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Nach dem Tode von Enno II. regiert über mehrere Zeit seine Ehefrau [[Anna von Oldenburg]] vormündig für die Söhne über die Stadt. Dieser Umstand erweist sich als förderlich, denn zweifellos kann die kluge und weitsichtige Gräfin Anna als eine der bedeutendsten Frauen in der Geschichte der Stadt Norden angesehen werden. Unter ihrer Regentschaft blüht Norden auf. Sie fördert das Schulwesen, die Armenfürsorge und beginnt die Rückgewinnung des im 14. Jahrhunderts verlorenen [[Süderneuland|Süderneulandes]]. Auch in der [[Westermarsch]] fördert sie die Eindeichung neuer bzw. verlorener Ländereien. Sie erbaut den [[Alter Süderdeich|(alten) Süderdeich]], durch den 578 Hektar fruchtbaren Landes urbargemacht werden können. Dieses Gebiet wird heute als [[Westermarscher Altes Neuland|Altes Westermarscher Neuland]] bezeichnet. An den Deich erinnert noch heute der [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]], der auf der damaligen Deichlinie verläuft.
Nach dem Tode von Enno II. regiert über mehrere Zeit seine Ehefrau [[Anna von Oldenburg]] vormündig für die Söhne über die Stadt. Dieser Umstand erweist sich als förderlich, denn zweifellos kann die kluge und weitsichtige Gräfin Anna als eine der bedeutendsten Frauen in der Geschichte der Stadt Norden angesehen werden. Unter ihrer Regentschaft blüht Norden auf. Sie fördert das Schulwesen, die Armenfürsorge und beginnt die Rückgewinnung des im 14. Jahrhunderts verlorenen [[Süderneuland|Süderneulandes]]. Auch in der [[Westermarsch]] fördert sie die Eindeichung neuer bzw. verlorener Ländereien. Sie erbaut den [[Alter Süderdeich|(alten) Süderdeich]], durch den 578 Hektar fruchtbaren Landes urbargemacht werden können. Dieses Gebiet wird heute als [[Westermarscher Altes Neuland|Altes Westermarscher Neuland]] bezeichnet. An den Deich erinnert noch heute der [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]], der auf der damaligen Deichlinie verläuft.
Während des Achtzigjährigen Krieges (1568 bis 1648) verlassen unzählige Niederländer als Glaubensflüchtlinge ihre Heimat, da sie der Verfolgung der katholischen Habsburger-Dynastie ausgesetzt sind. Wie keine andere Region profitiert Ostfriesland, vor allem Emden, von den niederländischen Flüchtlingen. Neben zahlreichen Gelehrten kommen eine Vielzahl von Kaufleuten ins Land, die über weitverzweigte Handelsverbindungen verfügen. Eine Vielzahl der ersten Schuldirektoren, so auch am [[Ulrichsgymnasium]], waren niederländischer Herkunft. Auch dominieren niederländische Theologen lange Zeit die Gottesdienste in der [[Ludgerikirche]]. Die Geschichten Ostfrieslands und der Niederlande sind seit jeher untrennbar miteinander verbunden.


Im 16. Jahrhundert lassen sich erstmals Juden in der Stadt nieder. Bis zu ihrem Niedergang im Jahre 1940 lag der Schwerpunkt der [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]] im Umfeld des [[Synagogenweg|Synagogenwegs.]] Der [[Jüdischer Friedhof|jüdische Friedhof]] ist der älteste in Ostfriesland.
Im 16. Jahrhundert lassen sich erstmals Juden in der Stadt nieder. Bis zu ihrem Niedergang im Jahre 1940 lag der Schwerpunkt der [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]] im Umfeld des [[Synagogenweg|Synagogenwegs.]] Der [[Jüdischer Friedhof|jüdische Friedhof]] ist der älteste in Ostfriesland.