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Die Befestigung war Ausfluss dessen, dass die alten Straßen eines Königs nicht würdig seien und jedes Mal wieder neu hergerichtet werden mussten, nachdem sein umfangreicher Tross die Wege gequert hatte. Die [[Stadt Norden]] bemühte sich daher bereits seit dem 17. März 1838 um einen Anschluss an das Landstraßennetz, am 16. August 1842 erteilte die königliche Regierung die Zusage, obgleich sich die Norden an den Gesamtkosten in Höhe von 18.000 Reichstalern beteiligen musste.<ref name=":0" /><ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 5</ref>
Die Befestigung war Ausfluss dessen, dass die alten Straßen eines Königs nicht würdig seien und jedes Mal wieder neu hergerichtet werden mussten, nachdem sein umfangreicher Tross die Wege gequert hatte. Die [[Stadt Norden]] bemühte sich daher bereits seit dem 17. März 1838 um einen Anschluss an das Landstraßennetz, am 16. August 1842 erteilte die königliche Regierung die Zusage, obgleich sich die Norden an den Gesamtkosten in Höhe von 18.000 Reichstalern beteiligen musste.<ref name=":0" /><ref>Dorsch, Thomas / Wenz, Martin (2003): Norden / Ostfriesland. Denkmalpflegerische Zielplanung für Osterstraße und Neuen Weg, Hameln, S. 5</ref>


Bei den Planungen erwog man, die neue Chaussee auf dem [[Alter Postweg|Alten Postweg]] verlaufen zu lassen, kam jedoch schnell zu dem Entschluss, dass diese Wegstrecke zu kurvenreich sei, sodass man sich für einen (weitestgehend) geradlinigen Verlauf entschied. Hoffnungen einiger Bürger, die Straße werde mit der [[Brückstraße]] zerschlugen sich mit der Anbindung dieser an den [[Neuer Weg|Neuen Weg]], der sich seitdem zum neuen Südeingang der Stadt entwickelte.<ref name=":0" /> Tatsächlich war die Anbindung über die Brückstraße zunächst angeplant und für den Bau sollten die Häuser des [[Haus Grimping|Bäckermeisters Grimping]] und des [[Im schwarzen Roß|Schankwirtes Heeren]] abgebrochen werden. Die der [[Norder Fehngesellschaft]] gehörende Brücke sollte durch eine feste Brücke ersetzt werden. Doch dann entschieden sich die Planer dagegen, obwohl die Bewohner in einer Denkschrift inständig darum baten, die Straße an der Brückstraße zu planen. Dafür wollten sie gar - natürlich in Erwartung wirtschaftlicher Vorteile durch mehr Kunden - unentgeltlich Teile ihrer Grundstücke hergeben. Als Gründe führten die Planer an, dass der neue Weg gen [[Neuer Weg|Neuen Weg]] der kürzeste, sicherste und geradeste Weg in die Stadt sei.<ref>Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 1</ref>
Bei den Planungen erwog man, die neue Chaussee auf dem [[Alter Postweg|Alten Postweg]] verlaufen zu lassen, kam jedoch schnell zu dem Entschluss, dass diese Wegstrecke zu kurvenreich sei, sodass man sich für einen (weitestgehend) geradlinigen Verlauf entschied. Hoffnungen einiger Bürger, die Straße werde mit der [[Brückstraße]] zerschlugen sich mit der Anbindung dieser an den [[Neuer Weg|Neuen Weg]], der sich seitdem zum neuen Südeingang der Stadt entwickelte.<ref name=":0" /> Tatsächlich war die Anbindung über die Brückstraße zunächst angeplant und für den Bau sollten die Häuser des [[Haus Grimping|Bäckermeisters Grimping]] und des [[Im schwarzen Roß|Schankwirtes Heeren]] abgebrochen werden. Die der [[Norder Fehngesellschaft]] gehörende Brücke sollte durch eine feste Brücke ersetzt werden. Doch dann entschieden sich die Planer dagegen, obwohl die Bewohner in einer Denkschrift inständig darum baten, die Straße an der Brückstraße zu planen. Dafür wollten sie gar - natürlich in Erwartung wirtschaftlicher Vorteile durch mehr Kunden - unentgeltlich Teile ihrer Grundstücke hergeben. Als Gründe führten die Planer an, dass der neue Weg gen [[Neuer Weg|Neuen Weg]] der kürzeste, sicherste und geradeste Weg in die Stadt sei.<ref>Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 1</ref>[[Datei:Bahnhofstraße Bundesstraße Umgehungsstraße Bau 01 05 2009 02.jpg|mini|Bau der [[Umgehungsstraße]] (2009). Hier erkennbar ist der alte Kopfsteinpflaster der historischen Chaussee, über den die neue Teerdecke aufgebracht wurde.]]Als die königliche Landdrostei bzw. die Planer die Stadt für den Straßenausbau verstärkt zur Kasse bitten wollte, führte dies in Politik und Verwaltung zu Uneinigkeit, die sich der Lütetsburger Graf zueigen machen wollte und bei der Landdrostei die Verlegung der Bundesstraße möglichst eng an [[Bargebur]] zu erwirken, das damals noch zu Lütetsburg gehörte. Erst nachdem 220 angesehen Bürger den [[Magistrat]] aufforderten, die geforderten 4.000 Taler aufzubringen, beschloss man dies am 18. Juli 1845. Im September erfolgte dann die Antwort der Landdrostei.<ref>Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 2</ref>


Als die königliche Landdrostei bzw. die Planer die Stadt für den Straßenausbau verstärkt zur Kasse bitten wollte, führte dies in Politik und Verwaltung zu Uneinigkeit, die sich der Lütetsburger Graf zueigen machen wollte und bei der Landdrostei die Verlegung der Bundesstraße möglichst eng an [[Bargebur]] zu erwirken, das damals noch zu Lütetsburg gehörte. Erst nachdem 220 angesehen Bürger den [[Magistrat]] aufforderten, die geforderten 4.000 Taler aufzubringen, beschloss man dies am 18. Juli 1845. Im September erfolgte dann die Antwort der Landdrostei.<ref>Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 2</ref>
Für den Bau der Chaussee musste das [[Haus Uken|Uken'sche Haus]] am südlichen Neuen Weg weichen.


Für den Bau der Chaussee musste das [[Haus Uken|Uken'sche Haus]] am südlichen Neuen Weg weichen.
[[Datei:Bahnhofstraße Bundesstraße Umgehungsstraße Bau 01 05 2009 02.jpg|mini|Bau der [[Umgehungsstraße]] (2009). Hier erkennbar ist der alte Kopfsteinpflaster der historischen Chaussee, über den die neue Teerdecke aufgebracht wurde.]]
Für den Anschluss an das Telegrafennetz wurden die Leitungen neben der Chaussee verlegt. Trotz aller Schwierigkeiten konnte nach einer Bauzeit von etwas mehr als zweieinhalb Monaten am 28. Juni 1858 die einadrige Telegrafenleitung von Emden über Norden nach Norderney wie geplant rechtzeitig zur Sommersaison in Betrieb genommen werden. Damit hatte Norden im Sommer 1858 erstmals eine Telegrafenstation bekommen, die Postbeamte im [[Postamt]] bedienten.<ref>Bourdeaux, Jürgen (2020): Peter Bourdeaux. Kaufmann und Telegrafist in Norden, Bad Mergentheim, S. 35</ref>
Für den Anschluss an das Telegrafennetz wurden die Leitungen neben der Chaussee verlegt. Trotz aller Schwierigkeiten konnte nach einer Bauzeit von etwas mehr als zweieinhalb Monaten am 28. Juni 1858 die einadrige Telegrafenleitung von Emden über Norden nach Norderney wie geplant rechtzeitig zur Sommersaison in Betrieb genommen werden. Damit hatte Norden im Sommer 1858 erstmals eine Telegrafenstation bekommen, die Postbeamte im [[Postamt]] bedienten.<ref>Bourdeaux, Jürgen (2020): Peter Bourdeaux. Kaufmann und Telegrafist in Norden, Bad Mergentheim, S. 35</ref>