Anna von Oldenburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Wichtige Ereignisse in ihrer Regierungszeit waren die Konflikte durch die auch in Ostfriesland aufkommende Reformation. Hier strebte sie einen Ausgleich in form einer friedlichen Koexistenz der Glaubensrichtungen an. Obgleich sie selbst auch den reformatorischen Bestrebungen anhang, setzte sie durch, dass Ostfriesland kein verpflichtendes Landesbekenntnis bekam. Bis heute gilt sie aufgrund ihrer religiösen Toleranz aus frühzeitige Verfechterin der Glaubensfreiheit. Allein auf Druck des Kaisers verbot sie 1549 der christlichen Gruppierung der Täufer den Aufenthalt in Ostfriesland. Eine für die weitere Entwicklung Ostfrieslands sehr gravierende politische Entscheidung fällte Gräfin Anna, als sie die Primogenitur abschaffte. Sie legte 1558 fest, dass die Regierung über das Herrschaftsterritorium nach ihrer Regentschaft von ihren drei Söhnen Edzard, Christoph und Johann gemeinsam ausgeführt werden sollte. Zur Erziehung ihrer Söhne holte sie sich den Gelehrten [[Wilhelm Gnapheus]] an den Hofe, der auch [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister der Stadt]] wurde. | Wichtige Ereignisse in ihrer Regierungszeit waren die Konflikte durch die auch in Ostfriesland aufkommende Reformation. Hier strebte sie einen Ausgleich in form einer friedlichen Koexistenz der Glaubensrichtungen an. Obgleich sie selbst auch den reformatorischen Bestrebungen anhang, setzte sie durch, dass Ostfriesland kein verpflichtendes Landesbekenntnis bekam. Bis heute gilt sie aufgrund ihrer religiösen Toleranz aus frühzeitige Verfechterin der Glaubensfreiheit. Allein auf Druck des Kaisers verbot sie 1549 der christlichen Gruppierung der Täufer den Aufenthalt in Ostfriesland. Eine für die weitere Entwicklung Ostfrieslands sehr gravierende politische Entscheidung fällte Gräfin Anna, als sie die Primogenitur abschaffte. Sie legte 1558 fest, dass die Regierung über das Herrschaftsterritorium nach ihrer Regentschaft von ihren drei Söhnen Edzard, Christoph und Johann gemeinsam ausgeführt werden sollte. Zur Erziehung ihrer Söhne holte sie sich den Gelehrten [[Wilhelm Gnapheus]] an den Hofe, der auch [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister der Stadt]] wurde. | ||
Anna galt als eine der Förderinnen der Bildung. Sie hatte maßgeblichen Einfluss auf die Gründung des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]], dessen offizieller Gründer jedoch ihr Sohn Edzard II. war. Von ihr stammen die Pläne, sie auf dem [[Kloster Norden|alten Klostergelände]] anzusiedeln. Weiterhin vermachte sie der neuen Schule zur Finanzierung des Unterhalts die [[Linteler Mühle]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 16</ref> | |||
Ein weiterer Höhepunkt ihrer Amtszeit war die friedliche Lösung eines Konfliktes mit dem Harlingerland. Nachdem [[Balthasar von Esens]] Anfang der 1530er bereits plündernd, mordend und brandschatzend durch Ostfriesland gezogen war, fiel dessen Nachfolger, Graf Johann II. von Rietberg, im Jahr 1556 erneut im [[Norderland]] ein und verbleibte sich einen Landstrich beim Accumer Tief in der heutigen Gemeinde Dornum ein. Anstatt einen bewaffneten Konflikt einzugehen, klagte Anna stattdessen vor dem Reichskammergericht und beim Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. Johann, der sich auch anderweitig viele Feinde gemacht hatte, starb schließlich 1562 in Gefangenschaft des Reichskreises. | Ein weiterer Höhepunkt ihrer Amtszeit war die friedliche Lösung eines Konfliktes mit dem Harlingerland. Nachdem [[Balthasar von Esens]] Anfang der 1530er bereits plündernd, mordend und brandschatzend durch Ostfriesland gezogen war, fiel dessen Nachfolger, Graf Johann II. von Rietberg, im Jahr 1556 erneut im [[Norderland]] ein und verbleibte sich einen Landstrich beim Accumer Tief in der heutigen Gemeinde Dornum ein. Anstatt einen bewaffneten Konflikt einzugehen, klagte Anna stattdessen vor dem Reichskammergericht und beim Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. Johann, der sich auch anderweitig viele Feinde gemacht hatte, starb schließlich 1562 in Gefangenschaft des Reichskreises. | ||
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Zwischen 1558 und 1559 ließ sie den [[Wurzeldeich]] erbauen und förderte somit die Landgewinnung auf dem Gebiet des heutigen [[Süderneuland|Süderneulands]]. | Zwischen 1558 und 1559 ließ sie den [[Wurzeldeich]] erbauen und förderte somit die Landgewinnung auf dem Gebiet des heutigen [[Süderneuland|Süderneulands]]. | ||
==Einzelnachweise== | |||
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==Quellenverzeichnis== | ==Quellenverzeichnis== | ||
* Friedländer, Ernst (1875): Anna, Gräfin von Ostfriesland. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 468 f. | *Friedländer, Ernst (1875): Anna, Gräfin von Ostfriesland. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 468 f. | ||
* Janssen, Heiko (1998): Gräfin Anna von Ostfriesland – eine hochadelige Frau der späten Reformationszeit (1540/42–1575). Ein Beitrag zu den Anfängen der reformierten Konfessionalisierung im Reich, Münster | *Janssen, Heiko (1998): Gräfin Anna von Ostfriesland – eine hochadelige Frau der späten Reformationszeit (1540/42–1575). Ein Beitrag zu den Anfängen der reformierten Konfessionalisierung im Reich, Münster | ||
* Jürgens, Henning (1999): Die vormundschaftliche Regentschaft der Gräfin Anna und die Berufung Johannes a Lascos zum ostfriesischen Superintendenten. In: Emder Jahrbuch, Jg. 79 (1999), S. 42–65 | *Jürgens, Henning (1999): Die vormundschaftliche Regentschaft der Gräfin Anna und die Berufung Johannes a Lascos zum ostfriesischen Superintendenten. In: Emder Jahrbuch, Jg. 79 (1999), S. 42–65 | ||
* Maybaum, Heinz (1953): Anna. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin, S. 300f. | *Maybaum, Heinz (1953): Anna. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin, S. 300f. | ||
[[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]] | [[Kategorie:Bürger der Stadt Norden]] | ||