Neuer Weg: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach einem Brand im Jahre 1509 wurde der Lange Weg bzw. die Lange Lohne (longam plateam), der bis dahin ungefähr nur bis zur späteren [[Große Neustraße |Großneustraße]] ging, wiederhergestellt. Der Weg erhielt einen neuen Namen und nannte sich fortan Neuer Weg, der jetzt nach Süden hin verlängert bis an das [[Galgentief]] führte. Der Neue Weg war aber keine Sackgasse, da sich östlich die [[Brückstraße]] und westlich die [[Dammstraße]] öffneten. In den 1542 angelegten Kontraktenprotokollen wird als Straßenname ebenfalls "Neuer Weg" angegeben. Der Neue Weg war schon im 16. Jahrhundert die Geschäftsstraße von Norden. Auffallend ist, dass im 16. Jahrhundert bis ca. 1630 reiche Emder Familien versuchten, in Norden am Neuen Weg Fuß zu fassen. Hausbesitzer an der Ostseite hielten zur damaligen Zeit hinter ihren Häusern Gärten, deren Grenze die [[Große Hinterlohne]] bildete. Viele Bürger bewirtschafteten zusätzlich zwischen der Großen Hinterlohne und der [[Kleine Hinterlohne | Kleinen Hinterlohne]] einen oder mehrere Äcker. Die Bezeichnung des Neuen Weges reichte im 16. Jahrhundert auf der Ostseite laut Steuerlisten bis zur Brücke, die über das Galgentief führte. Das wäre aus heutiger Sicht gesehen bis zur Brückstraße Nr. 5. Die Bewohner der Westseite des Neuen Weges besaßen Gärten, deren Grenze die Helle bildete und teilweise zusätzlich einen Acker oder Garten, deren Grenze die [[Heringstraße]] ausmachte, die im 16. Jahrhundert nur vereinzelt bebaut war. Die Einwohnerschaft des Neuen Weges setzte sich hauptsächlich aus Handwerkern und wohlhabenden Kaufleuten zusammen, nur vereinzelt waren Tagelöhner zu finden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Neue Weg in "Hindenburgstraße" umgetauft und erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder seinen heutigen Namen.<ref>Schreiber, Gretje (1995): Norder Häuser (I), Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, vom 19./20. August 1995, S. 9 | Nach einem Brand im Jahre 1509 wurde der Lange Weg bzw. die Lange Lohne (longam plateam), der bis dahin ungefähr nur bis zur späteren [[Große Neustraße |Großneustraße]] ging, wiederhergestellt.<ref name=":0" /> Der südliche, unbebaute Teil wurde damals noch [[Rispel]] bzw. [[Hammerk]] genannt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 93</ref> Der Weg erhielt einen neuen Namen und nannte sich fortan Neuer Weg, der jetzt nach Süden hin verlängert bis an das [[Galgentief]] führte. Der Neue Weg war aber keine Sackgasse, da sich östlich die [[Brückstraße]] und westlich die [[Dammstraße]] öffneten. In den 1542 angelegten Kontraktenprotokollen wird als Straßenname ebenfalls "Neuer Weg" angegeben. Der Neue Weg war schon im 16. Jahrhundert die Geschäftsstraße von Norden. Auffallend ist, dass im 16. Jahrhundert bis ca. 1630 reiche Emder Familien versuchten, in Norden am Neuen Weg Fuß zu fassen. Hausbesitzer an der Ostseite hielten zur damaligen Zeit hinter ihren Häusern Gärten, deren Grenze die [[Große Hinterlohne]] bildete. Viele Bürger bewirtschafteten zusätzlich zwischen der Großen Hinterlohne und der [[Kleine Hinterlohne |Kleinen Hinterlohne]] einen oder mehrere Äcker. Die Bezeichnung des Neuen Weges reichte im 16. Jahrhundert auf der Ostseite laut Steuerlisten bis zur Brücke, die über das Galgentief führte. Das wäre aus heutiger Sicht gesehen bis zur Brückstraße Nr. 5. Die Bewohner der Westseite des Neuen Weges besaßen Gärten, deren Grenze die Helle bildete und teilweise zusätzlich einen Acker oder Garten, deren Grenze die [[Heringstraße]] ausmachte, die im 16. Jahrhundert nur vereinzelt bebaut war. Die Einwohnerschaft des Neuen Weges setzte sich hauptsächlich aus Handwerkern und wohlhabenden Kaufleuten zusammen, nur vereinzelt waren Tagelöhner zu finden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Neue Weg in "Hindenburgstraße" umgetauft und erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder seinen heutigen Namen.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 16</ref><ref>Schreiber, Gretje (1995): Norder Häuser (I), Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, vom 19./20. August 1995, S. 9</ref> | ||
In früheren Jahren wurde den heimkehrenden Kriegsteilnehmern am südlichen Neuen Weg ein feierlicher Empfang bereitet. So etwa nach den Befreiungskriegen gegen die französischen Besatzung im Jahre 1816.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57</ref> Spätestens zu dieser Zeit und noch spät in das 20. Jahrhundert hinein war es üblich, dass die jüngeren Bürger den südlichen (von der [[Osterstraße]] aus gesehen rechten) Bürgersteig nutzten, während jener auf der anderen Seite den älteren Herrschaften vorbehalten war. Umgangssprachlich nannte man diesen daher auch spöttisch "Ollwievenpadd" (Altweiberpfad).<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108</ref> | In früheren Jahren wurde den heimkehrenden Kriegsteilnehmern am südlichen Neuen Weg ein feierlicher Empfang bereitet. So etwa nach den Befreiungskriegen gegen die französischen Besatzung im Jahre 1816.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57</ref> Spätestens zu dieser Zeit und noch spät in das 20. Jahrhundert hinein war es üblich, dass die jüngeren Bürger den südlichen (von der [[Osterstraße]] aus gesehen rechten) Bürgersteig nutzten, während jener auf der anderen Seite den älteren Herrschaften vorbehalten war. Umgangssprachlich nannte man diesen daher auch spöttisch "Ollwievenpadd" (Altweiberpfad).<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108</ref> | ||