Ziegelei am Altendeichsweg | ||||||||
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| {{#multimaps: | Title = Ziegelei am Altendeichsweg | Text = Gebäude in Westermarsch I | center = 53.57960411555712, 7.180618045893799 | circle = 53.57960411555712, 7.180618045893799 :90 | zoom = 15 | width = 300px | height = 300px
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1770 | |||||||
| Erbauer | Folkmar Lantzius | |||||||
| Bauweise | Ziegelei | |||||||
| Erhaltungszustand | 1912 / 1913 abgebrochen | |||||||
| Genaue Lage | Altendeichsweg, Ecke Hansweg
26506 Norden | |||||||
Die Ziegelei in Westermarsch I (auch: Kaufmannsche Ziegelei) war der (wesentlich unbekanntere) Vorgängerbau der Ziegelei in Westermarsch II. Sie hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert und befand sich in unmittelbarer Nähe einer im 18. Jahrhundert wüstgefallenen Kalkbrennerei.
Geschichte
Das alte Ziegelwerk wurde erstmalig am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie Manninga und Roelf Schmidt als Tichelbude am Gaster Tief genannt.[1] 1770 wird eine Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der Knullenbrücke erwähnt, erbaut von Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius, dem Mitbegründer der Norder Fehngesellschaft.[2] Dieser hatte ein Jahr zuvor um eine Baugenehmigung ersucht, weil er die Lage am Gastmarscher Siel, das auch über einen Anlegestellte verfügte, als förderlich erachtete.[3] 1777 erwarb er die verfallenen Gebäude sowie das Grundstück der alten Kalkbrennerei gemeinsam mit Amtsgerichtsassessor Roth für 1.200 Gulden, nahm diese zunächst wieder in Betrieb, doch schon 1790 wurde der Betrieb wieder eingestellt und die Gebäude bis zum 23. Februar 1793 abgebrochen, der dazugehörige halbe Diemat Land ging an den nahegelegenen Hof Rysdyk. Der Besitzer hatte dafür ein anderes Stück Land eingetauscht.[4]
Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden vor allem mit Torf aus Norderfehn (heute Berumerfehn) geheizt, wobei Lantzius natürlich zugute kam, dass er zugleich Gründungsdirektor der den Torf importierenden Norder Fehngesellschaft war. Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein Ziegeleiland mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. So ist es nicht verwunderlich, dass für das Jahr 1785 immerhin 43.550 Steine und ein Jahr später sogar 66.800 Steine und Pfannen gebrannt und exportiert wurden.[5]
Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals Götzentempel genannt wurde. Um 1897 hatte Ro(h)lf Kaufmann die Ziegelei, die hier bis 1908 oder 1909 in Betrieb blieb, übernommen, danach wurde der Betrieb in die Ziegeleistraße verlegt.[6][7]
Sonstiges
Zwischen der Ziegelei in Vierzig Diemat und dieser scheint es eine Verbindung gegeben zu haben. Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 steht über der Ziegelei "Zuckerpolder", obwohl dieser wesentlich weiter südlich liegt. Wahrscheinlich handelte es sich um zwei zusammengehörige Werke, die diesen Namen als Alternativbezeichnung trugen.[8]
Einzelnachweise
- ↑ NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98
- ↑ StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A
- ↑ Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 188
- ↑ Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 194f.
- ↑ Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 190
- ↑ Imhoff, Mathilde (1988): Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 289
- ↑ Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)