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Im Mai 1848 stellte die Herrnhuter Stadtgemeine zweimal pro Woche die Räumlichkeiten ihres [[Gemeindehaus (Reformierte Gemeinde)|Gemeindehaus (Am Markt 49)]] einer "Strick-, Näh- und Spinnschule für bedürftige Mädchen" zur Verfügung. Träger dieser sozialen Einrichtung war der [[Norder Frauenverein]], dem ausschließlich die Ehefrauen führender Norder Persönlichkeiten als Mitglieder angehörten. Das Amt der Vereinspräsidentin hatte ab 1858 [[Peta van Hülst]], Ehefrau des Mennonitenpredigers [[Laurenz van Hülst]], inne.<ref name=":0" />
Im Mai 1848 stellte die Herrnhuter Stadtgemeine zweimal pro Woche die Räumlichkeiten ihres [[Gemeindehaus (Reformierte Gemeinde)|Gemeindehaus (Am Markt 49)]] einer "Strick-, Näh- und Spinnschule für bedürftige Mädchen" zur Verfügung. Träger dieser sozialen Einrichtung war der [[Norder Frauenverein]], dem ausschließlich die Ehefrauen führender Norder Persönlichkeiten als Mitglieder angehörten. Das Amt der Vereinspräsidentin hatte ab 1858 [[Peta van Hülst]], Ehefrau des Mennonitenpredigers [[Laurenz van Hülst]], inne.<ref name=":0" />


Anfang der 1860er Jahre verkaufte die Herrnhuter Gemeine einen Teil ihres Anwesens an die Stadt Norden. Das (ehemalige) [[Hotel Heeren-Logement]] wurde abgerissen und an seiner Stelle die [[Marktschule]] errichtet. Sie löste die erheblich zu klein gewordene Lutherische Klassenschule an der [[Ludgerikirche]] ab und diente knapp 100 Jahre den Kindern aus dem südlichen und südwestlichen Teil der Stadt als Volksschule. Heute befindet sich an ihrer Stelle das "Haus des Handwerks".
Anfang der 1860er Jahre verkaufte die Herrnhuter Gemeine einen Teil ihres Anwesens an die Stadt Norden. Das (ehemalige) [[Hotel Heeren-Logement]] wurde abgerissen und an seiner Stelle die [[Marktschule]] errichtet. Sie löste die erheblich zu klein gewordene [[Lutherische Klassenschule|Lutherischen Klassenschule]] an der [[Ludgerikirche]] ab und diente knapp 100 Jahre den Kindern aus dem südlichen und südwestlichen Teil der Stadt als Volksschule. Heute befindet sich an ihrer Stelle das "Haus des Handwerks".


Die Herrnhuter errichteten in den Folgejahren auf dem Grundstück ([[Am Markt]] 49) eine [[Herrnhuter Kapelle|kleine Kapelle]], die am 7. November 1876 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Es handelte sich bei ihr um einen schlichten turmlosen Kirchbau im neoromanischen Stil. Nach Abriss der alten Norderneyer Inselkirche im Jahr 1878 wurde deren Orgel aus dem Jahr 1842 nach Norden umgesetzt. Nur wenig mehr als zwei Jahrzehnte diente das Gebäude den Herrnhutern als Gotteshaus. Am 13. Februar 1898 löste sich die Herrnhuter Stadtgemeine Norden durch einen Gemeindebeschluss selbst auf. Die Kapelle ging 1905 in den Besitz der [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Gemeinde]] über und diente ihr rund 65 Jahre als städtische Außenstelle ihrer außerhalb der Stadtgrenzen gelegenen [[Bargeburer Kirche|Kirche in Bargebur]]. Auch die Landeskirchliche Gemeinschaft nutzte die ehemalige Herrnhuter Kapelle gastweise für ihre wöchentlichen Gemeinschaftsstunden. Der letzte Gottesdienst fand am 2. August 1970 statt. Anfang der 1970er Jahre wurde sie abgerissen und durch einen doppelstöckigen Flachbau, dem heutigen reformierten Gemeindehaus, ersetzt.<ref name=":1" />
Die Herrnhuter errichteten in den Folgejahren auf dem Grundstück ([[Am Markt]] 49) eine [[Herrnhuter Kapelle|kleine Kapelle]], die am 7. November 1876 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Es handelte sich bei ihr um einen schlichten turmlosen Kirchbau im neoromanischen Stil. Nach Abriss der alten Norderneyer Inselkirche im Jahr 1878 wurde deren Orgel aus dem Jahr 1842 nach Norden umgesetzt. Nur wenig mehr als zwei Jahrzehnte diente das Gebäude den Herrnhutern als Gotteshaus. Am 13. Februar 1898 löste sich die Herrnhuter Stadtgemeine Norden durch einen Gemeindebeschluss selbst auf. Die Kapelle ging 1905 in den Besitz der [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Gemeinde]] über und diente ihr rund 65 Jahre als städtische Außenstelle ihrer außerhalb der Stadtgrenzen gelegenen [[Bargeburer Kirche|Kirche in Bargebur]]. Auch die Landeskirchliche Gemeinschaft nutzte die ehemalige Herrnhuter Kapelle gastweise für ihre wöchentlichen Gemeinschaftsstunden. Der letzte Gottesdienst fand am 2. August 1970 statt. Anfang der 1970er Jahre wurde sie abgerissen und durch einen doppelstöckigen Flachbau, dem heutigen reformierten Gemeindehaus, ersetzt.<ref name=":1" />