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Dieses mehr oder weniger feste Konstrukt konnte bis in das 14. Jahrhundert standhalten, als sich schließlich aus den wenigen reichen und einflussreichen Familien - entgegen der Friesischen Freiheit - ein Adel bildete. Das 14. Jahrhundert war durch viele schwere Sturmfluten, wie die [[Marcellusflut]] im Jahr 1362 und eine verheerende Pestepidemie um 1350 geprägt. Viele Menschen kamen ums Leben und für die Überlebenden gab es größere Sorgen, um die sie sich kümmern mussten als die politische oder genossenschaftliche Teilhabe. Der Adel, der die Krisen besser als der große Teil der armen Bevölkerung überstand, nutzte diese Umstände, um seinen Einfluss zu vergrößern. Viele von ihnen verstanden es, die Lage geschickt zu ihrem Vorteil zu nutzen. Sie sahen ihre Autorität nicht mehr vom Willen der Gemeinde abhängig, sondern ihrem eigenen. Nach und nach formierten sich mehrere Häuptlingsgeschlechter in Ostfriesland. In der Westermarsch gelangten zunächst die [[Idzinga]] an die Macht, deren Hauptsitz in [[Itzendorf]] in der östlichen Westermarsch war. Ihre Steinhäuser, mit denen sie sich ohnehin von den oftmals erbärmlichen Behausungen der meisten Mitmenschen abhebten, vergrößerten sie weiter und formten daraus den ostfriesischen Typus an Burgen. Auch begannen sie, Söldnerheere aufzustellen, um ihren Machtanspruch im Zweifel mit Gewalt durchsetzen zu können.
Dieses mehr oder weniger feste Konstrukt konnte bis in das 14. Jahrhundert standhalten, als sich schließlich aus den wenigen reichen und einflussreichen Familien - entgegen der Friesischen Freiheit - ein Adel bildete. Das 14. Jahrhundert war durch viele schwere Sturmfluten, wie die [[Marcellusflut]] im Jahr 1362 und eine verheerende Pestepidemie um 1350 geprägt. Viele Menschen kamen ums Leben und für die Überlebenden gab es größere Sorgen, um die sie sich kümmern mussten als die politische oder genossenschaftliche Teilhabe. Der Adel, der die Krisen besser als der große Teil der armen Bevölkerung überstand, nutzte diese Umstände, um seinen Einfluss zu vergrößern. Viele von ihnen verstanden es, die Lage geschickt zu ihrem Vorteil zu nutzen. Sie sahen ihre Autorität nicht mehr vom Willen der Gemeinde abhängig, sondern ihrem eigenen. Nach und nach formierten sich mehrere Häuptlingsgeschlechter in Ostfriesland. In der Westermarsch gelangten zunächst die [[Idzinga]] an die Macht, deren Hauptsitz in [[Itzendorf]] in der östlichen Westermarsch war. Ihre Steinhäuser, mit denen sie sich ohnehin von den oftmals erbärmlichen Behausungen der meisten Mitmenschen abhebten, vergrößerten sie weiter und formten daraus den ostfriesischen Typus an Burgen. Auch begannen sie, Söldnerheere aufzustellen, um ihren Machtanspruch im Zweifel mit Gewalt durchsetzen zu können.


Vor allem durch Kriege mit der mächtigen Hanse und dem Wiedererstarken der Großbauern verlor das Häutplingswesen nach und seine Bedeutung. 1464 erhob Kaiser Friedrich III. den Häuptling [[Ulrich Cirksena]] in den Reichsgrafenstand und belehnte ihn mit Ostfriesland. Ab 1464 bis 1744 stand Westermarsch I ein vom Grafen bzw. Fürsten bestellter Drost vor, der später auch den Titel "Amtsverwalter" trug, da ihm das [[Amt Norden]] unterstand. Dieser hatte neben der Oberaufsicht auch die gesamte Polizeigewalt inne. Dem Drosten bzw. Amtsverwalter war ein Vogt beigestellt, der vom Grafen bzw. Fürsten selbst eingesetzt wurde. Dieser Vogt war neben Westermarsch I auch für [[Westermarsch II]] sowie [[Süderneuland I]] und [[Süderneuland II]] zuständig. Ein sogenannter Auskündiger, der vom Drosten bzw. Amtsverwalter eingesetzt wurde, unterstützte den Vogten in seiner Arbeit und war diesem hierarchisch untergeordnet. Unter dem Auskündigen standen mehrere Rottmeister, die jeweils ein Rott verwalteten. Westermarsch I hatte damit vier Rottmeister. Sie hatten vor allem die Aufgabe, die Steuern in ihren Rotten einzutreiben und den Rottbewohnern ihre Pflichten anzusagen. Die Amtszeit der Rottmeister dauerte zwei Jahre, das Amt wurde danach im Rott an geeignete, männliche Bewohner neu vergeben.
Vor allem durch Kriege mit der mächtigen Hanse und dem Wiedererstarken der Großbauern verlor das Häutplingswesen nach und seine Bedeutung. 1464 erhob Kaiser Friedrich III. den Häuptling [[Ulrich Cirksena]] in den Reichsgrafenstand und belehnte ihn mit Ostfriesland. Ab 1464 bis 1744 stand Westermarsch I ein vom Grafen bzw. Fürsten bestellter Drost vor, der später auch den Titel [[Amtsverwalter]] trug, da ihm das [[Amt Norden]] unterstand. Dieser hatte neben der Oberaufsicht auch die gesamte Polizeigewalt inne. Dem Drosten bzw. Amtsverwalter war ein Vogt beigestellt, der vom Grafen bzw. Fürsten selbst eingesetzt wurde. Dieser Vogt war neben Westermarsch I auch für [[Westermarsch II]] sowie [[Süderneuland I]] und [[Süderneuland II]] zuständig. Ein sogenannter Auskündiger, der vom Drosten bzw. Amtsverwalter eingesetzt wurde, unterstützte den Vogten in seiner Arbeit und war diesem hierarchisch untergeordnet. Unter dem Auskündigen standen mehrere Rottmeister, die jeweils ein Rott verwalteten. Westermarsch I hatte damit vier Rottmeister. Sie hatten vor allem die Aufgabe, die Steuern in ihren Rotten einzutreiben und den Rottbewohnern ihre Pflichten anzusagen. Die Amtszeit der Rottmeister dauerte zwei Jahre, das Amt wurde danach im Rott an geeignete, männliche Bewohner neu vergeben.


Für 1735 sind ein Leutnant und ein Fähnrich an der Spitze einer Landwehr (Miliz), die demokratisch gewählt, jedoch vom Regenten bestätigt werden mussten.  
Für 1735 sind ein Leutnant und ein Fähnrich an der Spitze einer Landwehr (Miliz), die demokratisch gewählt, jedoch vom Regenten bestätigt werden mussten.