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Balthasars Zerstörungswut ging soweit, dass er, als er eigentlich die Stadt schon wieder verlassen hatte und sah, dass der große Westturm entgegen seiner Absicht noch nicht in Brand geraten war, in Rage geriet. So befahl er einigen seinern Männern, zurückzukehren und den Dachstuhl des Turmes in Brand zu setzen. Seine Männer wurden bei ihrer Rückkehr von einigen Norder Frauen wüst beschimpft. Die Soldaten fanden schließlich in den Flammen ihren Tod, als sie die Stufen, über die sie den Turm zu dessen Brandschatzung bestiegen hatten, aufgrund des dichten Rauches nicht mehr wiederfinden konnten.<ref name=":3" />
Balthasars Zerstörungswut ging soweit, dass er, als er eigentlich die Stadt schon wieder verlassen hatte und sah, dass der große Westturm entgegen seiner Absicht noch nicht in Brand geraten war, in Rage geriet. So befahl er einigen seinern Männern, zurückzukehren und den Dachstuhl des Turmes in Brand zu setzen. Seine Männer wurden bei ihrer Rückkehr von einigen Norder Frauen wüst beschimpft. Die Soldaten fanden schließlich in den Flammen ihren Tod, als sie die Stufen, über die sie den Turm zu dessen Brandschatzung bestiegen hatten, aufgrund des dichten Rauches nicht mehr wiederfinden konnten.<ref name=":3" />


Versuche, die Andreaskirche wieder aufzubauen, schlugen fehl. So etwa im Jahre 1545. Nicht einmal der große Turm, an dem seit 1567 eine Uhr angebracht war ("Uhrwarkstoorn"), konnte gerettet werden, ein im Jahre 1617 begonnenes Unterfangen scheiterte.<ref name=":3" /><ref name=":4" /> Das Gebäude blieb eine Ruine, die allmählich einstürzte und letztlich den Norder Bürgern nur noch als Steinbruch diente. Steine waren zu jener Zeit in Angesichts fehlender natürlicher Vorkommen ein knappes Gut. 1723 verschwanden die letzten Überbleibsel des Turm, der Rest der Kirche wurde bis 1756 abgetragen.<ref name=":4" /><ref name=":1">Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden-Norddeich. Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 64</ref>  
Versuche, die Andreaskirche wieder aufzubauen, schlugen fehl. So etwa im Jahre 1545. Nicht einmal der große Turm, an dem seit 1567 eine Uhr angebracht war ("Uhrwarkstoorn"), konnte gerettet werden, ein im Jahre 1617<ref name=":3" /> (oder 1627<ref name=":4" />) begonnenes Unterfangen scheiterte. Das Gebäude blieb eine Ruine, die allmählich einstürzte und letztlich den Norder Bürgern nur noch als Steinbruch diente. Steine waren zu jener Zeit in Angesichts fehlender natürlicher Vorkommen ein knappes Gut. 1631 wurde ein Großteil der Steine für den Aufbau der [[Ulrichsgymnasium|Lateinschule]] verwendet.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 66</ref> 1723 verschwanden die letzten Überbleibsel des Turm, der Rest der Kirche wurde bis 1756 abgetragen.<ref name=":4" /><ref name=":1">Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden-Norddeich. Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 64</ref>  


Besonders wertvolle Bildwerke scheinen in die Ludgerikirche verbracht worden zu sein, die in der Folgezeit die Funktion als Hauptkirche des Ortes übernahm. Heute finden sich von der Andreaskirche keine aufgehenden Gebäudeteile mehr. Das Areal, auf dem sie stand, nimmt der [[Alter Friedhof|Alte Friedhof]] der Stadt ein. 1996 wurde der genaue Standort der Andreaskirche durch Bohruntersuchungen wiederentdeckt.<ref name=":1" />  
Besonders wertvolle Bildwerke scheinen in die Ludgerikirche verbracht worden zu sein, die in der Folgezeit die Funktion als Hauptkirche des Ortes übernahm. Heute finden sich von der Andreaskirche keine aufgehenden Gebäudeteile mehr. Das Areal, auf dem sie stand, nimmt der [[Alter Friedhof|Alte Friedhof]] der Stadt ein. 1996 wurde der genaue Standort der Andreaskirche durch Bohruntersuchungen wiederentdeckt.<ref name=":1" />