Das Amt Norden war ein Gemeindeverbund innerhalb der Landdrostei Aurich zu Zeiten der Zugehörigkeit Ostfrieslands zum Königreich Hannover und (später) dem Königreich Preußen. Das Amt Norden war der Nachfolger des Kantons Norden, der zu Zeiten der französischen Besatzung unter Napoleon gebildet wurde.
Die einstigen Ämter sind vergleichbar mit den heutigen Landkreisen. Eine Landdrostei kann man sich als Vorläufer der Regierungsbezirke vorstellen. Der Landdrostei stand ein Drost vor, ein hoher Beamter, der den Landesherren vertrat. Diese Position kann in etwa mit den ehemaligen Regierungspräsidenten verglichen werden. Dem Drosten unterstanden wiederum mehrere Vogte, die die Amtsvogteien verwalteten. Diese Position ist vergleichbar mit den heutigen Landräten.
Das Amt Norden bestand von 1814 bis 1885 und ging danach in den Landkreis Norden auf.
=Gliederung
1814 bis 1852
Das Amt Norden war geteilt in die erste Amtsvogtei Norden, bestehend aus den Untervogteien Juist und Osteel, und in die zweite Amtsvogtei Norden, die keine Untervogteien hatte und das Marschland westlich der Stadt Norden verwaltete.
1852 bis 1885
Zum Amt Norden gehörten bis auf die Kernstadt das heutige Gebiet der Stadt Norden sowie unter anderem Lütetsburg, Leezdorf, Marienhafe, Osteel, Rechtsupweg, Upgant, Schott sowie die Inselgemeinde Juist. 1859 wurde das Amt Norden mit dem Amt Berum zusammengeschlossen. Das neue Amt hieß zunächst Amt Berum und seit 1869 wieder Amt Norden. 1885 wurde aus Stadt und Amt Norden schließlich der Landkreis Norden gebildet.
Trivia
An die einstigen Ämter erinnert heute nur noch wenig. Eines der bekanntesten Überbleibsel ist jedoch die Bezeichnung "Amtsgericht", dessen Begrifflichkeit zu dieser Zeit entstand.