Itzendorf: Unterschied zwischen den Versionen
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1717 wurde der zwischen Norddeich und Utlandshörn verlaufende [[Westermarscher Seedeich]] durch die [[Weihnachtsflut]] schwer beschädigt und an sechs Stellen völlig durchbrochen. An vier Durchbrüchen bildeten sich tiefe [[Kolk|Kolke]]. Vier dieser Deichbrüche befanden sich im Gebiet um den Ort, viele Einwohner fanden dabei den Tod und die Bausubstanz wurde schwer beschädigt. Zunächst versuchten die überlebenden Bewohner, ihr Dorf wieder zu sichern. Drei Jahre später richtet die [[Neujahrsflut]] vom 31. Dezember 1720 auf den 1. Januar 1721 verheerende Schäden an. Itzendorf wurde dabei völlig zerstört.<ref>Ohlig, Christoph (2005): Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, S. 36</ref> Nach erfolglosen Instandsetzungsversuchen wurde die alte Deichlinie 1721 endgültig aufgegeben, der südlich des Ortes gelegene Notdeich zum Seedeich ausgebaut und Itzendorf ausgedeicht, indem man den gesamten Westermarscher Seedeich von [[Norddeich]] bis [[Utlandshörn]] auf einer Strecke von 7,2 km Länge zurückverlegte. Rund 270 Hektar fruchtbares Land sind seitdem ausgedeicht.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch II, Manuskript</ref> | 1717 wurde der zwischen Norddeich und Utlandshörn verlaufende [[Westermarscher Seedeich]] durch die [[Weihnachtsflut]] schwer beschädigt und an sechs Stellen völlig durchbrochen. An vier Durchbrüchen bildeten sich tiefe [[Kolk|Kolke]]. Vier dieser Deichbrüche befanden sich im Gebiet um den Ort, viele Einwohner fanden dabei den Tod und die Bausubstanz wurde schwer beschädigt. Zunächst versuchten die überlebenden Bewohner, ihr Dorf wieder zu sichern. Drei Jahre später richtet die [[Neujahrsflut]] vom 31. Dezember 1720 auf den 1. Januar 1721 verheerende Schäden an. Itzendorf wurde dabei völlig zerstört.<ref>Ohlig, Christoph (2005): Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, S. 36</ref> Nach erfolglosen Instandsetzungsversuchen wurde die alte Deichlinie 1721 endgültig aufgegeben, der südlich des Ortes gelegene Notdeich zum Seedeich ausgebaut und Itzendorf ausgedeicht, indem man den gesamten Westermarscher Seedeich von [[Norddeich]] bis [[Utlandshörn]] auf einer Strecke von 7,2 km Länge zurückverlegte. Rund 270 Hektar fruchtbares Land sind seitdem ausgedeicht.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2010): Historische Ortsdatenbank Ostfriesland, Westermarsch II, Manuskript</ref> | ||
Unklar ist, ob und wann der Ort eigenständig war. In jedem Fall gehörte er als [[Itzendorfer Rott]] zur einst eigenständigen Gemeinde [[Westermarsch II]]. | |||
=== Fischerhausen=== | === Fischerhausen=== | ||
In unmittelbarer Nähe des untergegangenen Dorfes entstand spätestens ab 1780 ein rund 20 Meter langer Nachfolgebau für den Hafen, der bis 1840 genutzt wurde. Östlich davon entwickelte sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts dann ein weiterer Hafen, der bereits ab 1824 als "Fischerhausen am sogenannten Norddeich" bezeichnet wurde, die Keimzelle des heutigen Ortes [[Norddeich]]. Wie der Name bereits erkennen lässt, betrieben die Bewohner hier vor allem Fischfang.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 48</ref> | In unmittelbarer Nähe des untergegangenen Dorfes entstand spätestens ab 1780 ein rund 20 Meter langer Nachfolgebau für den Hafen, der bis 1840 genutzt wurde. Östlich davon entwickelte sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts dann ein weiterer Hafen, der bereits ab 1824 als "Fischerhausen am sogenannten Norddeich" bezeichnet wurde, die Keimzelle des heutigen Ortes [[Norddeich]]. Wie der Name bereits erkennen lässt, betrieben die Bewohner hier vor allem Fischfang.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 48</ref> | ||
An das ehemalige Itzendorf erinnern heute noch die [[Itzendorfplate]], die [[Itzendorfer Straße]] sowie eine Siedlung im östlichen [[Westermarsch II]], die den Namen "Itzendorf" trägt. | An das ehemalige Itzendorf erinnern heute noch die [[Itzendorfplate]], die [[Itzendorfer Straße]] sowie eine Siedlung im östlichen [[Westermarsch II]], die den Namen "Itzendorf" trägt. Diese Siedlung befindet sich beim [[Campingplatz Norddeich]], in deren Nähe sich auch die [[Itzendorfer Schule]] befand. | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
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==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
*[[Westeel]] | *[[Westeel]] | ||
*[[Itzendorfer | *[[Itzendorfer Rott]] | ||
[[Kategorie:Orte im Stadtgebiet]] | [[Kategorie:Orte im Stadtgebiet]] | ||
[[Kategorie:Orte in Norddeich]] | [[Kategorie:Orte in Norddeich]] | ||
[[Kategorie:Norddeich]] | [[Kategorie:Norddeich]] | ||