Stadt Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Öffentliche Einrichtungen === | === Öffentliche Einrichtungen === | ||
Der größte Arbeitgeber in Norden ist der öffentliche Sektor. Im Einzelnen betrachtet ist die [[Kreiskrankenhaus Norden|Ubbo-Emmius-Klinik Norden]] mit über 650 Beschäftigten der größte Arbeitgeber.<ref>[https://www.wer-zu-wem.de/firmenprofil/klinik-norden-123004--91a2879600.pdf Firmenprofil der Ubbo-Emmius-Klinik Norden], abgerufen am 22. April 2021</ref> Die Stadtverwaltung und die stadteigenen [[Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden]] weisen ebenfalls jeweils dreistellige Mitarbeiterzahlen auf. | Der größte Arbeitgeber in Norden ist der öffentliche Sektor. Im Einzelnen betrachtet ist die [[Kreiskrankenhaus Norden|Ubbo-Emmius-Klinik Norden]] mit über 650 Beschäftigten der größte Arbeitgeber.<ref>[https://www.wer-zu-wem.de/firmenprofil/klinik-norden-123004--91a2879600.pdf Firmenprofil der Ubbo-Emmius-Klinik Norden], abgerufen am 22. April 2021</ref> Die Stadtverwaltung und die stadteigenen [[Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden]] weisen ebenfalls jeweils dreistellige Mitarbeiterzahlen auf. Weitere bedeutende Arbeitgeber sind die zahlreichen Schulen, Ämter und Behörden. | ||
In Norden befindet sich unter anderem der Hauptsitz sowie eine Betriebsstelle des [[Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz|Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz]] (NLWKN). Die niedersächsische Hafenbehörde [[Niedersachsen Ports]] (NPorts) unterhält ebenfalls eine größere Außenstelle an der [[Bahnhofstraße]]. Außerdem ist in der Stadt eine Betriebsstelle des NLWKN vorhanden. Sitz und Betriebsstelle beschäftigen in der Stadt zusammen 210 Mitarbeiter. | |||
Die [[Deichacht Norden]] ist für den Großteil des Seedeiches in der Stadt verantwortlich. Ein kleinerer Teil, der [[Störtebekerdeich]] bei [[Leybuchtpolder]], wird von der benachbarten Deichacht Krummhörn betreut. Im Osten erstreckt sich das Verbandsgebiet bis in die Gemeinde Dornum. Die Deichacht ist für die Unterhaltung von rund 30 Kilometern Seedeich zuständig und wird in Personalunion mit dem [[Entwässerungsverband Norden]], der für die Entwässerung der tief liegenden Gebiete hinter dem Deich verantwortlich ist, geführt. | |||
In Norden befindet sich ein [[Polizei Norden|Polizeikommissariat]], das seinen Hauptsitz im historischen [[Engenahof]] befindet und der Polizeiinspektion in Aurich angegliedert ist. Eine weitere Außenstelle befindet sich im - ebenfalls historisch bedeutsamen - [[Weinhaus]] auf der anderen Seite des [[Marktplatz|Marktplatzes]]. Die Norder Polizei ist mit seinen zahlreichen Polizeistationen für das Gebiet des [[Landkreis Norden|Altkreises Norden]] verantwortlich. Das [[Amtsgericht|Norder Amtsgericht]] ist für die Stadt, die Inseln Juist, Norderney und Baltrum sowie die (Samt-)Gemeinden Hage, Brookmerland, Großheide und Dornum zuständig, nicht aber für die Krummhörn und Hinte. Der gleiche Zuständigkeitsbereich gilt für das Norder [[Finanzamt]]. In der Stadt befindet sich zudem eine Geschäftsstelle der Arbeitsagentur (Bezirk Emden), die die Stadt Norden, die Inselgemeinde Baltrum und die (Samt-)Gemeinden Hage, Brookmerland, Großheide und Dornum betreut. Norden ist weiterhin Sitz des lutherischen Kirchenkreisamtes des [[Kirchenkreis Norden]]. | |||
Die Auricher Kreisverwaltung betreibt in Norden eine Außenstelle, die häufig nachgefragte Dienstleistungen des Landkreises anbietet, beispielweise eine Außenstelle des Sozialamtes am [[Fräuleinshof]] und eine Außenstelle der Straßenverkehrsbehörde in der [[Stellmacherstraße]]. | |||
Der Brandschutz und die Hilfeleistung bei Unglücksfällen wird von der 1886 gegründeten [[Feuerwehr Norden|Freiwilligen Feuerwehr Norden]] in ausschließlich ehrenamtlicher Tätigkeit sichergestellt. Die Wehr hat jährlich weit über 300 Einsätze abzuarbeiten. Daneben gibt es mehrere, weitere Hilfsorganisationen. Die nach der Feuerwehr größten sind das [[THW Norden|Technische Hilfswerk]] und das [[DRK Norden|Deutsche Rote Kreuz]]. Seit dem 31. Mai 2009 befinden sich Feuerwehr und THW im neuen Hilfeleistungszentrum (HLZ) an der [[Osterstraße]] 93 in unmittelbarer Nähe zur [[Umgehungsstraße]]. Auch diese arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. | |||
=== Landwirtschaft === | |||
Die Landwirtschaft spielt nicht nur in Bezug auf den Flächenanteil, sondern auch als Arbeitsmarktfaktor nach wie vor eine Rolle. War sie noch bis nach der Industrialisierung der bedeutendste Wirtschaftszweig, spielt sie heute für den Arbeitsmarkt eine eher geringe Rolle, wenngleich noch eine bedeutende Zahl in der Landwirtschaft beschäftigt. Neben den Höfen sind viele Dienstleister für die Landwirtschaft in Norden ansässig. Im [[Norddeicher Hafen]] liegen eine Vielzahl an Kuttern vor Anker. Die meisten Höfen, von denen ein Großteil von enormer historischer Bedeutung ist, befinden sich seit Generationen in Familienbesitz und werden neben ihrer klassischen Widmung auch für den Tourismus genutzt (Ferien auf dem Bauernhof). Eine geringe Zahl von Höfen wird ausschließlich zu Wohnzwecken genutzt. Eine Sonderrolle nimmt zudem [[Tomtes Hof]] ein. | |||
Aufgrund der Küstenlage mit stetigen und kräftigen Winden eignen sich insbesondere die dünn besiedelten Außenbereiche der Stadt für die Nutzung von Windenergie. Das Panorama außerhalb der Kernstadt ist maßgeblich von Windenergieanlagen geprägt. Die absolute Mehrheit wurde von der in Aurich ansässigen Firma "Enercon" errichtet. | |||
=== Tourismus === | |||
Von existenzieller Bedeutung für die Stadt ist der Fremdenverkehr. Ein Badeleben ist für [[Norddeich]], damals noch als Ortsteil der [[Lintelermarsch|Gemeinde Lintelermarsch]], seit 1882 nachweisbar.<ref>Haddinga, Johann (2007): Sommer an der See. Badeleben in Norden-Norddeich, Norden</ref> Bis zum Ersten Weltkrieg betätigten sich die [[Norder Badegesellschaft]], der [[Norddeicher Seebad-Verein]] und der [[Norder Kurverein]] nebeneinander um die Tourismusförderung. Der Krieg sowie die wirtschaftlichen Probleme der Nachkriegsjahre führten zu einem starken Rückgang des Fremdenverkehrs. Der am 26. Mai 1925 neu ins Leben gerufene [[Kurverein Norden-Norddeich]] konnte diese Entwicklung allerdings abbremsen. Bereits ein Jahr später ist jedes Fremdenzimmer belegt.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden </ref> Großer Profiteur des erstarkenden Tourismus ist auch die [[Reederei Frisia]]. | |||
Der Tourismus spielt bis heute eine große Rolle für das Wirtschaftsleben Nordens, sowohl in der Hotellerie und Gastronomie, bei Dienstleistungen wie dem Fähr- und Flugbetrieb nach Juist und Norderney als auch indirekt wie etwa im Einzelhandel. Verzeichnete Norden-Norddeich 1995 erst knapp 113.000, so waren es 20 Jahre später schon 2,6 Millionen Tagesgäste. 2019 verzeichnete allein Norddeich jährlich etwa 1,7 Millionen Übernachtungen.<ref>[https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8848.1&object=tx%7C3170.8848.1 Fakten über Norddeich auf Norden,de], abgerufen am 22. April 2021</ref> In Norddeich, das seit 2010 die offizielle Bezeichnung "Staatlich anerkanntes Nordseeheilbad" führt, liegt auch der Schwerpunkt des Norder Tourismus. Beherbergungsmöglichkeiten finden sich auch in größerer Zahl in der Kernstadt, zudem auch auf Bauernhöfen in allen weiteren Ortsteilen. Eng verwachsen mit Norddeich ist [[Westermarsch II]], dessen nordwestliche Teile oftmals Norddeich zugerechnet werden. Die Grenze zwischen beiden Stadtteilen verläuft entlang des [[Dörper Weg|Dörper Wegs]]. Strenggenommen liegt nicht einmal die "Norddeicher Kultidiskothek" [[Metas Musikschuppen]] in Norddeich, sondern in Westermarsch II. | |||
=== Industriebetriebe === | === Industriebetriebe === | ||
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=== Dienstleistungen === | === Dienstleistungen === | ||
Von zunehmder Wichtigkeit sind die sozialen Berufe. Es gibt eine Vielzahl an Betreuungseinrichtunge, die sich überwiegend in privater, teilweise in öffentlicher Hand befinden. Die größte Betreuungseinrichtung ist das [[Johann-Christian-Reil-Haus]]. | |||
=== | === Verkehr === | ||
Das Straßennetz ist dicht verzweigt, naturgemäß dominieren [[Gemeindestraße|Gemeindestraßen]], deren Träger die Stadt selbst ist. Bedeutendste Anbindung an den überregionalen Straßenverkehr ist die [[Bundesstraße]] 72. Sie beginnt in Schneiderkrug im Landkreis Cloppenburg und endet am Fähranleger in [[Norddeich]]. Durch sie wird die Stadt Norden mit dem nächsten Verkehrsknotenpunkt in Georgsheil verbunden, wo sie auf die B 210 trifft. Diese wiederum führt nach Emden, von wo aus der Anschluss an die A 31 besteht. Die Entfernung zwischen Norden und der Anschlussstelle Emden-Mitte der A 31 beträgt etwa 25 Kilometer. Die Bundesstraße verlief über Jahrzehnte durch die Norder Innenstadt (Norddeicher Straße, Burggraben, Bahnhofstraße), was besonders in den Sommermonaten durch den Reiseverkehr von und nach Norddeich Mole für erhebliche Verkehrsbelastung sorgte. Seit Juli 2009 verläuft die B 72 vom südlichen Stadtrand Nordens bis zum Fähranleger in Norddeich über eine neue östlich der Stadt angelegte anbaufreie Umgehungsroute. So konnten im Innenstadtbereich verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie der Bau von Kreisverkehren oder die "Abschaffung" des Burggrabens als Einbahnstraße, umgesetzt werden. Eine früher geplante Verlängerung der A 31 aus dem Raum Emden/Riepe bis Norddeich wurde dagegen nicht gebaut. | |||
Von vier Landesstraßen führen von Norden aus jeweils zwei in südliche und östliche Richtung. Die L 4 beginnt an der B 72 im Ortsteil Süderneuland und führt über Eilsum nach Pewsum in der südlichen Nachbargemeinde Krummhörn. Die L 27 beginnt am südlichen Ortseingang Norddeichs und führt am Norder Markt vorbei über Westermarsch und Neuwesteel südlich nach Greetsiel. Am gleichen Punkt beginnt auch die L 5 und führt in östlicher Richtung die B 72 kreuzend über Ostermarsch, Neßmersiel, Dornumersiel und Bensersiel nach Neuharlingersiel, fast immer in unmittelbarer Sichtweite des Seedeichs. Die L 6 beginnt an einem Kreisverkehr der B 72 auf der Grenze zu Lütetsburg und verbindet die Stadt weiter mit Hage, Westerholt, Esens, Neuharlingersiel und Carolinensiel, wo sie endet. Wegen ihrer innerörtlich extrem verkehrsberuhigten Straßenführung durch Hage wird der Durchgangsverkehr über eine anbaufreie Umgehung geführt. | |||
Der öffentliche Nahverkehr wird durch Busse des Verkehrsverbunds Ems-Jade sichergestellt, welche fast alle den zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Bahnhof Norden anfahren. Eine Hauptlinie verkehrt als Erschließungsbus der kompakten Innenstadt zum Fähranleger in Norddeich, weitere nach Greetsiel und Pewsum in der südlichen Nachbargemeinde Krummhörn sowie nach Esens und Carolinensiel. Die meistfrequentierte Hauptlinie führt nach Georgsheil mit der Möglichkeit zur Weiterfahrt nach Aurich oder Emden. Ferner fungieren einige Nebenlinien im Wesentlichen nur als Schulbusse. | |||
==Erwähnenswerte Bauwerke== | ==Erwähnenswerte Bauwerke== | ||