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Die Herrnhuter errichteten in den Folgejahren auf dem Grundstück nebenan ([[Am Markt]] 48) eine [[Herrnhuter Kapelle|kleine Kapelle]], die am 7. November 1876 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Es handelte sich bei ihr um einen schlichten turmlosen Kirchbau im neoromanischen Stil. Nach Abriss der alten Norderneyer Inselkirche im Jahr 1878 wurde deren Orgel aus dem Jahr 1842 nach Norden umgesetzt. Nur wenig mehr als zwei Jahrzehnte diente das Gebäude den Herrnhutern als Gotteshaus. Am 13. Februar 1898 löste sich die Herrnhuter Stadtgemeine Norden durch einen Gemeindebeschluss selbst auf. Die Kapelle ging 1905 in den Besitz der [[Reformierte Kirchengemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Gemeinde]] über und diente ihr rund 65 Jahre als städtische Außenstelle ihrer außerhalb der Stadtgrenzen gelegenen [[Bargeburer Kirche|Kirche in Bargebur]]. Auch die Landeskirchliche Gemeinschaft nutzte die ehemalige Herrnhuter Kapelle gastweise für ihre wöchentlichen Gemeinschaftsstunden. Der letzte Gottesdienst fand am 2. August 1970 statt. Anfang der 1970er Jahre wurde sie abgerissen und durch einen doppelstöckigen Flachbau, dem heutigen reformierten Gemeindehaus, ersetzt.<ref name=":1" />
Die Herrnhuter errichteten in den Folgejahren auf dem Grundstück nebenan ([[Am Markt]] 48) eine [[Herrnhuter Kapelle|kleine Kapelle]], die am 7. November 1876 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Es handelte sich bei ihr um einen schlichten turmlosen Kirchbau im neoromanischen Stil. Nach Abriss der alten Norderneyer Inselkirche im Jahr 1878 wurde deren Orgel aus dem Jahr 1842 nach Norden umgesetzt. Nur wenig mehr als zwei Jahrzehnte diente das Gebäude den Herrnhutern als Gotteshaus. Am 13. Februar 1898 löste sich die Herrnhuter Stadtgemeine Norden durch einen Gemeindebeschluss selbst auf. Die Kapelle ging 1905 in den Besitz der [[Reformierte Kirchengemeinde Lütetsburg-Norden|reformierten Gemeinde]] über und diente ihr rund 65 Jahre als städtische Außenstelle ihrer außerhalb der Stadtgrenzen gelegenen [[Bargeburer Kirche|Kirche in Bargebur]]. Auch die Landeskirchliche Gemeinschaft nutzte die ehemalige Herrnhuter Kapelle gastweise für ihre wöchentlichen Gemeinschaftsstunden. Der letzte Gottesdienst fand am 2. August 1970 statt. Anfang der 1970er Jahre wurde sie abgerissen und durch einen doppelstöckigen Flachbau, dem heutigen reformierten Gemeindehaus, ersetzt.<ref name=":1" />
== Bedeutung für die Stadt ==
Die Mitgliederzahl der Norder Gemein(d)e lag selten über 30, dennoch hat sie in den fast 160 Jahren ihres Bestehens für die Wirtschaft der ostfriesischen Kleinstadt sowie für das kirchliche Leben in Ostfriesland eine nicht zu unterschätzende Bedeutung gehabt. Sie brachte "tüchtige Gewerbetreibende und erwünschte Handwerker" niederländischer und Schweizer Herkunft nach Norden. Dazu gehörten Gerber, Seifensieder, Roßmüller, Brauer, Uhrmacher, Schneider und Schuster, aber auch Händler und Kaufleute.<ref name=":0" />
Beim Blick auf den kleinen Mitgliederkreis darf der große Kreis von Freunden der Herrnhuter Bewegung nicht übersehen werden. Die Freunde blieben Mitglieder ihrer angestammten Kirchen, trafen sich aber an verschiedenen Orten Ostfrieslands zu privaten Erbauungszusammenkünften und wurden in ihrem Glauben und Leben von der Herrnhuter Frömmigkeit geprägt. Ein Beispiel dafür ist der bereits erwähnte Mennonitenprediger [[Johannes Deknatel]]. Neben dem Einsatz der Herrnhuter Missionare waren es vor allem die Literaturarbeit sowie das reichhaltige geistliche Liedgut der Herrnhuter, das Menschen mit der Brüdergemeine in Kontakt brachte. Darüber hinaus wirkte sich auch „die Aktivität der Herrnhuter auf dem Gebiet der äußeren Mission“ befruchtend auf die landeskirchlichen Gemeinden Ostfrieslands und ihre Verbände aus. Sowohl die 1798 gegründete ostfriesische "Missionssocietät zum Senfkorn" als auch die "Ostfriesische Evangelische Missionsgesellschaft" wurden nicht unwesentlich von den Herrnhutern beeinflusst. In den ersten Jahrbüchern dieser Gesellschaften finden sich umfassende Berichte über das missionarische Engagement der Brüdergemeine in Grönland, Labrador, Westindien, Suriname und unter den amerikanischen Ureinwohnern. Kollekten, die man in den lutherischen und reformierten Gemeinden Ostfrieslands für diese Missionsarbeit zusammenlegte, wurden über den Prediger der Herrnhuter Gemeine Norden ihrem Zweck entsprechend weitergeleitet.<ref name=":1" />
==Prediger==
{| class="wikitable"
!Von
! bis
!Name
|-
|1761
|1770
|Heinrich Nitschmann
|-
|1770
|1780
|Heinrich Georg Gerner
|-
|1780
|1783
|Christian Friedrich Cunow
|-
|1783
|1790
|Christian August Stegmann
|-
|1790
|1791
|Johann Ulrich Willy
|-
|1791
|1793
|Lorenz Wilhadus Fabricius
|-
|1793
|1797
|Christian Gotthelf Icke
|-
|1797
|1799
|Johann Gottlieb Erxleben
|-
|1799
|1801
|Johann Hermann Philipp Hammerich
|-
|1801
|1801
|Carl Bernhard Garve
|-
|1801
|1809
|Johannes Nielsen
|-
|1809
|1810
|Carl Bernhard Garve
|-
|1811
|1836
|Jakob Friedrich Plessing
|-
|1837
|1850
|Samuel Brunner
|-
|1852
|1856
|Johannes Ernst Mentzel
|-
|1856
|1874
|Heinrich Bernhard Schopmann
|-
|1875
|1896
|Ferdinand Conrad Ludwig Maasberg
|-
|1896
|1898
|Wilhelm Heinrich Fürstenberg
|}


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references/>
<references />


==Siehe auch==
==Siehe auch==