NSDAP Ortsgruppe Norden

Aus Norder Stadtgeschichte
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NSDAP Ortsgruppe Norden

Basisdaten
Gründung April 1923
Auflösung 1945
Rechtsform Politische Partei
Hauptsitz Am Markt 10

26506 Norden

Die Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (kurz: NSDAP) wurde 1923 gegründet. Sie war eine der ältesten Ortsgruppen der Partei im Deutschen Reich und existierte bis zu ihrem Verbot durch die britische Besatzungsmacht.

Geschichte

Vorgeschichte

Die Deutsche Arbeiterpartei (kurz: DAP) wurde im Januar 1918 in München gegründet und war anfangs nur eine von unzähligen, unbedeutenden Kleinstparteien. Nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution bekämpfte die DAP die noch junge Demokratie der Weimarer Republik. Eines der Ziele der Partei war die Abschaffung des Pluralismus zugunsten eines Machthabers, der als starker Mann die Geschicke des Landes weitgestehend allein bzw. autoritär bestimmen sollte.

Im September 1919 trat Adolf Hitler der Partei bei, am 20. Februar 1920 gab sich die Partei den bekannten Zusatz und trat nun als Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei auf. Sie wurde nach dem ersten Putschversuch 1923 verboten und Hitler für sechs Monate inhaftiert.

Am 27. Februar 1925 wurde die Partei neu gegründet, hatte nun jedoch Schwierigkeiten, sich im politischen Leben zu etablieren, da die Weimarer Republik in einer wirtschaftlichen Blüte stand, die auch als Goldene Zwanziger bekannt wurden. Erst die schwere Wirtschaftskrise 1929 brachte neuen Nährboden für das extremistische Gedankengut der NSDAP und anderen Feinden der Demokratie. Nur noch etwa ein Drittel aller Erwerbstätigkeiten war vollbeschäftigt, annähernd die Hälfte arbeitslos und der Rest in Kurzarbeit. Die NSDAP gewann fortwährend Mitglieder und wurde derart bedeutend, dass Reichspräsident Hindenburg den Parteivorsitzenden, Adolf Hitler, am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannte.

Gründungsgeschichte

Bereits im April 1923 gründete sich in Norden eine Ortsgruppe der NSDAP, erlangte jedoch in der kurzen Zeit bis zu ihrem reichsweiten Verbot kaum politische Bedeutung. Dennoch wies sie mit 30 Mitgliedern eine nicht unerhebliche Größe auf.

Nach dem Verbot der Partei gründeten sich ihre Anhänger unter Führung des Stahlhelmführers Dr. Peter Heuer einen Völkischen Block, der sich als Ortsgruppe der Deutsch-Völkischen Freiheitspartei anschloss. Diese Partei errang bei der Reichstagswahl am 4. Mai 1924 in der Stadt Norden 1.177 Stimmen und wurde damit zu stärksten Kraft im Ort. Im Oktober 1926 erfolgte dann die formelle Neugründung und Wiederzulassung als politische Partei. In dieser Zeit wurde auch die Sturmabteilung (SA) der Norder Gruppe gegründet, die 1928 zum ersten Mal in ihrer typischen Uniform als Saalschutz in Erscheinung trat.

Kurz vor der Landtagswahl am 24. April 1932 wurden die nationalsozialistischen Kampfverbände SA und SS verboten, die Norder Polizei besetzte das damalige SA-Heim im Felsenkeller am Neuen Weg (Hindenburgstraße). Doch bereits kurz vor der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 fiel das Verbot wieder.

Nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 zog ein Fackelzug begeisterter Anhänger durch Norden, ein Handwerksbursche rief: "Hitler verrecke!" und wurde deshalb unmittelbar verhaftet. Dem Fackelzug folgte eine Kundgebung auf dem Marktplatz, wo der damalige Ortsgruppenleiter Waehnbeck eine kurze Rede hielt. Zum Abschluss folgte ein Festakt im Sturmlokal der Nationalsozialisten, dem Gasthof Zur Börse.

Der Nachfolger Waehnbecks wurde Rudolf Borchers, der auch die bis zum 24. August 1938 einzige Norder Ortsgruppe leitete. Da eine Stadt mit gut 12.000 Einwohnern nach Ansicht der Machthaber jedoch über mehrere Ortsgruppe zu verfügen hatte, gründeten sich die Gruppen Ekel, Markt und Westgaste. Als Versammlungslokale dienten für die Westgaster Gruppe das bisherige Sturmlokal, die Ekeler nutzte das Schützenhaus und die Markt-Gruppe das Deutsche Haus. Borchers wurde durch drei neue Ortsgruppenleiter abgelöst, deren Namen mit Brunken, Kramer und Plogstieß angegeben werden.

Organisation

Im Jahre 1938 setzte sich die Kreisgruppe Norden-Krummhörn aus 29 Ortsgruppen, 95 Zellen und 427 Blocks zusammen. Ortsgruppen gab es in Arle, Baltrum, Berumbur, Berumerfehn, Campen, Dornum, Greetsiel, Hagermarsch, Hinte, Juist, Lintelermarsch, Loppersum, Lütetsburg-Hage, Manslagt, Marienhafe, Norderney, Osteel, Pewsum, Süderneuland, Uphusen, Upleward, Uttum, Westerende, Westermarsch, Wirdum und Wybelsum. Im Norder Stadtgebiet in den damaligen Grenzen gab es zudem die Gruppen Ekel, Markt und Westgaste.

Die Ortsgruppen gliederten sich in Zellen und diese wiederum in Blocks, wobei eine Zelle aus vier bis acht Blocks bestand. Ein Block wiederum bestand aus 40 bis 60 Haushalten bzw. 160 bis 240 Personen und wurde von einem Blockleiter geführt, der nicht nur Spitzel und Aufpasser sein sollte, sondern die in seinem Block wohnenden Menschen auch zum Besuch nationalsozialistischer Veranstaltungen anhalten sollte.

Literatur

  • Forster, Hans / Schwickert, Günther (1988): Norden. Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz, Norden

Siehe auch