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Die '''Ludgerikirche''' ist die größte mittelalterliche Kirche Ostfrieslands. Mit ihrem Standort am zentralen [[Marktplatz]] von Norden ist sie zudem eines der Wahrzeichen der statt. Erbaut wurde die Kirche in mehreren Abschnitten vom frühen 13. Jahrhundert an bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts und weist sowohl Elemente des romanischen als auch des gotischen Baustils auf. Im frühen 14. Jahrhundert wurde sie um einen freistehenden Glockenturm erweitert. Geweiht war sie dem heiligen Ludger, dem Apostel der Friesen und ersten Bischof des Bistums Münster, zu dem Norden einst gehörte.
Die '''Ludgerikirche''' ist die größte mittelalterliche Kirche Ostfrieslands. Mit ihrem Standort am zentralen [[Marktplatz]] von Norden ist sie zudem eines der Wahrzeichen der statt. Erbaut wurde die Kirche in mehreren Abschnitten vom frühen 13. Jahrhundert an bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts und weist sowohl Elemente des romanischen als auch des gotischen Baustils auf. Im frühen 14. Jahrhundert wurde sie um einen freistehenden Glockenturm erweitert. Geweiht war sie dem heiligen Ludger, dem Apostel der Friesen und ersten Bischof des Bistums Münster, zu dem Norden einst gehörte.
Als sogenannte "Sendkirche" des [[Norderland|Norderlandes]] war die Ludgerikirche lange Zeit Verhandlungsort von Gerichtsverfahren, abgehalten durch kirchliche und weltliche Würdenträger.
__TOC__
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==Geschichte==
==Geschichte==
Die Geschichte der Ludgerikirche steht in einem engen Zusammenhang mit der Entstehung der Stadt Norden. Angenommen wird, dass die Stadt als zentraler Marktort der umliegenden Bauerschaften [[Ekel]], [[Lintel]] und [[Westgaste]], die sich später zur Gemeinde [[Sandbauerschaft]] zusammenschlossen, entstand. Die Ortschaften befanden bzw. befinden sich nördlich, östlich und westlich des heutigen Stadtkerns und wurden in erhöht liegendem, damals noch weitestgehenden sturmflutsicherem Geestgebiet gegründet.
Die Geschichte der Ludgerikirche steht in einem engen Zusammenhang mit der Entstehung der Stadt Norden. Angenommen wird, dass die Stadt als zentraler Marktort der umliegenden Bauerschaften [[Ekel]], [[Lintel]] und [[Westgaste]], die sich später zur Gemeinde [[Sandbauerschaft]] zusammenschlossen, entstand. Die Ortschaften befanden bzw. befinden sich nördlich, östlich und westlich des heutigen Stadtkerns und wurden in erhöht liegendem, damals noch weitestgehenden sturmflutsicherem Geestgebiet gegründet.


So entstanden in etwa zur gleichen Zeit zwei Kirchen: Die [[Andreaskirche]] und die Ludgerikirche. Beide Kirchen wurden im höchstgelegenen Punkt der Stadt erbaut, die Andreaskirche zusätzlich auf einer Warft, also einer künstlichen Erderhöhung. Diese Warft ist auch nach dem Zerfall der Andreaskirche erhalten und bildet heute den [[Alter Friedhof|Alten Friedhof]].
So entstanden in etwa zur gleichen Zeit zwei Kirchen: Die [[Andreaskirche]] und die Ludgerikirche. Beide Kirchen wurden im höchstgelegenen Punkt der Stadt erbaut, die Andreaskirche zusätzlich auf einer Warft, also einer künstlichen Erderhöhung. Diese Warft ist auch nach dem Zerfall der Andreaskirche erhalten und bildet heute den [[Alter Friedhof|Alten Friedhof]]. Während die Andreaskirche zur städtischen Kirche wurde, wurde die Ludgerikirche die des Norder Umlandes; sprich der heute zur Stadt gehörenden und damals noch als Gemeinden [[:Kategorie:Stadtteile von Norden|selbstständigen Stadtteile]].


Während die Andreaskirche zur städtischen Kirche wurde, wurde die Ludgerikirche die des Norder Umlandes; sprich der heute zur Stadt gehörenden und damals noch als Gemeinden [[:Kategorie:Stadtteile von Norden|selbstständigen Stadtteile]].
Die Kirche wurde sodann dem heiligen Ludger geweiht, dem Apostel der Friesen und Schutzheiligen des [[Norderland|Norderlandes]]. Wie auch die [[Andreaskirche]] hatte die Ludgerikirche einen Vorgängerbau aus Holz, da insbesondere in Ostfriesland die natürlichen Steinvorkommen sehr begrenzt waren und die Ostfriesen zu dieser Zeit noch nicht sehr versiert im Steinbau waren. Dieser dürfte um die Zeit der christlichen Missionierung erbaut worden sein, spätestens im 9. oder 10. Jahrhundert.


==Beschreibung==
==Beschreibung==
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Die Ludgerikirche weist eine besonders reiche Ausstattung auf. Bedeutend sind insbesondere der Schriftaltar, die barocke Kanzel, das gotische Chorgestühl, das Taufbecken, das Epitaph des Unico Manninga und vor allem die Orgel von Arp Schnitger, historisch und klanglich ein Kunstwerk von internationalem Rang. Vorreformatorische Kunst des Mittelalters ist wegen des Bildersturms zur Zeit der Reformation nur in geringen Resten vorhanden, die nur im Querschiff und im Chor zu sehen sind.
Die Ludgerikirche weist eine besonders reiche Ausstattung auf. Bedeutend sind insbesondere der Schriftaltar, die barocke Kanzel, das gotische Chorgestühl, das Taufbecken, das Epitaph des Unico Manninga und vor allem die Orgel von Arp Schnitger, historisch und klanglich ein Kunstwerk von internationalem Rang. Vorreformatorische Kunst des Mittelalters ist wegen des Bildersturms zur Zeit der Reformation nur in geringen Resten vorhanden, die nur im Querschiff und im Chor zu sehen sind.


==Quellenverzeichnis==
==Einzelnachweise==
 
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==Siehe auch==
==Siehe auch==