Ulrichsgymnasium: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Vollgymnasium === | === Vollgymnasium === | ||
Unter [[Ulrich II. Cirksena|Graf Ulrich II.]] wurde die Schule 1631 dann zu einem "Paedagogium illustre" erhoben und erhielt den Namen "Schola Ulriciana" (Ulrichsschule). Sie wurde damit zu einem Vollgymnasium, einem "echten" Gymnasium. Ab sofort war hier der Erwerb der Hochschulreife (Abitur) möglich. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Schule acht Klassen und acht Lehrer. Gleichzeitig ließ er das zwischenzeitlich heruntergekommene Gebäude grundlegend erneuern und finanzierte es aus einem von ihm geschaffenen Stiftungsvermögen. Die auf Dauer angelegte und sehr größzügige Unterstützung bildete den Grundstock für die weitere Entwicklung der "Ulrichsschule".<ref name=":3" /> | Unter [[Ulrich II. Cirksena|Graf Ulrich II.]] wurde die Schule 1631 dann zu einem "Paedagogium illustre" erhoben und erhielt den Namen "Schola Ulriciana" (Ulrichsschule). Sie wurde damit zu einem Vollgymnasium, einem "echten" Gymnasium. Ab sofort war hier der Erwerb der Hochschulreife (Abitur) möglich. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Schule acht Klassen und acht Lehrer. Gleichzeitig ließ er das zwischenzeitlich durch Kriege und Naturgewalten stark heruntergekommene Gebäude grundlegend erneuern und finanzierte es aus einem von ihm geschaffenen Stiftungsvermögen. Die auf Dauer angelegte und sehr größzügige Unterstützung bildete den Grundstock für die weitere Entwicklung der "Ulrichsschule". Aus der gräflichen Schenkungsurkunde, datiert auf den 21. August 1631, geht hervor, dass die Vorstellungen von Ulrich II. durchaus konkrete Züge annahmen. Er definierte Unterrichtsziele und dass minderbemittelte Schüler (minderbemittelt im Sinne von "wenig vermögend") für wenig Geld Anspruch auf einen Mittagstisch ("Mensa") und im Bedarfsfall eine Unterkunft hätten. Das Original der sowohl auf Latein als auch in deutscher Sprache verfassten Urkunde befindet sich heute im Staatsarchiv in Aurich (StAA, Rep. 135, Nr. 15). Aus anderen Unterlagen geht hervor, dass die Kinder für Kost und Logis im [[Weinhaus]] untergebracht waren. Bereits 1630 ordnete Ulrich II. an, dass zum besseren Unterhalt der Kirchen und Schulen sowie deren Bediensteten alle öffentlichen Versteigerungen ("Kerttz-Käufe") wie auch alle bürgerlichen Zusammenkünfte im nahegelegenen Weinhaus stattzufinden haben.<ref name=":3" /> | ||
Obgleich die Geschichte über [[Ulrich II. Cirksena|Graf Ulrich II.]] aufgrund seiner Verschwendungssucht und seinem Hang zu den "süßen Seiten" des Lebens ein eher mäßiges Bild zeichnet, setzte er sich auch in den Folgejahren geradezu für die nach ihm benannte Schule ein. Ein auf den 13. Juli 1639 datierter Kaufvertrag belegt, dass er für 300 Gulden 1 1/2 [[Gras|Grasen]] Land zugunsten der Schule erwarb. Das Land ließ er verpachten und ihr den Erlös zukommen. Desweiteren sorgte er dafür, dass weitere Erlöse aus Verpachtungen an die Schule flossen, so etwa die Verpachtung von 19 [[Diemat]] Land des gräflichen "Gut Folkershausen" bei Esens und seit 1712 auch durch Ländereien in Dornum.<ref name=":3" /> | |||
Nachdem die Schülerzahlen aufgrund von Pestepidemien und kriegerischen Auseinandersetzungen wie Ständekämpfen und dem Dreißigjährigen Krieg zurückgegangen waren, wurde die Schule 1666 kurzzeitig geschlossen, aber schon wenig später wiedereröffnet. Dennoch begann in dieser Zeit der Niedergang der Schule. | Nachdem die Schülerzahlen aufgrund von Pestepidemien und kriegerischen Auseinandersetzungen wie Ständekämpfen und dem Dreißigjährigen Krieg zurückgegangen waren, wurde die Schule 1666 kurzzeitig geschlossen, aber schon wenig später wiedereröffnet. Dennoch begann in dieser Zeit der Niedergang der Schule. Hatte sie 1631 noch vier Klassen mit vier Lehrern, von denen einer Kantor war, waren es 1666 zeitweilig nur noch drei Klassen, ohne dass sie damit den Rang einer Vollanstalt verlor. Der Tiefpunkt wurde zwischen 1750 und 1800 erreicht. In dieser Zeit schwankten die Schülerzahlen zwischen 14 und 34.<ref name=":1" /> Auch der für die notdürftigen Kinder zur Verfügung gestellte Mittagstisch wurde 1751 aus Kostengründen eingestellt.<ref name=":3" /> | ||
===Progymnasium === | ===Progymnasium === | ||
1815 bis 1866 wurde Ostfriesland Teil des Königreichs Hannovers. Die königliche Regierung entzog der Schule den Status eines Vollgymnasiums und wandelte es in ein Progymnasium, ein "Untergymnasium" um. Damit war der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife nicht mehr möglich.<ref name=":1" /> | 1815 bis 1866 wurde Ostfriesland Teil des Königreichs Hannovers. Die königliche Regierung entzog der Schule 1829 den Status eines Vollgymnasiums und wandelte es in ein Progymnasium, ein "Untergymnasium" um. Damit war der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife nicht mehr möglich.<ref name=":1" /> | ||
===Vollgymnasium=== | ===Vollgymnasium=== | ||
Nachdem die Schülerzahlen wieder anstiegen, wurde die Schule in den Jahren 1851 bis 1875 um- und ausgebaut. Unter der preußischen Regierung wurde die Schule dann 1877 wieder in den Rang eines Vollgymnasiums erhoben. Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung hier möglich.<ref name=":1">[http://www.ug-norden.de/index.php/das-sind-wir/historisches-pressespiegel/historisches Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden], abgerufen am 15. April 2021</ref> Während die Schülerzahlen bis zum Zweiten Weltkrieg kontinuierlich stiegen, wurde die Anzahl der Pädagogen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage der 1920er Jahre durch Zwangpensionierungen stark reduziert.<ref name=":0" /> | Nachdem die Schülerzahlen wieder anstiegen, wurde die Schule in den Jahren 1851 bis 1875 um- und ausgebaut. Unter der preußischen Regierung wurde die Schule dann 1877 wieder in den Rang eines Vollgymnasiums erhoben. Sie trug nun den Namen "Staatliches Ulrichsgymnasium zu Norden".<ref name=":3" /> Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung hier möglich.<ref name=":1">[http://www.ug-norden.de/index.php/das-sind-wir/historisches-pressespiegel/historisches Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden], abgerufen am 15. April 2021</ref> Während die Schülerzahlen bis zum Zweiten Weltkrieg kontinuierlich stiegen, wurde die Anzahl der Pädagogen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage der 1920er Jahre durch Zwangpensionierungen stark reduziert.<ref name=":0" /> | ||
Im Jahr 1937 wurde das Ulrichsgymnasium in eine Oberschule umgewandelt. Damit wurde unter anderem ein gymnasialer Bildungsweg mit dem Schwerpunkten Mathematik und Naturwissenschaften eröffnet. Die traditionellen Fächer der humanistischen Bildung traten unter dem Einfluss des Nationalsozialismus in ihrer Bedeutung zurück. Der Religionsunterricht wurden abgeschafft, [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdische Schüler]] mussten die Schule verlassen. Ostern 1939 verfügte das Ulrichsgymnasium über 10 Klassen mit 213 Schülern, die von insgesamt 15 Lehrern unterrichtet wurden. Im Herbst desselben Jahres erhielten alle Schüler der Jahrgangsstufe 8 ihr Abgangszeugnisse. Die meisten der Schüler mussten Kriegshilfsdienste verrichten, was so auch in ihren Zeugnissen vermerkt wurde. Die Kellerräume des Schulgebäudes wurden zu Luftschutzräumen umgebaut.<ref name=":2">Kaszemek, Hildegard (1967): Das Ulrichsgymnasium Norden von Ostern 1939 bis 1. Mai 1945. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 36f.</ref> Zwischen dem 1. April und dem 1. Juli 1940 wurden sieben Lehrkräfte zum Militärdienst einberufen, unter ihnen befand sich auch der Oberstudiendirektor Weidemann. | Im Jahr 1937 wurde das Ulrichsgymnasium in eine Oberschule umgewandelt. Damit wurde unter anderem ein gymnasialer Bildungsweg mit dem Schwerpunkten Mathematik und Naturwissenschaften eröffnet. Die traditionellen Fächer der humanistischen Bildung traten unter dem Einfluss des Nationalsozialismus in ihrer Bedeutung zurück. Der Religionsunterricht wurden abgeschafft, [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdische Schüler]] mussten die Schule verlassen. Bereits ein Jahr zuvor wurde der seit 1920 amtierende Schulleiter [[Harmannus Ites|Prof. Hermann Ites]] aus politischen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Ites.pdf Biographie des Harmannus Ites] in der Personendatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Ostern 1939 verfügte das Ulrichsgymnasium über 10 Klassen mit 213 Schülern, die von insgesamt 15 Lehrern unterrichtet wurden. Im Herbst desselben Jahres erhielten alle Schüler der Jahrgangsstufe 8 ihr Abgangszeugnisse. Die meisten der Schüler mussten Kriegshilfsdienste verrichten, was so auch in ihren Zeugnissen vermerkt wurde. Die Kellerräume des Schulgebäudes wurden zu Luftschutzräumen umgebaut.<ref name=":2">Kaszemek, Hildegard (1967): Das Ulrichsgymnasium Norden von Ostern 1939 bis 1. Mai 1945. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 36f.</ref> Zwischen dem 1. April und dem 1. Juli 1940 wurden sieben Lehrkräfte zum Militärdienst einberufen, unter ihnen befand sich auch der Oberstudiendirektor Weidemann. | ||
Zu Beginn des Schuljahres 1941/42 besuchten 235 Schüler das Gymnasium, darunter 43 Mädchen. Das Schuljahr 1942/43 brachte einen weiteren Anstieg der Schülerzahlen. 248 Schüler (nicht mitgezählt sind aus Emden evakuierte Gastschüler) wurden von nur 8 Lehrern und einem dienstverpflichteten Hilfslehrer unterrichtet. Ende März 1943 erfolgte die Einberufung von 19 Schülern der Jahrgangsstufen 10 und 11 (damals 6. und 7. Klasse) als Luftwaffenhelfer.<ref name=":1" /> Nach einem fünfwöchigen Lehrgang auf Norderney wurden sie beim Küstenschutz in der Nähe des Senders [[Norddeich Radio]] eingesetzt. In einer als Notschule umfunktionierten Wehrmachtsbaracke erteilten Lehrer des Ulrichgymnasiums dort einen erheblich reduzierten Unterricht. | Zu Beginn des Schuljahres 1941/42 besuchten 235 Schüler das Gymnasium, darunter 43 Mädchen. Das Schuljahr 1942/43 brachte einen weiteren Anstieg der Schülerzahlen. 248 Schüler (nicht mitgezählt sind aus Emden evakuierte Gastschüler) wurden von nur 8 Lehrern und einem dienstverpflichteten Hilfslehrer unterrichtet. Ende März 1943 erfolgte die Einberufung von 19 Schülern der Jahrgangsstufen 10 und 11 (damals 6. und 7. Klasse) als Luftwaffenhelfer.<ref name=":1" /> Nach einem fünfwöchigen Lehrgang auf Norderney wurden sie beim Küstenschutz in der Nähe des Senders [[Norddeich Radio]] eingesetzt. In einer als Notschule umfunktionierten Wehrmachtsbaracke erteilten Lehrer des Ulrichgymnasiums dort einen erheblich reduzierten Unterricht. | ||
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Eine wesentliche Neuerung im Schulbetrieb war die 1954 erfolgte Miteinbeziehung von Schülern in die Gestaltung des schulischen Lebens. In diesem Jahr wurde die Schulträgerschaft offiziell vom [[Landkreis Norden]] übernommen. Zu den Aufgaben der sogenannten "Schülermitverantwortung" (kurz: SMV) gehörten unter anderem die Pausenaufsicht, Organisation von Sportschulmeisterschaften, Opern- und Theaterbesuchen und Podiumsdiskussionen zu bestimmten gesellschaftspolitischen Themen sowie die Ausrichtung von Schulfesten. Auch die Herausgabe der Schülerzeitung, deren erste Ausgabe 1956 unter dem Titel "Der junge Ulricianer" erschien, gehörte in den Verantwortungsbereich der SMV.<ref>Radlow, Udo (1967): SMV. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 58</ref> Im Zuge der sogenannten 68er-Bewegung, die auch die Schülerschaft des Ulrichsgymnasiums erfasste, erstritt sich die SMV eine stärkere Position im Schulbetrieb. Aus der "Schülermitverantwortung" wurde die "Schülermitverwaltung", die bis in die Mitte der 1970er Jahre den Schulalltag stark politisierte.<ref>[http://www.gasl.org/muether/mue_n6.pdf Universität Oldenburg (2012): Biographie des Arno Schmidt], abgerufen am 15. April 2021</ref> | Eine wesentliche Neuerung im Schulbetrieb war die 1954 erfolgte Miteinbeziehung von Schülern in die Gestaltung des schulischen Lebens. In diesem Jahr wurde die Schulträgerschaft offiziell vom [[Landkreis Norden]] übernommen. Zu den Aufgaben der sogenannten "Schülermitverantwortung" (kurz: SMV) gehörten unter anderem die Pausenaufsicht, Organisation von Sportschulmeisterschaften, Opern- und Theaterbesuchen und Podiumsdiskussionen zu bestimmten gesellschaftspolitischen Themen sowie die Ausrichtung von Schulfesten. Auch die Herausgabe der Schülerzeitung, deren erste Ausgabe 1956 unter dem Titel "Der junge Ulricianer" erschien, gehörte in den Verantwortungsbereich der SMV.<ref>Radlow, Udo (1967): SMV. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 58</ref> Im Zuge der sogenannten 68er-Bewegung, die auch die Schülerschaft des Ulrichsgymnasiums erfasste, erstritt sich die SMV eine stärkere Position im Schulbetrieb. Aus der "Schülermitverantwortung" wurde die "Schülermitverwaltung", die bis in die Mitte der 1970er Jahre den Schulalltag stark politisierte.<ref>[http://www.gasl.org/muether/mue_n6.pdf Universität Oldenburg (2012): Biographie des Arno Schmidt], abgerufen am 15. April 2021</ref> | ||
Am 1. Februar 1967 wurde das Ulrichsgymnasium von 693 Schülern besucht. Knapp die Hälfte davon kam aus dem Norder Stadtgebiet. Damit entfiel auf 100 Einwohner des Einzugsgebietes durchschnittlich ein Gymnasiast.<ref>Rack, Eberhard (1967): Einzugsbereich und Schülerstruktur des Ulrichgymnasiums. In: 400 Jahr Ulrichsgymnasium Norden. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 49</ref> | Am 1. Februar 1967 wurde das Ulrichsgymnasium von 693 Schülern besucht. Knapp die Hälfte davon kam aus dem Norder Stadtgebiet. Damit entfiel auf 100 Einwohner des Einzugsgebietes durchschnittlich ein Gymnasiast.<ref>Rack, Eberhard (1967): Einzugsbereich und Schülerstruktur des Ulrichgymnasiums. In: 400 Jahr Ulrichsgymnasium Norden. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 49</ref> Zum Auftakt des 400-jährigen Jubiläums fand unter der Leitung von Schulleiter [[Derk de Haan]] (seit 1957 im Amt) eine Tagung des "Ostfriesischen Philologenverbandes" (= Lehrerverband) im [[Deutsches Haus|Deutschen Haus]] statt. Das Programm für die Festwoche gestaltete sich vielfältig und abwechslungsreich. Es umfaste Führungen durch das Gebäude, wissenschaftliche Vorträge und viele weitere Veranstaltungen.<ref name=":3" /> | ||
Die Schulgebäude wurden zu Beginn der 1970er Jahre den erheblich gesteigerten Schülerzahlen angepasst. Der große Erweiterungsneubau enthielt neben Klassenräumen die Räume für Naturwissenschaften, das Sprachlabor, ein Deutschstudio (inkl. Bühne) und die Musikräume.<ref name=":1" /> Seit 1972 ist der Landkreis Aurich als Rechtsnachfolger des Landkreis Norden der Schulträger. Auch ein Fackelzug für die Schüler der Klassen 5 bis 10 des Gymnasiums stand auf dem Plan. Dieser verlief vom Schulgebäude über den [[Marktplatz]], durch die [[Uffenstraße]], über den [[Neuer Weg|Neuen Weg]], dann entlang der [[Osterstraße]] und wieder zurück zum Marktplatz.<ref name=":3" /> | |||
In der Nacht vom 12. bis 13. Dezember 1989 fiel das Schulgebäude einer nie aufgeklärten Brandstiftung zum Opfer, durch die das Obergeschoss des Hauptgebäudes vollständig zerstört wurde. Die Brandfolgen trafen aufgrund des nötigen Löschwassereinsatzes auch die darunter liegenden Stockwerke schwer.<ref>Strybny, Joachim (2017): Alte Aula in neuem Glanz. In: Bodo Paul Hoffmann: MDLXVII - 2017. 450 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Eine Festschrift. Norden, S. 98</ref> Nach Totalrenovierung und Umbau wurden in den folgenden Jahren weitere Erweiterungen und Umbauten nötig, die Schüler mussten vorübergehend in Lehrräume der [[Gräfin-Theda-Schule]] verlegt werden. Auch Räume in der [[Kreisvolkshochschule Norden|Kreisvolkshochschule]] sowie das der Schule [[Gemeindehaus (Norddeicher Straße)|gegenüberliegende Gemeindehaus]] wurden provisorisch für den Unterricht hergerichtet. Das Geschehen wurde in einem 2011 erschienenen Film mit dem Titel "[[Brand des UGN 1989]]" vom ehemaligen Schüler [[Jonas Hentschel]] verfilmt. | |||
=== seit 2000 === | === seit 2000 === | ||
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{| class="wikitable" | {| class="wikitable" | ||
|+ | |+ | ||
! | !Zeitraum | ||
!Name | !Vollständiger Name | ||
|- | |- | ||
| | |1511 - 1536 | ||
|[[Meyster Johan Pipers]] | |[[Meyster Johan Pipers]] | ||
|- | |- | ||
| | |1536 - 1540 | ||
|[[Theodorus Bottmanus]] | |[[Theodorus Bottmanus]] | ||
|- | |- | ||
| | |1540 - 1545 | ||
|Scipio (Nachname unbekannt) | |||
|- | |||
|1545 - 1566 | |||
|[[Ptolemäus Johannes]] | |[[Ptolemäus Johannes]] | ||
|- | |- | ||
| Zeile 108: | Zeile 113: | ||
|[[Johannes Florianus]] | |[[Johannes Florianus]] | ||
|- | |- | ||
|1572 - | |1572 - 1573 | ||
|[[Nicolaus Sascherus|Dr. Nicolaus Sascherus]] | |[[Nicolaus Sascherus|Dr. Nicolaus Sascherus]] | ||
|- | |- | ||
|1574 - | |1573 - 1574 | ||
|[[Johannes Florianus]] | |||
|- | |||
|1574 - 1574 | |||
|[[Ludoph Piotterus]] | |[[Ludoph Piotterus]] | ||
|- | |- | ||
| | |1574 - 1579 | ||
|[[Laurenzius Orschott|Dr. Laurenzius Orschott]] | |[[Laurenzius Orschott|Dr. Laurenzius Orschott]] | ||
|- | |- | ||
| Zeile 120: | Zeile 128: | ||
|[[Ubbo Emmius]] | |[[Ubbo Emmius]] | ||
|- | |- | ||
| | |1589 | ||
| | | - vakant - | ||
|- | |||
|1596 - 1603 | |||
|[[Ulricus Hemringius]] | |||
|- | |||
|1603 - 1604 | |||
|[[Herman Mesander]] | |||
|- | |||
|1604 - 1607 | |||
|[[Joachim Everhardi]] | |||
|- | |||
|1607 - 1613 | |||
|[[Henricus Brehorst]] | |||
|- | |||
|1613 - 1619 | |||
|[[Johann Oldewelt]] | |||
|- | |||
|1619 - 1624 | |||
|[[Hibbaeus Magnus]] | |||
|- | |||
|1624 - 1627 | |||
|[[Johann Coenring]] | |||
|- | |||
|1627 - 1640 | |||
|[[Johann Lange]] | |||
|- | |||
|1660 - 1667 | |||
|[[Joachim Rachel]] | |||
|- | |||
|1667 - 1681 | |||
|[[Johann Busch]] | |||
|- | |||
|1681 - 1683 | |||
| - vakant - | |||
|- | |||
|1683 - 1713 | |||
|[[Lorenz Schnell]] | |||
|- | |||
|1713 - 1750 | |||
|[[Henrich Gottlieb Leutholf]] | |||
|- | |||
|1750 - 1785 | |||
|[[Johann Joachim Gerhard Wideburg]] | |||
|- | |||
|1785 - 1814 | |||
|[[Johann Friedrich Meyer]] | |||
|- | |||
|1814 - 1821 | |||
|[[David Friedrich August Jani]] | |||
|- | |||
|1821 - 1842 | |||
|[[Anton Ernst Taaks]] | |||
|- | |||
|1842 - 1870 | |||
|[[August Heidelberg]] | |||
|- | |||
|1870 - 1873 | |||
|[[Max Gottfried Hoche]] | |||
|- | |||
|1873 - 1875 | |||
|[[Heinrich Babucke|Dr. Heinrich Babucke]] | |||
|- | |||
|1875 - 1881 | |||
|[[Richard Schneider|Dr. Richard Schneider]] | |||
|- | |||
|1881 - 1887 | |||
|[[Franz Münnich|Dr. Franz Münnich]] | |||
|- | |||
|1887 - 1901 | |||
|[[Friedrich Hermann|Prof. Friedrich Hermann]] | |||
|- | |||
|1901 - 1920 | |||
|[[Carl Stegmann]] | |||
|- | |||
|1920 - 1936 | |||
|[[Harmannus Ites|Prof. Hermann Ites]] | |||
|- | |||
|1957 - 1970 | |||
|[[Derk de Haan]] | |||
|- | |||
|1970 - 1976 | |||
|[[Karl Heinz Thies]] | |||
|- | |||
|1976 - 1988 | |||
|[[Johann Eilers]] | |||
|- | |||
|1988 - 1989 | |||
|[[Joachim Strybny]] (kommissarisch) | |||
|- | |||
|1989 - 1999 | |||
|[[Jürgen Fiedler|Dr. Jürgen Fiedler]] | |||
|- | |||
|1999 - 2000 | |||
|[[Joachim Strybny]] (kommissarisch) | |||
|- | |||
|2000 - 2010 | |||
|[[Harald Rüdig]] | |||
|- | |||
|2010 - heute | |||
|[[Wolfgang Grätz]] | |||
|} | |||
== Schülerzahlen == | |||
{| class="wikitable" | |||
|+ | |||
!Schuljahr | |||
!Anzahl | |||
|- | |||
|1750-1800 | |||
|zw. 14 und 34 | |||
|- | |||
|1873 | |||
|165 | |||
|- | |||
|1874 - 1875 | |||
|136 | |||
|- | |||
|1877 - 1878 | |||
|172 | |||
|- | |||
|1879 - 1880 | |||
|199 (im Winter 191) | |||
|- | |||
|1927 | |||
|284 | |||
|- | |- | ||
| | |1941 - 1942 | ||
| | |235 | ||
|- | |- | ||
| | |1942 - 1943 | ||
| | |248 * | ||
|- | |- | ||
| | |1967 | ||
| | |693 | ||
|} | |} | ||
<nowiki>*</nowiki> nicht mitgezählt sind Gastschüler aus dem von massiven Luftangriffen betroffenen Emden | |||
== Persönlichkeiten == | == Persönlichkeiten == | ||