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Nach mehreren verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhunderten, insbesondere der [[Erste Dionysiusflut|Dionysiusfluten]] in den Jahren 1374 bis 1375 kam es rund um das heutige Stadtgebiet zu massiven Landverlusten. Zahlreiche Menschen starben in den Fluten oder verloren ihre Habe an die Wassermassen, welche bis weit in das heutige Stadtgebiet drangen. Das heutige [[Süderneuland I]] wurde vollends überschwemmt und konnte erst ab der Mitte des 16. Jahrhunderts nach und wieder eingedeicht werden.
Nach mehreren verheerenden Sturmfluten im 14. Jahrhunderten, insbesondere der [[Erste Dionysiusflut|Dionysiusfluten]] in den Jahren 1374 bis 1375 kam es rund um das heutige Stadtgebiet zu massiven Landverlusten. Zahlreiche Menschen starben in den Fluten oder verloren ihre Habe an die Wassermassen, welche bis weit in das heutige Stadtgebiet drangen. Das heutige [[Süderneuland I]] wurde vollends überschwemmt und konnte erst ab der Mitte des 16. Jahrhunderts nach und wieder eingedeicht werden.


Die Fluten führten jedoch auch dazu, dass Norden, welches auf einer erhöhten [[Norder Geestinsel|Geestinsel]] liegt und daher weitestgehend verschont blieb, nun über einen direkten Zugang zum Meer verfügte. Brachten die Fluten noch so viel Unheil mit sich, wussten die Norder die neuen Umstände zu ihrem Vorteil zu Nutzen und errichteten um 1570 einen Seehafen an der südlichen Stadtgrenze. Schon bald verlieh der Landesherr der Stadt eine eigene Handelsflagge, unter die die Schiffe andere Häfen ansteuerten. Vor allem Seehäfen in der Nord- und Ostsee wurden angefahren. Zwar stand die Norder Handesflotte der Emdens stets nach, doch bescherte sie der Stadt lange Zeit eine wirtschaftliche Blüte. Möglich ist, dass Norden schon vor dem Bau des Norder Hafens einen regen Schiffshandel führte. In einer Urkunde vom 7. September 1310, unterzeichnet u.a. von [[Hunno dictus Onnenga]], wird die Sicherheit des Schiffsverkehrs zwischen dem [[Norderland]] und der Stadt Bremen vertraglich geregelt.<ref>[http://www.cartago.nl/nl/oorkonde/oub0044.xml Digitalisierter Vertrag zwischen dem Norderland und Bremen], abgerufen am 30. März 2021</ref> Dieser Vertrag könnte sich jedoch auch darauf beziehen, die Piraterie zum Nachteil der Hanseatischen Schiffe zu unterbinden.
Die Fluten führten jedoch auch dazu, dass Norden, welches auf einer erhöhten [[Norder Geestinsel|Geestinsel]] liegt und daher weitestgehend verschont blieb, nun über einen direkten Zugang zum Meer verfügte. Brachten die Fluten noch so viel Unheil mit sich, wussten die Norder die neuen Umstände zu ihrem Vorteil zu Nutzen und errichteten um 1570 einen Seehafen an der südlichen Stadtgrenze. Schon bald verlieh der Landesherr der Stadt eine eigene Handelsflagge, unter die die Schiffe andere Häfen ansteuerten. Vor allem Seehäfen in der Nord- und Ostsee wurden angefahren. Zwar stand die Norder Handesflotte der Emdens stets nach, doch bescherte sie der Stadt lange Zeit eine wirtschaftliche Blüte. Möglich ist, dass Norden schon vor dem Bau des Norder Hafens einen regen Schiffshandel führte. In einer Urkunde vom 7. September 1310, unterzeichnet u.a. von [[Hunno dictus Onnenga]], wird die Sicherheit des Schiffsverkehrs zwischen dem [[Norderland]] und der Stadt Bremen vertraglich geregelt.<ref>[http://www.cartago.nl/nl/oorkonde/oub0044.xml Digitalisierter Vertrag zwischen dem Norderland und Bremen], abgerufen am 30. März 2021</ref> Dieser Vertrag könnte sich jedoch auch darauf beziehen, die Piraterie zum Nachteil der Hanseatischen Schiffe zu unterbinden. Aber auch die Norder Schiffe wurden Opfer der Piraterie durch direkte oder indirekte Beteiligung anderer [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlinge]]. So wird im Jahre 1494 der Häuptling Edo Wiemken (Östringen, Rüstringen) von [[Edzard Cirksena]] vor einem Bremer Gericht verklagt, da dieser elf Norder Schiffe beschädigt hatte.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 33</ref>


Der Norder Hafen wurde auf beiden Seiten mit Deichen geschützt. Auf dem Deich entlang des heutigen Straßenzuges [[Am Norder Tief]] wurden Bahnschienen zum Transport von Waren erbaut. Vermutlich führten diese Schienen bis zur westlich gelegenen [[Ziegelei (Vierzig Diemat)|Ziegelei]]. Auch wurde an diesem Deich die überregional bekannte [[Schiffswerft Herlyn]] gegründet. Im alten Werftgebäude befindet sich heute der [[Norder Ruderclub]]. An die alten Deichlinien erinnert heute noch der Name "[[Deichmühle]]". Auch die [[Raiffeisenstraße]] hieß noch bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts "Deichweg". Nach Norden hin reichte der Deich bis an das südliche Ende der [[Sielstraße]], wo sich heute der Wendehammer und die alte Gaststätte [[Kehre wieder]] befindet.
Der Norder Hafen wurde auf beiden Seiten mit Deichen geschützt. Auf dem Deich entlang des heutigen Straßenzuges [[Am Norder Tief]] wurden Bahnschienen zum Transport von Waren erbaut. Vermutlich führten diese Schienen bis zur westlich gelegenen [[Ziegelei (Vierzig Diemat)|Ziegelei]]. Auch wurde an diesem Deich die überregional bekannte [[Schiffswerft Herlyn]] gegründet. Im alten Werftgebäude befindet sich heute der [[Norder Ruderclub]]. An die alten Deichlinien erinnert heute noch der Name "[[Deichmühle]]". Auch die [[Raiffeisenstraße]] hieß noch bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts "Deichweg". Nach Norden hin reichte der Deich bis an das südliche Ende der [[Sielstraße]], wo sich heute der Wendehammer und die alte Gaststätte [[Kehre wieder]] befindet.