Westermarsch I: Unterschied zwischen den Versionen
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Unter Christine Charlotte von Württemberg, Regentin von Ostfriesland bis 1699, kamen 1678 durch weitere Eindeichungen weitere 281 fruchtbares Land hinzu. Ihr zu Ehren wurde das Gebiet [[Wester-Charlottenpolder]] genannt. | Unter Christine Charlotte von Württemberg, Regentin von Ostfriesland bis 1699, kamen 1678 durch weitere Eindeichungen weitere 281 fruchtbares Land hinzu. Ihr zu Ehren wurde das Gebiet [[Wester-Charlottenpolder]] genannt. | ||
Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) wurde auch Westermarsch von | Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) wurde auch die Westermarsch von einem Söldnerheer des berüchtigten Heerführers Ernst von Mansfeld als Rückzugsort genutzt. Seine Truppen drangsalierten die Bevölkerung von 1622 bis 1624 und schikanierten sie fortwährend mit kaum zu erfüllenden Forderungen. Die Westermarscher Bewohner, die selbst oftmals kaum genug zum Leben hatten, mussten für Unterbringung und Verpflegung der Soldaten sorgen, ohne dafür eine Gegenleistung erwarten zu können. | ||
Ab dem 16. bis 17. Jahrhundert begannen tiefgreifende sozialstrukturelle Veränderungen. Die Zahl der kleinen und mittleren Bauernhöfe ging zurück und einige wenige Großbauern dominierten fortan die Landwirtschaft. Während es um 1600 noch 37 Höfe in Westermarsch I gab, waren es 1719 noch 30. Die durchschnittliche Größe der Ländereien eines Hofs stieg von etwa 15 auf gut 30 bis 35 Diemat. Durch gute Erträge im fruchtbaren Marschland kamen die Großbauern zu ansehnlichem Wohlstand, während der Großteil der Westermarscher in ein wirtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis zu ihnen gerieten und in Armut fortlebten. Die [[Westerstraße]] in Norden wurde zur Einkaufsstraße der Westermarscher Großbauern. Ihren Wohlstand stellten sie gerne durch vergleichsweise prunkvolle Kutschen und eigene Logen in der [[Ludgerikirche]] zur Schau. Eines der größten Höfe der Westermarsch ist der noch heute erhaltenene Hof [[Großlanghaus]], der gut 150 Diemat Land besaß (etwa 855.000 Quadratmeter). | Ab dem 16. bis 17. Jahrhundert begannen tiefgreifende sozialstrukturelle Veränderungen. Die Zahl der kleinen und mittleren Bauernhöfe ging zurück und einige wenige Großbauern dominierten fortan die Landwirtschaft. Während es um 1600 noch 37 Höfe in Westermarsch I gab, waren es 1719 noch 30. Die durchschnittliche Größe der Ländereien eines Hofs stieg von etwa 15 auf gut 30 bis 35 Diemat. Durch gute Erträge im fruchtbaren Marschland kamen die Großbauern zu ansehnlichem Wohlstand, während der Großteil der Westermarscher in ein wirtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis zu ihnen gerieten und in Armut fortlebten. Die [[Westerstraße]] in Norden wurde zur Einkaufsstraße der Westermarscher Großbauern. Ihren Wohlstand stellten sie gerne durch vergleichsweise prunkvolle Kutschen und eigene Logen in der [[Ludgerikirche]] zur Schau. Eines der größten Höfe der Westermarsch ist der noch heute erhaltenene Hof [[Großlanghaus]], der gut 150 Diemat Land besaß (etwa 855.000 Quadratmeter). | ||