilt bis heute fälschlicherweise manchmal auch als das Gründungsjahr der Stadt, welches hingegen bis dato unbekannt ist.
1264:
Das Dominikanerkloster im Bereich des heutigen Fräuleinshofs und Ulrichsgymnasiums wird gegründet.
1269:
Ein schweres Unwetter mit Gewittern führt zu einem Stadtbrand. Die Stadt wird schwer beschädigt, auch die hölzernen Bauten des Dominikanerklosters geraten in Brand und werden nachfolgend durch Backsteinbauten ersetzt.
um 1275:
Der hölzerne Vorgängerbau der Andreaskirche auf dem heutigen alten Friedhof wird niedergerissen und fortan durch einen steinernen Bau ersetzt.
14. Jahrhundert
1350 bis 1360:
Der Schwarze Tod (Beulen- oder Lungenpest) grassiert in Norden und Umgebung. Ein großer Teil der Bevölkerung fällt der Seuche zum Opfer.
9. Oktober 1374:
Die Erste Dionysiusflut führt zu schweren Deichbrüchen. Sie reiht sich in eine Folge mehrerer, verheerender Sturmfluten, die zu massiven Landverlusten führte. Das einst wohlhabende Dorf Westeel wird schwer beschädigt und muss aufgegeben werden.
8. bis 10. Oktober 1375:
Die Zweite Dionysiusflut bringt weitere Landverluste mit sich. Die Menschen, immer noch geschwächt von der Pest und den Deichbrüchen, waren den Fluten hilflos ausgeliefert. Die Wellen sollen bis an die Mauern des Dominikanerklosters vorgedrungen sein. Die Leybucht erreicht ihre größte Ausdehnung, sodass Norden nun einen Zugang zum offenen Meer erhält.
15. Jahrhundert
Um die Mitte des Jahrhunderts lässt der Norder Häuptling und spätere Reichsgraf Ulrich Cirksena den Hochchor der Ludgerikirche errichten.
Aus dem Jahre 1498 ist das erste Norder Stadtsiegel bekannt.
16. Jahrhundert
1531:
Ein Heerhaufen des Häuptlings Balthasar von Esens zerstört zahlreiche Gebäude, darunter die Andreaskirche, die danach verfällt und 1756 vom Erdboden verschwindet.
1535:
Mit der "Instituta Nordana" als Grundlage für eine Verfassung wird die Stadtbildung formalrechtlich abgeschlossen. In der Verfassung werden im Stile einer Polizeiverordnung auch das Polizeiwesen der Stadt neugeordnet.
17. Jahrhundert
1686-92:
Der Hamburger Orgelbaumeister Arp Schnitger erbaut die heute weltberühmte Barockorgel in der Ludgerikirche.
18. Jahrhundert
1744:
Der letzte Cirksena, Carl Edzard, stirbt kinderlos. Das Fürstentum Ostfriesland fällt an Preußen unter Friedrich dem Großen. Es beginnt eine Zeit der wirtschaftlichen Festigung.
1794:
Die Norder Fehngesellschaft wird gegründet. Unternehmensziel ist der Torfabbau aus dem Mooren bei Norderfehn. In diesem Zusammenhang wird auch der Berumerfehnkanal erbaut, über den der Torftransport in die Stadt erfolgt.
19. Jahrhundert
1815:
Nach der Fremdherrschaft während der napoleonischen Zeit gehört Ostfriesland zum Königreich Hannover und wird 1866 wieder preußisch.
1883:
Anschluss an das Eisenbahnnetz in Richtung Emden und Wittmund; 1892 Weiterführung nach Norddeich.
1885:
Aus den alten Ämtern Norden und Berum entsteht der Landkreis Norden mit Sitz in der Küstenstadt.
1889-1892:
Bau der ersten Hafenmole in Norddeich.
20. Jahrhundert
1914:
Ausbruch des Ersten Weltkrieges; Anschluss der Stadt an die Elektrizitätsversorgung.
1919:
Die Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft wird nach Norden eingemeindet.
1929:
Der Bau des Leybuchtsiels schränkt die bis dahin direkte Verbindung zum Meer ein. Die Hafenaktivitäten werden zunehmend nach Norddeich verlagert.
1932:
Der Landkreis Norden wird um die Krummhörn erweitert.
1938:
Am 9./10. November setzen die seit 1933 herrschenden nationalsozialistischen Machthaber im Stadtzentrum die jüdische Synagoge in Brand.
1939:
Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, den Norden relativ unbeschadet übersteht. Einweihung der städtischen Wasserleitung.
1945:
Nach Kriegsende britische Militärregierung in Norden. Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.
1946:
Demokratische Neuordnung; im Herbst tagt der erste frei gewählte Norder Rat nach Kriegsende; Ostfriesland wird Teil des neu gebildeten Landes Niedersachsen.
1958:
Baubeginn für die Kanalisation; Gezielte Förderung des Fremdenverkehrs in den 1950er Jahren.
1968:
Beginn der Altstadtsanierung zwischen Markt und Hafen; die historische Struktur weicht Neubauten.
1972:
Im Zuge der niedersächsischen Gemeindereform werden die bis dahin selbständigen Umlandgemeinden Ostermarsch, Lintelermarsch mit Norddeich, Westermarsch I und II, Süderneuland I und II, Leybuchtpolder, Neuwesteel sowie der vorher zu Lütetsburg gehörende Ortsteil Bargebur als Ortsteile nach Norden eingemeindet. Tidofeld gehört bereits seit 1952 zum Stadtgebiet; Verstärkter Ausbau des Fremdenverkehrs; Gründung der Kurbetriebs-GmbH; Umfassende Deichverstärkung.
1973:
Einweihung des Meerwasserbadebeckens in Norddeich.
1977:
Norden verliert den Sitz des aufgelösten gleichnamigen Landkreises, der mit Aurich zum neuen Landkreis Aurich vereint wird; Das Gewerbegebiet Leegemoor wird erschlossen.
1979:
Das Nordseebad Norden-Norddeich wird staatlich anerkannt; Eröffnung des Meerwasser-Hallenwellenbades.
1981:
Einweihung des Weiterbildungszentrums der Kreisvolkshochschule.
1989:
Baubeginn für die Fußgängerzone Neuer Weg.
1996:
Die Klinik Norddeich nimmt den Betrieb auf.
21. Jahrhundert
2003:
Eröffnung des Erlebnisbades Ocean Wave in Norddeich.
2008 / 2009:
Bau der Umgehungsstraße
2010:
Norden-Norddeich wird Nordseeheilbad
2014:
Norden wird frauenORT
2020:
Die COVID 19-Pandemie erreicht im Frühjahr auch Norden. Ab dem Sommer wird vom Landkreis Aurich das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes im innerstädtischen Bereich und an frequentierten Bereichen im Norder Hafen verfügt.