Gustav Engelkes: Unterschied zwischen den Versionen
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Gustav Engelkes war das achte und jüngste Kind eines Lehrers. Ab 1916 besuchte er das [[Ulrichsgymnasium]] in Norden, von dem er 1921 verwiesen wurde. Anschließend begann er eine kaufmännische Lehre, die er jedoch 1925 abbrach. Das darauf folgende Wanderleben, das ihn unter anderem in die Schweiz und nach Österreich führte, wurde durch eine schwere Erkrankung während eines Italienaufenthalts beendet, sodass er gezwungen war, ins elterliche Haus zurückzukehren. Eine weitere Reise führte ihn 1928 nach Belgien. Später betrieb er zeitweise gemeinsam mit einem Bruder eine Margarinevertretung und eine Presseagentur. Seit 1931 war er freier Schriftsteller; aus der im gleichen Jahr geschlossenen Ehe gingen sechs Kinder hervor.<ref name=":0">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Engelkes.pdf Basse-Soltau, Ursula (1997): Biographie des Gustav Engelkes] in der Historischen Personendatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> | Gustav Engelkes war das achte und jüngste Kind eines Lehrers. Ab 1916 besuchte er das [[Ulrichsgymnasium]] in Norden, von dem er 1921 verwiesen wurde. Anschließend begann er eine kaufmännische Lehre, die er jedoch 1925 abbrach. Das darauf folgende Wanderleben, das ihn unter anderem in die Schweiz und nach Österreich führte, wurde durch eine schwere Erkrankung während eines Italienaufenthalts beendet, sodass er gezwungen war, ins elterliche Haus zurückzukehren. Eine weitere Reise führte ihn 1928 nach Belgien. Später betrieb er zeitweise gemeinsam mit einem Bruder eine Margarinevertretung und eine Presseagentur. Seit 1931 war er freier Schriftsteller; aus der im gleichen Jahr geschlossenen Ehe gingen sechs Kinder hervor.<ref name=":0">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Engelkes.pdf Basse-Soltau, Ursula (1997): Biographie des Gustav Engelkes] in der Historischen Personendatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> | ||
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten tat sich Engelkes als einer | Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten tat sich Engelkes als einer der Wortführer der NSDAP hervor. Er nahm an den Bücherverbrennungen jüdischer und als ''entartet'' geltender Bücher bei der ''Sonnenwendfeier'' in [[Tidofeld]] teil und plante mehrere ''Blut-und-Boden-Spiele'' für Freilicht-Aufführungen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 33</ref> | ||
Engelkes nahm als Sanitäter am [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] teil. Nach 1945 war er zeitweise Mitarbeiter der Norder Lokalredaktion der Ostfriesen-Zeitung. Bis zu seinem Tode schrieb er zahlreiche Beiträge für die Regionalpresse und Heimatkalender. Als Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen, Jugendbüchern, Gedichten und Theaterstücken machte er sich einen überregional bekannten Namen. Kritisch sind seine während des Dritten Reiches erschienenen Werke zu sehen, die von einer völkischen Ideologie waren; zehn dieser Werke standen nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der frühen DDR auf der ''Liste der auszusondernden Literatur''.<ref name=":0" /> | Engelkes nahm als Sanitäter am [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] teil. Nach 1945 war er zeitweise Mitarbeiter der Norder Lokalredaktion der Ostfriesen-Zeitung. Bis zu seinem Tode schrieb er zahlreiche Beiträge für die Regionalpresse und Heimatkalender. Als Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen, Jugendbüchern, Gedichten und Theaterstücken machte er sich einen überregional bekannten Namen. Kritisch sind seine während des Dritten Reiches erschienenen Werke zu sehen, die von einer völkischen Ideologie waren; zehn dieser Werke standen nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der frühen DDR auf der ''Liste der auszusondernden Literatur''.<ref name=":0" /> | ||