Weihnachtsflut: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Fluten reichten gar bis in den Innenstadtbereich von Norden und sollen bis 8 Fuß hoch (etwa 2,50) gereicht haben. 418 Tote werden in den Sterberegistern der [[Ludgerigemeinde Norden|Ludgerigemeinde]] vermerkt. Allein in [[Westermarsch I]] und [[Westermarsch II]] sollen 183 Menschen, 190 Pferde, 41 Fohlen, 306 Kühe, 74 Kälber, 254 Schafe und 72 Schweine in den eisigen Fluten ertrunken sein. 53 Häuser wurden vom Meer weggespült, nur erhöhte, auf [[Warft|Warften]] liegende Höfe bleiben verschont.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> Ähnlich verheerend fiel die Situation im restlichen [[Amt Norden]] aus, wo weitere 282 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche Tiere verendet und 83 weggespült worden sein sollen. Erst 1723 wurden die Deiche wieder aufgebaut, nachdem Ostfriesland eine Summe von 1.200.000 Holländische Gulden aufnahm.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 72</ref> | Die Fluten reichten gar bis in den Innenstadtbereich von Norden und sollen bis 8 Fuß hoch (etwa 2,50) gereicht haben. 418 Tote werden in den Sterberegistern der [[Ludgerigemeinde Norden|Ludgerigemeinde]] vermerkt. Allein in [[Westermarsch I]] und [[Westermarsch II]] sollen 183 Menschen, 190 Pferde, 41 Fohlen, 306 Kühe, 74 Kälber, 254 Schafe und 72 Schweine in den eisigen Fluten ertrunken sein. 53 Häuser wurden vom Meer weggespült, nur erhöhte, auf [[Warft|Warften]] liegende Höfe bleiben verschont.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> Ähnlich verheerend fiel die Situation im restlichen [[Amt Norden]] aus, wo weitere 282 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche Tiere verendet und 83 weggespült worden sein sollen. Erst 1723 wurden die Deiche wieder aufgebaut, nachdem Ostfriesland eine Summe von 1.200.000 Holländische Gulden aufnahm.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 72</ref> | ||
Indirekt hatten die Fluten auch Einfluss auf die Wiederkehr der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Christen]] von Lütetsburg nach Norden. Das von den Katholiken nach ihrer Vertreibung aus Norden im Zuge der Reformation als Gotteshaus genutzte Privathaus eines Lütetsburger Bürgers wurde in den Fluten zerstört. Der faktische Leiter der Gemeinde, [[Michael Klümper]], konnte beim [[Magistrat]] sowie dem [[Stadtrat]] erreichen, dass den Katholiken die Glaubensausübung im Wohnhaus des Ratsherren Winkeback erlaubt wurde.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 13</ref> Auch führte die Weihnachtsflut durch die daraus resultierende Armut und Not der Bevölkerung zum sogenannten [[ | Indirekt hatten die Fluten auch Einfluss auf die Wiederkehr der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Christen]] von Lütetsburg nach Norden. Das von den Katholiken nach ihrer Vertreibung aus Norden im Zuge der Reformation als Gotteshaus genutzte Privathaus eines Lütetsburger Bürgers wurde in den Fluten zerstört. Der faktische Leiter der Gemeinde, [[Michael Klümper]], konnte beim [[Magistrat]] sowie dem [[Stadtrat]] erreichen, dass den Katholiken die Glaubensausübung im Wohnhaus des Ratsherren Winkeback erlaubt wurde.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 13</ref> Auch führte die Weihnachtsflut durch die daraus resultierende Armut und Not der Bevölkerung zum sogenannten [[Appell-Krieg]].<ref name=":0" /> | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||