Schöninghsches Haus

Aus Norder Stadtgeschichte
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Schöninghsches Haus

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Basisdaten
Entstehungszeit 1576
Erbauer Egbert Crayers
Bauweise Patrizierhaus
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Osterstraße 5

26506 Norden

Das Schöninghsche Haus ist eines der historisch bedeutsamsten Bauwerke in Norden und gilt gemeinhin als das schönste Gebäude der Stadt. Es befindet sich im innerstädtischen Teil der Osterstraße. Benannt ist es nach einem ehemaligen Besitzer, dem wohlhabenden Norder Kaufmann Wilhelm Peter Schöningh.

Geschichte

Das Gebäude wurde 1576 von Egbert Crayers, einem wohlhabenden Norder Kaufmann, im Stil der Renaissance errichtet. Wilhelm Peter Schöningh, von dem das Gebäude seinen Namen hat, erwarb das Haus im Jahr 1869. Fortan war es beinahe 100 Jahre im Besitz seiner Familie.[1] 1963 verfügte das Norder Bauamt den Abriss des Gebäudes, da das Mauerwerk starke Beschädigungen aufweis. Denkmalschutz spielte zu dieser Zeit leider noch keine Rolle (siehe auch: Altstadtsanierung).[2][3] Als Ursache für den Schaden am Mauerwerk wird das Absinken des Grundwasserspiegels sowie der verstärkte Kraftfahrzeugverkehr gesehen.[3]

Vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg wurde daraufhin erfolgreich Klage gegen den Abriss eingereicht. Das Verwaltungsgericht hob die Verfügung des Bauamtes auf. Das Gebäude gelangte nun in den Besitz von Fürst Wilhelm Edzard zu Innhausen und Knyphausen aus Lütetsburg, der das Gebäude wiederum an Veit Wucherpfennig verkaufte, der das Gebäude durch umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen vor dem Verfall bewahrte.[3]

Insbesondere auch vor dem Hintergrund der nahezu vollständigen Zerstörung der Stadt Emden gilt das Schöninghsche Haus als der bedeutendste Vertreter unter den an niederländischen Vorbildern orientierten Patrizierhäusern der Renaissance in Ostfriesland.[4] (siehe auch: Geschichte der Stadt Norden im 16. Jahrhundert).

Beschreibung

Das Schöninghsche Haus ist ein reich dekorierter Renaissancebau mit Stufengiebel. Der dreigeschossige Ziegelbau weist an seiner ganz in Fenstern aufgelösten Giebelwand die typisch niederländischen Specklagen auf.[5] Die Fassade setzt sich abwechselnd aus Backstein- und hell gestrichenen Schichten aus Kalkstein zusammen.[4] Die Fenster sind sogenannte Kreuzstockfenster mit sandsteinerner Muschelbekrönung. Oben an den Seiten des Giebels befinden sich ornamental wirkende, stark bewegte figürliche Darstellungen aus Sandstein, welche drei der zwölf Taten des Herkules symbolisieren.[3][5][6]

Ursprünglich wies das Gebäude im oberen Stock 14 Wappenfenster auf, von denen beim Erwerb des Gebäudes durch die Familie Schöningh nur noch eines vorhanden war, das ein Rosenwappen zeigte. Dieses Fenster wurde bei der großen Explosion im Vertriebenenlager Tidofeld im Sommer 1945 zerstört.[7] Möglicherweise wurde es dort verwahrt, um es vor Plünderungen in der Nachkriegszeit zu bewahren oder ist aus anderen, nicht näher nachvollziehbaren Gründen dorthin verbracht worden.

Während das Obergeschoss zu Wohnzwecken genutzt wird, befanden sich im Laufe der Jahrzehnte mehrere Restaurants, zuletzt das "Restaurant Vesuvio".

Galerie

Einzelnachweise

  1. Beschreibung des Schöninghschen Hauses auf Ostfriesland.de, abgerufen am 22. April 2021
  2. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 80
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 169
  4. 4,0 4,1 Kiesow, Gottfried (2010): Architekturführer Ostfriesland, Bonn, S. 275
  5. 5,0 5,1 Dehio, Georg (1992): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, München, S. 993
  6. Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 80
  7. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 97

Siehe auch