Uldingaburg
Uldingaburg | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | vermutlich 15. Jahrhundert | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Burgentyp | Steinhaus | |||||||
| Erhaltungszustand | geschliffen | |||||||
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Die Uldingaburg (auch "(Ekeler) Torenhus" bzw. "(Ekeler) Torenhues" genannt) war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge Schulstraße und An der Gartenallee befunden hat. Es war Hautgebäude vom "Gut Ekel" zu dem auch das heute noch erhaltene, um 1600 erbaute und 1605 erstmals erwähnte Ekeler Vorwerk gehörte. Dieses war das Schatthaus (Schatzhaus) der Burg.
Es ist nicht überliefert, wann die Uldingaburg errichtet wurde, sie existierte jedoch spätens um 1500. Für diese Zeit wird das Häuptlingsgeschlecht Uldinga als Grundherren genannt. Der letzte männliche Uldinga verstarb 1569 und das gesamte Gut wechselte seinen Besitzer. Die Besitzer waren adelig frei, das bedeutet, dass sie Sonderprivilegien hatten und damit nur bei Freuen- oder Trauerfällen Hofdienste am Hofe des Landesherren zu leisten hatten.
Für die Mitte des 17. Jahrhunderts wird ein Arp Wencken als Besitzer genannt. Am 23. Februar 1662 verkauft dieser das gesamte Gut Ekel mit allen Ländereien, Wiesen und Teichen, Haus, Scheunen und Gärten an Graf Edzard Ferdinand aus dem Geschlecht der Cirksena. Diesem gehörte auch das bis heute erhaltene Gräfliche Haus am Norder Marktplatz. Er behielt das Gut bis zum 25. Januar 1667, als er es letztlich seiner Gattin Anna Dorothea, Gräfin von Criechingen und Püttingen, als Morgengabe (Brautgeschenk zur Hochzeit) überschreibt.
Nach dem Tod der Ehehleute erbt der Sohn Friedrich Ulrich das gesamte Gut. Spätestens ab dem 19. Februar 1707 gelangt das Gut Ekel wieder in den Besitz der Cirksena, als Christian Eberhard, damals Fürst zu Ostfriesland, als Eigentümer genannt wird.
Nach dem Tod Christian Eberhards erbt dessen Sohn und neuer Fürst, Georg Albrecht, das Anwesen. Er veräußert es am 17. August 1711 an den Norder Ratsherrn Wichman Wilhelm Toden. Als Notar Heilmann 1805 das Turmhaus erwirbt, steht im Vertrag, dass es dem Käufer frei stehe, das durch Einsturz bedrohte Haus, sobald er es will, abzubrechen.
Für das Jahr 1667 wird Graf Edzard Ferdinand aus dem Geschlecht der Cirksena genannt, dem a gehörte. Vom Baustil her erinnerte die Uldingaburg an das Alte Rathaus von Norden.
Das Umland des Guts bestand zunächst vor allem aus Eichenbäumen, die namensgebend für den Stadtteil Ekel waren. Diese wurden im Laufe der Zeit nach und nach abgerissen, um Platz für weitere Gebäude und landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen. Nördlich der Uldingaburg entstand eine Obstplantage, um die wiederum Wassergräben angelegt wurden. Letztere sind noch heute am westlichen Ende des Dobbenwegs gut erkennbar. Die alte Obstplantage ist ebenfalls weitestgehend unbebaut, jedoch im Laufe der Jahre verwildert. Verantwortlich für die Plantage war ein Gärtnermeister. Für die Zeit um 1880 ist ein Mann mit Nachnamen "König" als Gärtnermeister belegt. Innerhalb der Plantage befand sich ein Lusthaus (Veranstaltungshaus für Feste u.ä.), eine grüne Laube und eine Pilkentafel (Kegelbahn). Auf zwei Brücken fand man Einlass in diesen Garten. Auf der Westseite des Anwesens umrundete der Graben teilweise den großen Garten. Der weitere Besitz des Turmhauses war mit einer Mauer (Zingel) gesichert.
Westlich dieser Plantage wurde eine Allee angelegt, deren Bäume heute nur noch auf der östlichen Straßenseite stehen. Die Westseite wurde im Laufe der Jahre gerodet, um dort Wohnhäuser zu errichten. Diese Allee führte zu bzw. durch einen spätestens im 18. Jahrhundert aufwendig angelegten Garten im Stil des Barocks mit bemerkenswerten Treilagen (Rankgerüste für Pflanzen) in Form von Pavillons und Pergolengängen. An diesen Prachtgarten und die Allee erinnert heute noch der Straßenname An der Gartenallee.
Im Jahre 1816 oder 1830 wurde die Uldingaburg abgebrochen. Heute erinnert an die Burg und die Familie noch das Haus Uldinga, ein Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit geistigen bzw. körperlichen Beeinträchtigungen, das sich nördlich des einstigen Anwesens befindet.
Quellenverzeichnis
- Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
- Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
- Schreiber, Gretje (2011): Finettenburg: Neue Erkenntnisse, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 8. Januar 2011, S. 1ff.
- Übersicht über sach- und personenbezogene Straßennamen der Stadt Norden