Gnadenkirche Tidofeld: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Kirchenraum hat eine Fläche von gut 167 Quadratmetern, der dazugehörige Gemeindesaal eine Fläche von weiteren 38 Quadratmetern. Die Gnadenkirche gilt wegen ihrer Größe und Lage inmitten einer Vertriebenensiedlung als eine der bemerkenswerten Vertriebenenkirchen Deutschlands. Das Gebäude ist auch unter kunsthistorischen Aspekten sehenswert: Max Herrmann (Oldenburg), Meisterschüler von Otto Dix und Max Beckmann, schuf die beeindruckenden Glasfenster im Bereich des Eingangs, der ehemaligen Sakristei, des ehemaligen Chorraums und der durch den Umbau nivellierten Empore. Die farbenfrohe Rosette in der Westfassade ziert nun auch das Logo der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld. Seit Mitte 2007 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. | Der Kirchenraum hat eine Fläche von gut 167 Quadratmetern, der dazugehörige Gemeindesaal eine Fläche von weiteren 38 Quadratmetern. Die Gnadenkirche gilt wegen ihrer Größe und Lage inmitten einer Vertriebenensiedlung als eine der bemerkenswerten Vertriebenenkirchen Deutschlands. Das Gebäude ist auch unter kunsthistorischen Aspekten sehenswert: Max Herrmann (Oldenburg), Meisterschüler von Otto Dix und Max Beckmann, schuf die beeindruckenden Glasfenster im Bereich des Eingangs, der ehemaligen Sakristei, des ehemaligen Chorraums und der durch den Umbau nivellierten Empore. Die farbenfrohe Rosette in der Westfassade ziert nun auch das Logo der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld. Seit Mitte 2007 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. | ||
Das Gelände der Dokumentationsstätte bietet jährlich Raum für große ökumenische Freiluft-Gottesdienste zum Thema Integration, Menschenwürde, Völkerverständigung. Regelmäßig werden Veranstaltungen zu vielfältigen Themen der deutschen Migrations- und Zeitgeschichte ausgerichtet. Zu den Höhepunkten zählten Symposien mit (ehemaligen und aktuellen) Flüchtlingen aus Schlesien, Iran, Syrien und Uganda. Auch werden Sonderausstellungen angeboten, zum Beispiel zur Geschichte der Juden in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen oder zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer. | |||
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Das Projekt wurde seit 2005 von einem Arbeitskreis des Kirchenkreises vorangetrieben, und die Dokumentationsstätte bleibt eng an den Kirchenkreis Norden angebunden. Gebäude und Grundstück sind dem 2009 gegründeten, kirchennahen Verein Gnadenkirche Tidofeld e.V. überlassen. Institutionelle Träger sind außerdem die Stadt Norden, der Landkreis Aurich und das Bistum Osnabrück. Der Superintendent des Kirchenkreises Norden ist laut Satzung qua Amtes grundsätzlich 1. Vorsitzender dieses Vereins. | Das Projekt wurde seit 2005 von einem Arbeitskreis des Kirchenkreises vorangetrieben, und die Dokumentationsstätte bleibt eng an den Kirchenkreis Norden angebunden. Gebäude und Grundstück sind dem 2009 gegründeten, kirchennahen Verein Gnadenkirche Tidofeld e.V. überlassen. Institutionelle Träger sind außerdem die Stadt Norden, der Landkreis Aurich und das Bistum Osnabrück. Der Superintendent des Kirchenkreises Norden ist laut Satzung qua Amtes grundsätzlich 1. Vorsitzender dieses Vereins. | ||
Auf Basis der historischen Perspektive kriegsbedingter Migration und Integration von 12 bis 14 Millionen Menschen dringt die Dokumentationsstätte auf einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und Vertriebenen, Arbeitsuchenden und Asylbewerbern, Aussiedlern und Migranten gleich welcher Herkunft. Durch den Einsatz moderner Technik (Touchscreens, Multimedia-Guides) werden deutschlandweit einzigartige Zeitzeugen-Interviews zum Medium des Plädoyers für Empathie und friedenspolitische Verantwortung – zu Gunsten einer humanen Gesellschaft gesammelt. | Auf Basis der historischen Perspektive kriegsbedingter Migration und Integration von 12 bis 14 Millionen Menschen dringt die Dokumentationsstätte auf einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und Vertriebenen, Arbeitsuchenden und Asylbewerbern, Aussiedlern und Migranten gleich welcher Herkunft. Durch den Einsatz moderner Technik (Touchscreens, Multimedia-Guides) werden deutschlandweit einzigartige Zeitzeugen-Interviews zum Medium des Plädoyers für Empathie und friedenspolitische Verantwortung – zu Gunsten einer humanen Gesellschaft gesammelt. Für Schülerinnen und Schüler wurden museumspädagogische Angebote entwickelt. | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||