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26506 Norden
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Die '''evangelisch-lutherische Ludgerigemeinde''' ist die mit Abstand größte Kirchengemeinde der Stadt und nach der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Ludgerusgemeinde]] auch die zweitälteste. Sie entstand in der reformatorischen Bewegung in der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Die '''evangelisch-lutherische Ludgerigemeinde''' ist die mit Abstand größte Kirchengemeinde der Stadt und nach der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Ludgerusgemeinde]] auch die zweitälteste. Sie entstand in der reformatorischen Bewegung in der Mitte des 16. Jahrhunderts.


Heute gehören die [[Norden (Stadtteil)|Kernstadt]] und [[Tidofeld]] zur Gemeinde, während beispielsweise [[Westermarsch I]] und [[Westermarsch II]] der [[Andreasgemeinde Norden|Andreasgemeinde]] zugehörig sind.
Heute gehören die [[Norden (Stadtteil)|Kernstadt]] und [[Tidofeld]] zur Gemeinde, während beispielsweise [[Westermarsch I]] und [[Westermarsch II]] der [[Andreasgemeinde Norden|Andreasgemeinde]] zugehörig sind.
 
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==Geschichte==
==Geschichte==
* siehe auch: [[Ludgerusgemeinde Norden#Geschichte|Geschichte der katholischen Gemeinde von Norden]]
* siehe auch: [[Ludgerusgemeinde Norden#Geschichte|Geschichte der katholischen Gemeinde von Norden]]
* siehe auch: [[Ludgerikirche#Geschichte|Geschichte der Ludgerikirche zu Norden]]
* siehe auch: [[Ludgerikirche#Geschichte|Geschichte der Ludgerikirche zu Norden]]


=== Anfänge ===
===Anfänge===
Bis zur Reformation gab es auch in Norden nur die katholische Glaubensrichtung. Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther schließlich seine 95 Thesen, in der er deutliche Kritik an der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Kirche]] übte, an die Schlosskirche zu Wittenberg. Etwa zehn Jahre später verbreitete sich sein Gedankengut auch in Norden. Es kommt zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des ''alten'' und des ''neuen Glaubens''. Am 1. Januar des Jahres wird die Spaltung der Norder Glaubensgemeinschaft durch die sogenannte [[Norder Disputation]] faktisch besiegelt. In den Folgejahren lösen sich das [[Kloster Marienthal]] und das [[Kloster Norden]] auf bzw. werden durch [[Enno II. Cirksena|Graf Enno II.]] säkularisiert. Der evangelische Glauben setzt sich durch und verdrängt den Katholizismus.
Bis zur Reformation gab es auch in Norden nur die katholische Glaubensrichtung. Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther schließlich seine 95 Thesen, in der er deutliche Kritik an der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Kirche]] übte, an die Schlosskirche zu Wittenberg. Etwa zehn Jahre später verbreitete sich sein Gedankengut auch in Norden. Es kommt zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des ''alten'' und des ''neuen Glaubens''. Am 1. Januar des Jahres wird die Spaltung der Norder Glaubensgemeinschaft durch die sogenannte [[Norder Disputation]] faktisch besiegelt. In den Folgejahren lösen sich das [[Kloster Marienthal]] und das [[Kloster Norden]] auf bzw. werden durch [[Enno II. Cirksena|Graf Enno II.]] säkularisiert. Der evangelische Glauben setzt sich durch und verdrängt den Katholizismus.


Doch auch ineinander sind die Evangelen zerstritten und spalten sich in die evangelisch-lutherische und die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|evangelisch-reformierte]]. Verschärft werden die Glaubenskonflikte in der Mitte des 16. Jahrhunderts durch die - eigentlich gemeinsam - regierenden Grafen [[Johann II. Cirksena|Johann II.]] und [[Edzard II. Cirksena]]. Während Johann II. sich zum reformatorischen Calvinismus bekennt, vertritt Edzard II. die lutherische Glaubensrichtung, die sich schließlich auch durchsetzt.
Doch auch ineinander sind die Evangelen zerstritten und spalten sich in die evangelisch-lutherische und die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|evangelisch-reformierte]]. Verschärft werden die Glaubenskonflikte in der Mitte des 16. Jahrhunderts durch die - eigentlich gemeinsam - regierenden Grafen [[Johann II. Cirksena|Johann II.]] und [[Edzard II. Cirksena]]. Während Johann II. sich zum reformatorischen Calvinismus bekennt, vertritt Edzard II. die lutherische Glaubensrichtung, die sich schließlich auch durchsetzt.


=== Fortsetzung ===
===Fortsetzung===
Die neue Lehre fand unter den Ostfriesen viele Anhänger, sodass sich die Gemeinde schnell entwickelte. Einer der ersten Pfarrer war [[Hinrich Reese]], der zur Norder Disputation einlud und damit der Reformation entscheidend den Weg ebnete.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 8</ref>
Die neue Lehre fand unter den Ostfriesen viele Anhänger, sodass sich die Gemeinde schnell entwickelte. Einer der ersten Pfarrer war [[Hinrich Reese]], der zur Norder Disputation einlud und damit der Reformation entscheidend den Weg ebnete.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 8</ref>


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Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war die [[Ludgerikirche]] erstmals am 30. Januar 1934 Schauplatz nationalsozialistischer Propaganda. Die Norder Pastoren hielten einen ''Dankgottesdienst'' ab. Doch wollten sich die Geistlichen offenbar nicht gänzlich den neuen Machthabern beugten, verhinderten sie doch bis immerhin zum Frühsommer 1942, dass die Partei dort für die nationalsozialistischen Christen eigene Veranstaltungen abhielt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 33</ref> 1943 wurde aus Sorge vor Luftangriffen die Arp-Schnitger-Orgel abgebaut und das Kloster Möllenbeck in Rinteln an der Weser verbracht und von dort im Sommer 1945 wieder nach Norden transportiert. Die Orgel überstand den Krieg und den Transport weitestgehend unversehrt und führte in den schweren Nachkriegsjahren mit ihrem Klang zur ''Erbauung und inneren Besinnung'' für die Zivilbevölkerung und (ehemalige) Wehrmachtsangehörige. Die Glocken werden im Januar 1942 abgenommen, einige von ihnen werden eingeschmolzen, andere überstehen den Krieg und werden schon kurz nach dessen Ende von der [[Spedition Peter Janssen]] wieder zurück zum Glockenturm transportiert.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 283f.</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 39</ref>
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war die [[Ludgerikirche]] erstmals am 30. Januar 1934 Schauplatz nationalsozialistischer Propaganda. Die Norder Pastoren hielten einen ''Dankgottesdienst'' ab. Doch wollten sich die Geistlichen offenbar nicht gänzlich den neuen Machthabern beugten, verhinderten sie doch bis immerhin zum Frühsommer 1942, dass die Partei dort für die nationalsozialistischen Christen eigene Veranstaltungen abhielt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 33</ref> 1943 wurde aus Sorge vor Luftangriffen die Arp-Schnitger-Orgel abgebaut und das Kloster Möllenbeck in Rinteln an der Weser verbracht und von dort im Sommer 1945 wieder nach Norden transportiert. Die Orgel überstand den Krieg und den Transport weitestgehend unversehrt und führte in den schweren Nachkriegsjahren mit ihrem Klang zur ''Erbauung und inneren Besinnung'' für die Zivilbevölkerung und (ehemalige) Wehrmachtsangehörige. Die Glocken werden im Januar 1942 abgenommen, einige von ihnen werden eingeschmolzen, andere überstehen den Krieg und werden schon kurz nach dessen Ende von der [[Spedition Peter Janssen]] wieder zurück zum Glockenturm transportiert.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 283f.</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 39</ref>
==Wissenswertes==


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
<references/>


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden]]
*[[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden]]
*[[Ludgerusgemeinde Norden]]


[[Kategorie:Körperschaften im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Körperschaften im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]