Gut Lintel | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 19. Jahrhundert | |||||||
| Erbauer | Familie Vissering | |||||||
| Bauart | Große Stadtvilla | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Parkstraße 12 A
26506 Norden | |||||||
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Das Gut Lintel bezeichnet heute große Stadtvilla, die sich inmitten eines kleinen Wäldchens zwischen der Parkstraße und der Kastanienallee befindet. Die Zufahrt befindet sich neben dem Parkplatz an der Bushaltestelle der Linteler Schule und ist entsprechend beschildert.
Ursprünglich bezeichnete das "Gut Lintel" einen Hof mit umfassenden Ländereien, der östlich der Idzingaburg lag und zu dessen Nebengebäuden gehörte. Vermutlich war es das Vorwerk der Idzingaburg (vgl. Ekeler Vorwerk).
Zum Hof gehörten fünfzig Diemat Land, also ungefähr 285.000 qm, die sich vorwiegend auf das nähere Umland konzentrierten. Das Gut existiert mindestens seit dem 17. Jahrhundert, vermutlich jedoch bereits viel früher. Wahrscheinlich nach dem Ende der Idzinga ging auch das Gut Lintel in Privatbesitz über.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das heute noch bestehende Haupthaus im Stil einer großen, schlossähnlichen Stadtvilla errichtet. Es handelt sich um einen klassizistischen Backsteinbau mit modernen Anbauten. Um das Gebäude wurde ein etwa einen Hektar großer Park im englischen Stil angelegt. Der Volksmund taufte ihn später auf "Linteler Wald" bzw. "Linteler Wäldchen". Zum parkähnlichen Wald, der der Parkstraße ihren Namen gab, gehörte auch ein Teich sowie künstlich geschaffene Anhöhen. Als Besitzer ist für diese Zeit ein Friedrich Bodewin Vissering belegt, der 1885 starb. Die Familie Vissering war es wohl auch, die das Gebäude erbauten.
Weiterhin wurde eine Allee mit Kastanienbäumen errichtet, die von der Linteler Straße direkt auf das Haupthaus zuführt. Heute trägt diese Allee den Namen Kastanienallee. Das Holztor, welches das Befahren von hier mit Kraftfahrzeugen verhindert, ist vermutlich noch weitestgehend im Originalzustand. An dieser Allee steht eine Baracke, die im Zweiten Weltkrieg als Lazarett der britischen Besatzungsmacht diente, heute haben dort drei hiesige Vereine ihren Sitze.
Das Linteler Wäldchen ist heute städtischer Besitz und frei zugänglich. Die Anhöhen und der Teich sind noch vorhanden, jedoch ist das Gebiet über die Jahrzehnte verwildert und kaum mehr als Park zu erkennen. Mit dem Bau des Jahnplatzes hat es zudem einen Teil seiner Fläche einbüßen müssen.
Quellenverzeichnis
- Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
- Schreiber, Gretje (2011): Gretje Schreiber, Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript
- Stammbaum der Familie Heryln, abgerufen am 17. Januar 2021