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Die '''Lateinschule''' war die Vorläuferin des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] und befand sich im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]]. Sie wurde 1567 unter [[Edzard II. Cirksena]] als öffentliche Schule gegründet. Ihr voraus ging eine seit etwa 1510 existierende, ebenfalls auf Latein unterrichtende Privatschule voraus. Die Lateinschule genoss als einzige Schule in Norden das Privileg, von der christlichen Lehre abweichende Schriften zu lesen und zu verfassen.
Die '''Lateinschule''' war die Vorläuferin des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] und befand sich zunächst im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]], später auf dem Grund des heutigen Ulrichsgymnasiums. Sie wurde 1567 unter [[Edzard II. Cirksena]] als öffentliche Schule gegründet. Ihr voraus ging eine seit etwa 1510 existierende, ebenfalls auf Latein unterrichtende Privatschule voraus. Die Lateinschule genoss als einzige Schule in Norden das Privileg, von der christlichen Lehre abweichende Schriften zu lesen und zu verfassen.


==Geschichte==
==Geschichte==
Wie viele Niederländer floh auch der erste Rektor der neuen Lateinschule, Johannes Florianus, aus den Niederlanden nach Ostfriesland. Anhänger der Reformation wurden in den Niederlanden verfolgt, sodass viele von ihnen in das liberalere Ostfriesland abwanderten, das den Niederlanden seit jeher kulturell und wirtschaftlich ähnlich war und bis heute teilweise ist. Die Ostfriesen profitierten davon, denn nicht selten handelte es sich um Personen von höherer Bildung.
Wie viele Niederländer floh auch der erste Rektor der neuen Lateinschule, Johannes Florianus, aus den Niederlanden nach Ostfriesland. Anhänger der Reformation wurden in den Niederlanden verfolgt, sodass viele von ihnen in das liberalere Ostfriesland abwanderten, das den Niederlanden seit jeher kulturell und wirtschaftlich ähnlich war und bis heute teilweise ist. Die Ostfriesen profitierten davon, denn nicht selten handelte es sich um Personen von höherer Bildung.
Zur Finanzierung der neuen Schule wendete [[Enno II. Cirksena]] eingezogenes Kapital des im Jahr 1530 säkularisierten [[Kloster Marienthal]] auf. Hinzu kamen Spenden und Zuwenden von Privatpersonen. Das Budget der Schule war dadurch derart gewachsen, dass es Florianus möglich zwar, zwei weitere Lehrer einzustellen. Hierbei handelte es sich um der lateinischen Sprache mächtigen Akademiker, was in früheren Zeiten längst nicht die Regel war. Vielmehr wurden die Schüler meistens von nicht-akademische Lehrkräften unterrichtet, sogenannten Schulmeistern.
Aus Rechnungsunterlagen geht hervor, dass die Lateinschule seit 1567 schließlich auf dem Grund des heutigen [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] stand. Hier wurde das sogenannte "Osterhues", ein östliches Gebäude