Bargebur
Bargebur | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Höhe | 1,8 m ü. NN |
| Fläche | 0,648 km² |
| Einwohner | 446 (30.06.2020) |
| Eingemeindung | 1. Juli 1972 |
| Bevölkerungsdichte | 688 Einwohner/km² |
Bargebur ist ein Stadtteil von Norden und hat rund 450 Einwohner (Stand: 30.06.2020)[1], die sich auf einer Fläche von 0,65 km² verteilen[2].
Im Norden grenzt Bargebur an Norden, im Osten an Tidofeld sowie im Süden und Osten an Süderneuland II.
Geschichte
Erstmalige Erwähnung findet wird der Ort als "to Berghum" im Jahr 1436. Eine zweite Erwähnung folgt im Jahr 1433, als es zwischen den Häuptlingen Fokko Ukena und Ulrich Cirksena zu der sogenannten "Schlacht von Bargebur" im Rahmen der Ostfriesischen Freiheitskämpfe kam.[3]
Spätere Bezeichnungen waren "to Bergen in Norderlande“ (1445), "inn Bargerburhen" (1553), "Bergerbur" (1599) und "Bargerbuhr" (1787). Die heutige Schreibweise ist schließlich seit 1871 belegt.[4]
Der ursprünglich eingliedrige Siedlungsname ist entweder Dativ-Plural von Berg (Anhöhe; am Hang der nach Osten sich erhebenden Geest) oder von einem nicht belegten altfriesischen Substantiv "-berg", was soviel wie "Bergung" oder "Schutz" aber auch "Scheune" bzw. "Dach für Heu und Korn" bedeutet. Der Wortbestandteil "Bur" für "Bauerschaft" wurde erst später angehängt.
Bis zur Gemeindereform im Jahr 1972 war Bargebur Teil der Nachbargemeinde Lütetsburg und damit mehr oder weniger eine Exklave dessen, da Tidofeld bereits seit 1952 zu Norden gehörte.
Nachdem die Reformation im 16. und 17. Jahrhundert auch Einzug in Norden hielt, beabsichtigte die stetig wachsende evangelisch-reformierte Gemeinde eine Kirche innerhalb der Stadtgrenzen von Norden zu errichten. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch bereits von Anfang an am Widerstand der Norder Bürger, welche größtenteils evangelisch-lutherisch waren. Die reformierten Christen mussten ihre Gottesdienste außerhalb der Stadtgrenzen abhalten. Spätestens ab 1559 stellten ihnen die Herren von Lütetsburg ihre Kapelle zur Verfügung.
Dodo II. zu Innhausen und Knyphausen, Graf von Lütetsburg, gestattete den reformierten Christen letztlich im Jahr 1680, eine Kirche auf seiner Grundherrschaft, jedoch nahe der Grenze zu Norden, zu errichten. Der Baubeginn wird auf den 12. Juli 1680 datiert.
Die Norder Lutheraner sahen hierin allerdings eine Verletzung ihrer Privilegien und versuchten, den Bau der Kirche durch Sabotageaktionen und Überfälle zu verhindern.
Dodo II. stand im Dienste von Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen, dessen Truppen seinerzeit Greetsiel besetzten. Auf Bitten von Dodo II. verlegte der Kurfürst 1684 einen Teil dieser Truppen nach Bargebur, um den Bau der Kirche zu schützen, sodass diese schließlich im selben Jahr fertiggestellt werden konnte.
Sehenswürdigkeiten
- Evangelisch-reformierte Bargeburer Kirche
- Historisches Müllerhaus (Begegnungsstätte)
Einzelnachweise
- ↑ Norden.de: Einwohnerzahl nach Ortsteilen
- ↑ Norden.de: Ortsteile der Stadt Norden
- ↑ Beschreibung von Bargebur in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
- ↑ ebd.