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Die '''Norder Fehngesellschaft''' war ein Zusammenschluss von Norder Kaufleuten, die den gemeinsamen wirtschaftlichen Zweck verfolgten, Torf in den Hochmoorgebieten rund um das heutige Berumerfehn (damals [[Norderfehn]]) abzubauen. Torf war zu dieser Zeit das meistverbreitete Brennmaterial, Kohle wurde aufgrund ihrer schwereren Beschaffbarkeit und des höheren Preises erst wesentlich später genutzt.
Die '''Norder Fehngesellschaft''' war ein Zusammenschluss von Norder Kaufleuten, die den gemeinsamen wirtschaftlichen Zweck verfolgten, Torf in den Hochmoorgebieten rund um das heutige Berumerfehn (damals [[Norderfehn]]) abzubauen. Torf war zu dieser Zeit das meistverbreitete Brennmaterial, Kohle wurde aufgrund ihrer schwereren Beschaffbarkeit und des höheren Preises erst wesentlich später genutzt.


Gegründet wurde die Gesellschaft um 1790 als "Norder Fehn-Societaet" von sieben Norder Kaufleuten. Einer der Hauptinitiatoren und der erste Direktor war [[Folkmar Lantzius]], nach dem später auch die [[Lantziusstraße]] benannt wurde.
Gegründet wurde die Gesellschaft um 1790 als "Norder Fehn-Societaet" von sieben Norder Kaufleuten. Einer der Hauptinitiatoren und der erste Direktor war [[Folkmar Lantzius]], nach dem später auch die [[Lantziusstraße]] benannt wurde. Der wohl bekannteste Direktor war der einstige Bürgermeister der [[Sandbauerschaft]] und spätere [[Stadtrat|Senator]] sowie Unternehmer [[Popke Fegter]], der diesen Posten im Jahr 1915 wahrnahm.


==Geschichte==
==Geschichte==
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1796/1797 wurde der erste Torf im [[Norder Hafen]] angelandet, in umgekehrter Richtung wurde vor allem Dünger (Seeschlick, Kleierde, Straßenkot und Brennereiabfälle) transportiert. Die Kosten des Kanals betrugen 27.314 Reichsthaler, hinzu kamen Entwässerungsgräben, Brücken, Schleusen, Wege, Torfschiffe, Entschädigungen für Ländereien. Gebaut wurde der Kanal vor allem von Arbeitern aus dem Oldenburger Raum, da die Bürger Halbemonds, durch dessen Gebiet der Kanal in großen Teilen fließt, die entstehende Konkurrenz fürchteten und den Bau zu boykottieren versuchten.
1796/1797 wurde der erste Torf im [[Norder Hafen]] angelandet, in umgekehrter Richtung wurde vor allem Dünger (Seeschlick, Kleierde, Straßenkot und Brennereiabfälle) transportiert. Die Kosten des Kanals betrugen 27.314 Reichsthaler, hinzu kamen Entwässerungsgräben, Brücken, Schleusen, Wege, Torfschiffe, Entschädigungen für Ländereien. Gebaut wurde der Kanal vor allem von Arbeitern aus dem Oldenburger Raum, da die Bürger Halbemonds, durch dessen Gebiet der Kanal in großen Teilen fließt, die entstehende Konkurrenz fürchteten und den Bau zu boykottieren versuchten.


Der Torftransport über den Fehnkanal kam erst Ende der 1930er zum Erliegen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde immer weniger Torf als Brennmaterial ersetzt, da Kohle, die über bessere Brenneigenschaften verfügte, immer leichter und günstiger verfügbar wurde. Auch gewannen Lastkraftwagen immer mehr zum Warentransport an Bedeutung. Die Norder Fehngesellschaft löste sich daraufhin mit dem einsetzenden Zweiten Weltkrieg auf.
Der Torftransport über den Fehnkanal kam erst Ende der 1930er zum Erliegen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde immer weniger Torf als Brennmaterial ersetzt, da Kohle, die über bessere Brenneigenschaften verfügte, immer leichter und günstiger verfügbar wurde. Auch gewannen Lastkraftwagen immer mehr zum Warentransport an Bedeutung. Die Norder Fehngesellschaft löste sich daraufhin mit dem einsetzenden Zweiten Weltkrieg auf. Als einer der ersten erkannte [[Popke Fegter|Direktor Fegter]] die Zeichen der Zeit, wenngleich er 1933 noch mit Stolz (und zu Recht) behauptete, dass die Fehngesellschaft der größte Arbeitgeber auf dem Lande sei.


== Quellenverzeichnis ==
== Quellenverzeichnis ==
* Folkerts, Rudolf (1994): Der Fehnkanal - ein fast vergessener Wasserweg. In: Ostfreesland Kalender für Jedermann, Norden, S. 208
* Folkerts, Rudolf (1994): Der Fehnkanal - ein fast vergessener Wasserweg. In: Ostfreesland Kalender für Jedermann, Norden, S. 208
* Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Orsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)
* Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Orsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)
* [https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Berumerfehn.pdf Beschreibung von Berumerfehn] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Berumerfehn.pdf Beschreibung von Berumerfehn] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
* [https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft
* [https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Fegter_Popke.pdf Personendatenbank] der Ostfriesischen Landschaft
* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)


[[Kategorie:Gewerbe im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gewerbe im Stadtgebiet]]