Fridericussiel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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* siehe auch: [[Süderneuland I#Geschichte|Geschichte von Süderneuland I]]
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Ein Siel ist eine Schleuse; eine Vorrichtung, um Wasser zu stauen und geregelt durchzulassen.<ref>Schiller, Karl/Lübben, August (1875): Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 206</ref> Nachdem das südlich der Stadt Norden gelegene Land durch mehrere verheerende Sturmfluten im 14. Jahrhundert, insbesondere durch die [[Erste Dionysiusflut]] überflutet wurde und aufgegeben werden musste, begann man um 1556 schrittweise mit der Landrückgewinnung. Das neue Land nannte man fortan [[Süderneuland]]. Zur Landrückgewinnung waren umfangreiche Baumaßnahmen nötig, es mussten Deiche erbaut und Entwässerungsgräben gezogen werden. Mit der Fertigstellung des Fridericussiels im Jahr 1776 wurde dieser Prozess abgeschlossen. Das Siel entwässerte das Süderneuland fortan in das [[Norder Tief]].<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref> Das Fridericussiel war nach dem [[Großes Norder Siel|Großen Norder Siel]] das erste aus Stein errichtete.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 76</ref> Bis dahin wurden Siele aus Holz gefertigt.
Ein Siel ist eine Schleuse; eine Vorrichtung, um Wasser zu stauen und geregelt durchzulassen.<ref>Schiller, Karl/Lübben, August (1875): Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 206</ref> Nachdem das südlich der Stadt Norden gelegene Land durch mehrere verheerende Sturmfluten im 14. Jahrhundert, insbesondere durch die [[Erste Dionysiusflut]] überflutet wurde und aufgegeben werden musste, begann man um 1556 schrittweise mit der Landrückgewinnung. Das neue Land nannte man fortan [[Süderneuland]]. Zur Landrückgewinnung waren umfangreiche Baumaßnahmen nötig, es mussten Deiche erbaut und Entwässerungsgräben gezogen werden. Mit der Fertigstellung des Fridericussiels im Jahr 1776 wurde dieser Prozess abgeschlossen. Das Siel entwässerte das Süderneuland fortan in das [[Norder Tief]].<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref> Es wurde von Beginn an vollständig aus Stein errichtet.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 76</ref>


Die Inschrift auf dem Siel, die in Latein erfolgte, lautet in deutscher Übersetzung: ''"Unter der Regierung Friedrich des Großen, als H. Damm Praetor war und U. W. Ukens, H. J. Ippen und H. H. Peters Curatoren waren und Adv. Loth und Ubben Itzen und H. O. Agena Administratoren, wurde dieser Siel erbaut. Möge er den Wünschen entsprechen."'' Auch findet sich das Siel und die Buchstaben "F" und "R" für ''Friedricus Rex'' bis heute im Wappen von [[Süderneuland I]].<ref>Schreiber, Gretje (2014): Nordens Schifffahrt und Handel, Manuskript</ref>
Die Inschrift auf dem Siel, die in Latein erfolgte, lautet in deutscher Übersetzung: ''"Unter der Regierung Friedrich des Großen, als H. Damm Praetor war und U. W. Ukens, H. J. Ippen und H. H. Peters Curatoren waren und Adv. Loth und Ubben Itzen und H. O. Agena Administratoren, wurde dieser Siel erbaut. Möge er den Wünschen entsprechen."'' Auch findet sich das Siel und die Buchstaben "F" und "R" für ''Friedricus Rex'' bis heute im Wappen von [[Süderneuland I]].<ref>Schreiber, Gretje (2014): Nordens Schifffahrt und Handel, Manuskript</ref>

Version vom 30. Mai 2021, 19:39 Uhr

Fridericussiel

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Basisdaten
Entstehungszeit 1775
Erbauer Stadt Norden / Sielacht
Bauweise Siel
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Raiffeisenstraße

26506 Norden

Das Fridericussiel (auch: Addinggaster Siel) ist ein 1775 erbautes Siel, mit dessen Fertigstellung die Landrückgewinnung von Süderneuland abgeschlossen wurde. Es wurde nach König Friedrich (dem Großen; lateinisch: Fridericus Rex) benannt, in dessen Regierungszeit der Bau des Siels fiel. Ostfriesland war zu dieser Zeit eine preußische Provinz.

Geschichte

Ein Siel ist eine Schleuse; eine Vorrichtung, um Wasser zu stauen und geregelt durchzulassen.[1] Nachdem das südlich der Stadt Norden gelegene Land durch mehrere verheerende Sturmfluten im 14. Jahrhundert, insbesondere durch die Erste Dionysiusflut überflutet wurde und aufgegeben werden musste, begann man um 1556 schrittweise mit der Landrückgewinnung. Das neue Land nannte man fortan Süderneuland. Zur Landrückgewinnung waren umfangreiche Baumaßnahmen nötig, es mussten Deiche erbaut und Entwässerungsgräben gezogen werden. Mit der Fertigstellung des Fridericussiels im Jahr 1776 wurde dieser Prozess abgeschlossen. Das Siel entwässerte das Süderneuland fortan in das Norder Tief.[2] Es wurde von Beginn an vollständig aus Stein errichtet.[3]

Die Inschrift auf dem Siel, die in Latein erfolgte, lautet in deutscher Übersetzung: "Unter der Regierung Friedrich des Großen, als H. Damm Praetor war und U. W. Ukens, H. J. Ippen und H. H. Peters Curatoren waren und Adv. Loth und Ubben Itzen und H. O. Agena Administratoren, wurde dieser Siel erbaut. Möge er den Wünschen entsprechen." Auch findet sich das Siel und die Buchstaben "F" und "R" für Friedricus Rex bis heute im Wappen von Süderneuland I.[4]

Bereits ab 1818 verlor das Fridericussiel weitestgehend seine Bedeutung für die Entwässerung des Süderneulandes, nachdem die Norder Fehngesellschaft den Fehnkanal erbaute und das Addinggaster Tief auch in diesen Kanal und dadurch in das Norder Tief entwässern konnte. Die Fehngesellschaft musste dafür der Addinggaster Sielacht eine neue Ausmündung ihres Tiefs schaffen.[5] Seit 1929 wird ein Großteil des städtischen Wassers über das Leybuchtsiel sowie ab 1991 durch das Leysiel entwässert.

Aufgrund starker Baufälligkeit wurde die Überwegung über das Siel ab 2015 für breite Kraftfahrzeuge durch Baumaßnahmen verengt, ohne seine Substanz anzugehen. Eine Sanierung ist dringend erforderlich, scheitert jedoch bis heute an den nicht unerheblichen Kosten. Hinzu kommen bauliche Schwierigkeiten aufgrund des Denkmalschutzes.

Funktionsweise

Wie praktisch alle alten Siele regulierte sich das Siel allein durch den Druck des Wassers. Die zum Entwässerungsgraben, in diesem Fall das Norder Tief, gewandten Holztore öffneten sich bei Niedrigwasser bzw. Ebbe, wodurch das Wasser abgelassen werden konnte. Umgekehrt schlossen sich die Tore, wenn das Wasser anstieg. Heute werden Siele mechanisch geöffnet und geschlossen.[6]

Einzelnachweise

  1. Schiller, Karl/Lübben, August (1875): Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 206
  2. Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft
  3. Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 76
  4. Schreiber, Gretje (2014): Nordens Schifffahrt und Handel, Manuskript
  5. Janssen, Theodor (1967): Gewässerkunde Ostfrieslands, Aurich, S. 133
  6. Internetseite des Norder Entwässerungsverbandes, abgerufen am 18. Februar 2021

Siehe auch