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===Mittelmarkt=== | ===Mittelmarkt=== | ||
Der Mittelmarkt ist das Zentrum der Wochenmärkte. Noch heute kommen jeden Montag und Samstag die unterschiedlichsten Marktbeschicker nach Norden, um ihre Waren den Marktbesuchern feilzubieten. Das Spektrum reicht von traditioneller Handwerkskunst über Blumenhändlern bis hin zu Bäckern, Fleischern und Fischverkäufern. | Der Mittelmarkt ist das Zentrum der Wochenmärkte. Noch heute kommen jeden Montag und Samstag die unterschiedlichsten Marktbeschicker nach Norden, um ihre Waren den Marktbesuchern feilzubieten. Das Spektrum reicht von traditioneller Handwerkskunst über Blumenhändlern bis hin zu Bäckern, Fleischern und Fischverkäufern. Schon zu Lebzeiten von [[Ubbo Emmius]] (1547 - 1625) gab es den montäglichen Wochenmarkt.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 90</ref> | ||
Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am [[Glockenturm]] die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die Marschbauern anzubieten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133</ref> In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: ''"Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger."'' <ref>[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref> | Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am [[Glockenturm]] die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die Marschbauern anzubieten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133</ref> In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: ''"Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger."'' <ref>[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref> | ||
===Blücherplatz=== | ===Blücherplatz=== | ||
Der Blücherplatz wurde zu Ehren des preußischen Generalfeldmarschalls Gebhard Leberecht von Blücher benannt, der maßgeblichen Anteil am Sieg über die Franzosen unter Napoleon hatte. Damit ist er quasi ein Befreier Ostfrieslands, das unter Napoleon zum Königreich Holland, einem französischen Vasallenstaat gehörte. Die Franzosen war hierzulande sehr unbeliebt und Blüchers Sieg mit Freude begrüßt. Heute ist der Blücherplatz mit Rasen bewachsen. Etwa in der Mitte steht ein großer, buschartiger Baum. Ursprünglich befand sich hier ein von der Firma [[Doornkaat]] gestifteter [[Marktpavillon|Pavillon]]. | Der Blücherplatz wurde zu Ehren des preußischen Generalfeldmarschalls Gebhard Leberecht von Blücher benannt, der maßgeblichen Anteil am Sieg über die Franzosen unter Napoleon hatte. Damit ist er quasi ein Befreier Ostfrieslands, das unter Napoleon zum Königreich Holland, einem französischen Vasallenstaat gehörte. Die Franzosen war hierzulande sehr unbeliebt und Blüchers Sieg mit Freude begrüßt. 1865 wurde der Platz parkähnlich zur Erinnerung an das 50-jährige Jubiläum der Schlacht von Waterloo angelegt.<ref name=":1" /> | ||
Heute ist der Blücherplatz mit Rasen bewachsen. Etwa in der Mitte steht ein großer, buschartiger Baum. Ursprünglich befand sich hier ein von der Firma [[Doornkaat]] gestifteter [[Marktpavillon|Pavillon]]. | |||
Im Südwesten des Blücherplatzes liegt der sogenannte "Schweinemarkt", da hier früher mit Schweinen gehandelt wurde. Heute wird der Bereich während des [[Beestmarkt|Beestmarktes]] für den Handel mit Kleinvieh genutzt. | Im Südwesten des Blücherplatzes liegt der sogenannte "Schweinemarkt", da hier früher mit Schweinen gehandelt wurde. Heute wird der Bereich während des [[Beestmarkt|Beestmarktes]] für den Handel mit Kleinvieh genutzt. | ||