Osterburg

Aus Norder Stadtgeschichte
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Osterburg

Basisdaten
Entstehungszeit um 1415
Erbauer Familie Hadelsen
Burgentyp Steinhaus
Erhaltungszustand geschliffen
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Die Osterburg (auch "Osterhus" bzw. "Osterhaus" genannt) war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge Osterstraße und Im Horst befunden hat. Die Burg wurde zu Verteidigungszwecken errichtet, da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte. Es sicherte die Stadtgrenze nach Osten und befand sich unmittelbar an der Grenze zur Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft.

Die Burg wurde im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts im Stil typisch ostfriesischer Burgen als größeres Steinhaus errichtet. Erbauer war vermutlich das Häuptlingsgeschlecht der Idzinga, die zu dieser Zeit großen Einfluss in und um Norden hatten. Möglicherweise wurde die Osterburg als Nachfolgebau der Ennenburg errichtet, die 1407 oder 1408 von Streitkräften der Hansestadt Hamburg zerstört wurde, da die ostfriesischen Häuptlinge immer wieder die als Feinde der Hanse geltenden Seeräuber wie den berüchtigten Klaus Störtebeker unterstützten.

Das Gebäude bestand aus zwei Geschossen und wurde aus weitestgehend grob behauenen Steinen errichtet, was die Vermutung bestärkt, dass sich hier zuvor die Ennenburg befand und beim Bau der Osterburg dessen Steine verwendet wurden, die in früheren Zeiten noch mangels besserer Methoden per Hand geschlagen bzw. geformt wurden.

Beschrieben wird die Osterburg als ansehnliches, burgähnliches Steinhaus, das über einen großen Garten verfügte, welcher sich südlich bis auf das ehemalige Doornkaatgelände erstreckte. Am Haus befanden sich vier sandsteinerne Wappen, die von der Historikerin Isa Ramm identifiziert werden konnten. Am Ostgiebel befand sich die Wappen der Familie Aldringa (ein Wappen) und der Familie Hadelsen (drei Tatzenkreuze), an der nördlichen Traufseite (parallel zur Osterstraße) die Wappen der Familie Loringa (eine durch drei Ringe gezogene Weinranke) und der Familie Harringa (ein Löwe mit Streitkolben). Durch die Wappen lassen sich zumindest einige der Besitzer nachweisen.

Der ersten namentlich bekannten Eigentümer des Gebäudes waren Halle Hadelsen (geb. um 1450) und dessen Frau Bauwa von Groothusen. Halle Hadelsen starb 1495 nach einer Kriegsverwundung, die Osterburg fiel daraufhin an seinen Schwiegersohn mit Hicco Mentet(s) Aldringa von Nes(se), der mit Halles Tochter Tochter Tiade Hadelsen verheiratet war. Im 16. und 17. Jahrhundert wird dieses Gebäude (vermutlich nach dieser Person) auch "Mentet von Nes Hof" genannt.

Beim Bau der Eisenhütte wurde die Osterburg von dieser umschlossen und bei deren Abriss im Jahr 1969 mit abgebrochen, da dem Denkmalschutz zu dieser Zeit leider noch keinerlei Bedeutung beigemessen wurde. Bis zu seinem Abriss befand sich das Gebäude in einem erstaunlich guten Zustand.

Quellenverzeichnis

  • Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.

Siehe auch