Weihnachtsflut: Unterschied zwischen den Versionen
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Der [[Westermarscher Seedeich]] wurde schwer beschädigt und an sechs Stellen völlig durchbrochen. An vier Durchbrüchen bildeten sich tiefe [[Kolk|Kolke]]. Vier dieser Deichbrüche befanden sich im Gebiet um [[Itzendorf]], viele Einwohner fanden dabei den Tod und die Bausubstanz wurde schwer beschädigt. Zunächst versuchten die überlebenden Bewohner, ihr Dorf wieder zu sichern. Drei Jahre später richtet die [[Neujahrsflut]] vom 31. Dezember 1720 auf den 1. Januar 1721 verheerende Schäden an. Itzendorf wurde dabei völlig zerstört. Nach erfolglosen Instandsetzungsversuchen wurde die alte Deichlinie 1721 endgültig aufgegeben, der südlich des Ortes gelegene Notdeich zum Seedeich ausgebaut und Itzendorf damit ausgedeicht.<ref>Ohlig, Christoph (2005): Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, S. 36</ref> | Der [[Westermarscher Seedeich]] wurde schwer beschädigt und an sechs Stellen völlig durchbrochen. An vier Durchbrüchen bildeten sich tiefe [[Kolk|Kolke]]. Vier dieser Deichbrüche befanden sich im Gebiet um [[Itzendorf]], viele Einwohner fanden dabei den Tod und die Bausubstanz wurde schwer beschädigt. Zunächst versuchten die überlebenden Bewohner, ihr Dorf wieder zu sichern. Drei Jahre später richtet die [[Neujahrsflut]] vom 31. Dezember 1720 auf den 1. Januar 1721 verheerende Schäden an. Itzendorf wurde dabei völlig zerstört. Nach erfolglosen Instandsetzungsversuchen wurde die alte Deichlinie 1721 endgültig aufgegeben, der südlich des Ortes gelegene Notdeich zum Seedeich ausgebaut und Itzendorf damit ausgedeicht.<ref>Ohlig, Christoph (2005): Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, S. 36</ref> | ||
Die Fluten reichten gar bis in den Innenstadtbereich von Norden und sollen bis 8 Fuß hoch (etwa 2,50) gereicht haben.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> Indirekt hatten die Fluten auch Einfluss auf die Wiederkehr der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Christen]] von Lütetsburg nach Norden. Das von den Katholiken nach ihrer Vertreibung aus Norden im Zuge der Reformation als Gotteshaus genutzte Privathaus eines Lütetsburger Bürgers wurde in den Fluten zerstört. Der faktische Leiter der Gemeinde, [[Michael Klümper]], konnte beim [[Magistrat]] sowie dem [[Stadtrat]] erreichen, dass den Katholiken die Glaubensausübung im Wohnhaus des Ratsherren Winkeback erlaubt wurde.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 13</ref> | Die Fluten reichten gar bis in den Innenstadtbereich von Norden und sollen bis 8 Fuß hoch (etwa 2,50) gereicht haben. 418 Tote werden in den Sterberegistern der [[Ludgerigemeinde Norden|Ludgerigemeinde]] vermerkt. Allein in [[Westermarsch I]] und [[Westermarsch II]] sollen 183 Menschen, 190 Pferde, 41 Fohlen, 306 Kühe, 74 Kälber, 254 Schafe und 72 Schweine in den eisigen Fluten ertrunken sein. 53 Häuser wurden vom Meer weggespült, nur erhöhte, auf [[Warft|Warften]] liegende Höfe bleiben verschont.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> | ||
Indirekt hatten die Fluten auch Einfluss auf die Wiederkehr der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Christen]] von Lütetsburg nach Norden. Das von den Katholiken nach ihrer Vertreibung aus Norden im Zuge der Reformation als Gotteshaus genutzte Privathaus eines Lütetsburger Bürgers wurde in den Fluten zerstört. Der faktische Leiter der Gemeinde, [[Michael Klümper]], konnte beim [[Magistrat]] sowie dem [[Stadtrat]] erreichen, dass den Katholiken die Glaubensausübung im Wohnhaus des Ratsherren Winkeback erlaubt wurde.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 13</ref> | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||