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Das '''Schloss Tidofeld''' (auch "Burg Tidofeld" genannt) wurde um 1614 von Tido zu Innhausen und Knyphausen im heutigen [[Tidofeld | Stadtteil gleichen Namens]] aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen bei Wilhelmshaven (Sengwarden) errichtet.
Das '''Schloss Tidofeld''' (auch "Burg Tidofeld" genannt) wurde um 1614 von Tido zu Innhausen und Knyphausen im heutigen [[Tidofeld |Stadtteil gleichen Namens]] aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen in Sengwarden bei Wilhelmshaven errichtet. Es befand sich nördlich der [[Heerstraße]] auf dem Grund des Baugebietes aus den 1990er Jahren. Die alte Burgstelle ist noch als deutliche Erhöhung in der Landschaft auszumachen. Auch der [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats]] genannte Hof erinnert noch an das ehemalige Schloss.


1612 erwarb Freiherr Tido zu Innhausen und Knyphausen (1582-1638) ein Haus und Gut in Bargebur für 10.100 Emder Gulden aus dem Besitz des Junkers Albrecht Schwinge. Dieser hatte das Land wiederum von einem Mann namens Siptet Remtsna geerbt. Das Land fiel mit dieser Erwerbung an Lütetsburg. 1614 erbaute Tido auf dem Grundstück das Schloss für eigene Zwecke.
== Geschichte ==
1612 erwarb Freiherr Tido zu Innhausen und Knyphausen (1582-1638) ein Haus und Gut in [[Bargebur]] für 10.100 Emder Gulden aus dem Besitz des Junkers Albrecht Schwinge aus Emden. Dieser hatte das Land wiederum von einem Mann namens Siptet Remtsna geerbt. Das Land fiel mit dieser Erwerbung an Lütetsburg. 1614 begann Tido auf dem Grundstück den Bau des Schlosses für eigene Zwecke und nannte es nach dem neuen Land "Schloss Tidofeld". Der Name setzt sich zusammen aus seinem Vornamen und der Nutzung der von ihm erworbenen Ländereien als Felder.


Nach seinem Tode fiel das Schloss an Dodo II., welcher zugleich der neue Herr von Lütetsburg wurde.
Tido lebte bis zu seinem Tode im Jahr 1639 auf Schloss Tidofeld. Nach seinem Tode fiel es an seinen Bruder Dodo II., welcher zugleich der neue Herr von Lütetsburg wurde.


Im Verlaufe von Erbstreitigkeiten zwischen Dodo II. von Innhausen und Knyphausen und Haro Caspar von Innhausen und Knyphausen, einem Cousin aus dem niederländischen Nebenlinie der Familie, überfiel letzterer Tidofeld am 11.10.1669 mit über 100 Mann und beschoss es mit mehreren Geschützen. Durch Treffer der Korn und Heu lagernden Scheune geriet das Schloss in Brand. Das Schloss, oder das, was davon übrig blieb, wurde, nachdem sich der letzte Verteidiger ergab oder erschlagen war, von Haro besetzt und einige Tage später geschliffen.
Im Verlaufe von Erbstreitigkeiten zwischen Dodo II. von Innhausen und Knyphausen und Haro Caspar von Innhausen und Knyphausen, einem Vetter 2. Grades aus der niederländischen Nebenlinie der Familie, überfiel letzterer Tidofeld am 11. Oktober 1669 mit über 100 Mann und beschoss das Anwesen mit mehreren Geschützen. Haro sah sich selbst als legitimer Nachfolger von Tido und neuem Herren von Lütetsburg. Durch Treffer der Korn und Heu lagernden Scheune geriet das Schloss in Brand. Das Schloss, oder das, was davon übrig blieb, wurde von Haro besetzt und einige Tage später geschliffen.


Das Schloss bestand aus mehreren Gebäuden und verfügte über einen Turm, der dem des Schlosses Lütetsburg nicht unähnlich ist. Zum Anwesen gehörte ebenfalls ein stattlicher Garten.
2014 fanden Archäologen der Ostfriesischen Landschaft bei Grabungen Hinweise darauf, dass es sich bei der bislang vermuteten Burgstelle (siehe eingangs) tatsächlich um die richtige Örtlichkeit handelt.


Vermutlich befand sich das Schloss auf der nördlichen Seite der Heerstraße bzw. Landstraße. Die obige Karte veranschaulicht die wahrscheinliche Burgstelle. Hier befindet sich eine Anhöhe mit Wassergraben, auf dem sich heute ein Wohnhaus befindet. Östlich dieser Stelle befindet sich ein Flurstück namens "Tidofelder Burgen- und Schlickplaats", welches zur Burg gehört haben könnte. Heute steht dort ein historischer Gulfhof. Wurde diese Stelle bislang nur als Burgstelle vermutetet, scheinen archäologische Funde in 2014 diese Vermutung zu bestätigen.
== Beschreibung ==
Das Schloss bestand aus mehreren Gebäuden und verfügte über einen Turm, der dem des Schlosses Lütetsburg nicht unähnlich ist. Zum Anwesen gehörte ein stattlicher Garten und Wohngebäuden für Bedienstete bzw. das Gesinde.


==Quellenverzeichnis==
==Quellenverzeichnis==
* Arends, Friedrich (1824): Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes, unveränderter Nachdruck 1972 der Ausgabe, Emden, S. 407
* Houtrouw, O.G. (1974): Ostfriesland, eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Aurich 1889/1891, Leer, S. 255f.
* Houtrouw, O.G. (1974): Ostfriesland, eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Aurich 1889/1891, Leer, S. 255 f.
* Müller, Günter (1977): 293 Burgen und Schlösser im Raum Oldenburg-Ostfriesland, Oldenburg
* Müller, Günter (1977): 293 Burgen und Schlösser im Raum Oldenburg-Ostfriesland, Oldenburg
* Remmers, Arend (2004): Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 219 u. 256
* Schiller, Karl/Lübben, August (1875): Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bd. 3, S. 337


==Siehe auch==
==Siehe auch==