Feuerwehr Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Geschichte des Feuerlöschwesen in Norden geht zurück auf die [[Brandordnung]] von 1783, welche der Stadt unter preußischer Herrschaft von Kaiser Friedrich dem Großen auferlegt wurde. Die Brandordnung regelte erstmal das Verhalten der Norder Bevölkerung bei einem Brandfall und enthielt grundsätzliche Vorschriften für den Brandschutz. So wurde beispielsweise jeder Haushalt gesetzlich verpflichtet, einen Löscheimer vorzuhalten und jeder Bürger hatte im Brandfall umgehend Hilfe zu leisten. Im Bereich des heutigen [[Hotel Reichshof|Hotels Reichshof]] wurde ein [[Spritzenhäuser|Spritzenhaus]] eingerichtet. Das [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus]] neben dem [[Glockenturm]] auf dem [[Marktplatz]] wurde ebenfalls zu einem Spritzenhaus umfunktioniert. Im Jahr 1806 wurde ein weiteres Spritzenhaus in der [[Dammstraße]] erbaut. Von einer geordneten, ausgebildeten Feuerwehr war die Stadt indes noch weit entfernt. | Die Geschichte des Feuerlöschwesen in Norden geht zurück auf die [[Brandordnung]] von 1783, welche der Stadt unter preußischer Herrschaft von Kaiser Friedrich dem Großen auferlegt wurde. Die Brandordnung regelte erstmal das Verhalten der Norder Bevölkerung bei einem Brandfall und enthielt grundsätzliche Vorschriften für den Brandschutz. So wurde beispielsweise jeder Haushalt gesetzlich verpflichtet, einen Löscheimer vorzuhalten und jeder Bürger hatte im Brandfall umgehend Hilfe zu leisten. Im Bereich des heutigen [[Hotel Reichshof|Hotels Reichshof]] wurde ein [[Spritzenhäuser|Spritzenhaus]] eingerichtet. Das [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus]] neben dem [[Glockenturm]] auf dem [[Marktplatz]] wurde ebenfalls zu einem Spritzenhaus umfunktioniert. Im Jahr 1806 wurde ein weiteres Spritzenhaus in der [[Dammstraße]] erbaut. Von einer geordneten, ausgebildeten Feuerwehr war die Stadt indes noch weit entfernt. | ||
So kam es, dass der frisch gewählte Bürgermeister [[Johannes König|Johannes Adalbert König]] Augenzeuge des Brandes der [[Frisiamühle]] am 13. August 1886 wurde. Die Mühle lag damals an den südlichen Stadtgrenzen und fiel den Flammen zum Opfer, da das chaotische Feuerlöschwesen - wenn man es denn als solches bezeichnen möchte - dazu führte, dass die Löschmaßnahmen kaum Wirkung zeigten. Dies zum Anlass nehmend stellte König innerhalb kürzester Zeit eine Freiwillige Feuerwehr mit 300 Mann auf, die ihren Dienst noch im selben Jahr vollständig eingekleidet aufnahmen. Die Mitglieder stammten praktisch ausschließlich aus den Reihen des [[Kriegerverein Norden|Kriegervereins]], des [[Militärverein Norden|Militärvereins]] und des [[Norder Turnverein|Turnvereins]]. Zum Kommandanten der neuen Wehr ernannte er den angesehenen Norder Kaufmann [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman]]. Auch wurden drei weitere Spritzenhäuser in der Stadt errichtet: [[Am Hafen]], [[Am Markt]] und in der [[Kleine Mühlenstraße|Kleinen Mühlenstraße]]. Die eigentliche Gründung der Wehr erfolgte am 10. Oktober 1886 in der [[Marxschen Bierhalle]] in der [[Osterstraße]] (heute Bekleidungsgeschäft). Ein Jahr nach Gründung der Feuerwehr wurde auch eine Feuerwehrkapelle gegründet. | So kam es, dass der frisch gewählte Bürgermeister [[Johannes König|Johannes Adalbert König]] Augenzeuge des Brandes der [[Frisiamühle]] am 13. August 1886 wurde. Die Mühle lag damals an den südlichen Stadtgrenzen und fiel den Flammen zum Opfer, da das chaotische Feuerlöschwesen - wenn man es denn als solches bezeichnen möchte - dazu führte, dass die Löschmaßnahmen kaum Wirkung zeigten. Dies zum Anlass nehmend stellte König innerhalb kürzester Zeit eine Freiwillige Feuerwehr mit 300 Mann auf, die ihren Dienst noch im selben Jahr vollständig eingekleidet aufnahmen. Die Mitglieder stammten praktisch ausschließlich aus den Reihen des [[Kriegerverein Norden|Kriegervereins]], des [[Militärverein Norden|Militärvereins]] und des [[Norder Turnverein|Turnvereins]]. Zum Kommandanten der neuen Wehr ernannte er den angesehenen Norder Kaufmann [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman]]. Auch wurden drei weitere Spritzenhäuser in der Stadt errichtet: [[Am Hafen]], [[Am Markt]] und in der [[Kleine Mühlenstraße|Kleinen Mühlenstraße]]. Die eigentliche Gründung der Wehr erfolgte am 10. Oktober 1886 in der [[Marxsche Bierhalle|Marxschen Bierhalle]] in der [[Osterstraße]] (heute Bekleidungsgeschäft). Ein Jahr nach Gründung der Feuerwehr wurde auch eine Feuerwehrkapelle gegründet. | ||
Anfangs bestand der Fuhrpark aus mehreren von Hand oder von Pferden zu ziehenden Kutschen, die entweder als Gerätewagen, als Löschpumpe oder zum Mannschaftstransport dienten. Ab 1909 verfügte die Wehr erstmals über eine Dampfdruckbetriebene Spritze. Ab 1932 folgte dann eine schrittweise Motorisierung der Wehr, beginnend mit einem in Eigenbau erstellten Fahrzeug. Möglicherweise gab es jedoch bereits ab 1922 einen Kraftwagen als Einsatzfahrzeug, wie alte Bilder zeigen. | Anfangs bestand der Fuhrpark aus mehreren von Hand oder von Pferden zu ziehenden Kutschen, die entweder als Gerätewagen, als Löschpumpe oder zum Mannschaftstransport dienten. Ab 1909 verfügte die Wehr erstmals über eine Dampfdruckbetriebene Spritze. Ab 1932 folgte dann eine schrittweise Motorisierung der Wehr, beginnend mit einem in Eigenbau erstellten Fahrzeug. Möglicherweise gab es jedoch bereits ab 1922 einen Kraftwagen als Einsatzfahrzeug, wie alte Bilder zeigen. | ||