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Die '''(Alte) Mühlenbrücke''' (auch: ''Bahnhofsbrücke'') verbindet den südlichen [[Neuer Weg|Neuen Weg]] mit dem [[Popke-Fegter-Platz]] bzw. früher der [[Bahnhofstraße]] bzw. [[Bundesstraße|Chaussee]] über das [[Galgentief]]. Ihren Namen hat sie von anliegenden den [[Zwillingsmühlen]] erhalten. Sie ist das ältere Pendant zur weiter südwestlich verlaufenden [[Neue Mühlenbrücke|Neuen Mühlenbrücke]].
Die '''(Alte) Mühlenbrücke''' (offiziell seit 1950: ''Mühlenbrücke''; auch: ''Bahnhofsbrücke'') verbindet den südlichen [[Neuer Weg|Neuen Weg]] mit dem [[Popke-Fegter-Platz]] bzw. früher der [[Bahnhofstraße]] bzw. [[Bundesstraße|Chaussee]] über das [[Galgentief]]. Ihren Namen hat sie von anliegenden den [[Zwillingsmühlen]] erhalten. Sie ist das ältere Pendant zur weiter südwestlich verlaufenden [[Neue Mühlenbrücke|Neuen Mühlenbrücke]].
 
Sowohl sprachlich als auch tatsächlich wird die Alte Mühlenbrücke manchmal mit der weiter östlich gelegenen [[Galgentiefsbrücke]] an der [[Brückstraße]] verwechselt.
 
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==Geschichte==
==Geschichte==
* siehe auch: [[Bundesstraße#Geschichte|Geschichte der Bundesstraße (Chaussee)]]
Auch wenn die Brücke im Laufe der Jahrzehnte mehrfach renoviert wurde, geht sie im Kern auf eine um 1848 erbaute Brücke zurück, die hier die [[Bundesstraße]] (Chaussee) mit dem [[Neuer Weg|Neuen Weg]] geplant werden sollte. Bis dahin war dieser eine Sackgasse bzw. hatte nur nach links und rechts Anbindung an die [[Dammstraße]] sowie die [[Brückstraße]], die bis dahin das südliche Einfallstor der Stadt war.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 124</ref>  
Auch wenn die Brücke im Laufe der Jahrzehnte mehrfach renoviert wurde, geht sie im Kern auf eine um 1848 erbaute Brücke zurück, die hier die [[Bundesstraße]] (Chaussee) mit dem [[Neuer Weg|Neuen Weg]] geplant werden sollte. Bis dahin war dieser eine Sackgasse bzw. hatte nur nach links und rechts Anbindung an die [[Dammstraße]] sowie die [[Brückstraße]], die bis dahin das südliche Einfallstor der Stadt war.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 124</ref>  


Anwohner befürchteten beim Bau der Brücke, dass diese eine derartige Höhe erreichen würde, dass ihre Häuser nach Fertigstellung des Baus unterhalb der Brücke liegen und diese damit im Wert sinken würden. Die Bedenken fanden ebenso wenig Beachtung wie jene der [[Norder Fehngesellschaft]], die sich für eine hölzerne bzw. drehbare Brücke einsetzte. Stattdessen wurde sie starr errichtet und mit Klinkersteinen bepflastert.<ref name=":0" />  
Anwohner befürchteten beim Bau der Brücke, dass diese eine derartige Höhe erreichen würde, dass ihre Häuser nach Fertigstellung des Baus unterhalb der Brücke liegen und diese damit im Wert sinken würden. Die Bedenken fanden ebenso wenig Beachtung wie jene der [[Norder Fehngesellschaft]], die sich für eine hölzerne bzw. drehbare Brücke einsetzte. Stattdessen wurde sie starr errichtet und mit Klinkersteinen bepflastert.<ref name=":0" /><ref name=":1">Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 4</ref>
 
Damals wie heute war die Brücke immer wieder reparaturbedürftig. Bereits seit den 1920er Jahren war sie nicht mehr für den gestiegenen Straßenverkehr ausgelegt und wurde daher 1921 einfachst und 1928/1929 umfangreich saniert. Dennoch wurden schon 1935 erste Stimmen laut, den Verkehr über die Brücke einzuschränken. Fortan durfte sie nicht mehr mit Kraftfahrzeugen über 5,5 Tonnen befahren werden.<ref name=":1" />
 
Im Oktober 1941 wurden der Straßenbehörde mitgeteilt, dass die 16 Holzpfosten der Brücke völlig marode seien. Eine konkrete Einsturzgefahr wurde noch nicht erkannt, wohl aber die Notwendigkeit eines baldigen Neubaus. Bei den Bauplanungen wurde immer wieder die (vermeintliche) Kriegswichtigkeit der Brücke hervorgehoben.<ref name=":2">Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 5</ref>
 
Probebohrungen 1942/1943 zeigten, dass der Untergrund ([[Norder Tief]]) wenig tragfähig sein und ein Neubau daher eisern ausgeführt werden müsse. Wegen des Kriegs kamen die Planungen jedoch nicht voran und versandeten. Erst im April 1946 wurden die alten Planungen wieder aufgenommen.<ref name=":2" />
 
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] entging die Brücke nur knapp ihrer Zerstörung. Fanatiker hatten diese noch in den letzten Kriegstagen mit Sprengstoff versehen, um sie vor dem Überqueren der herannahenden Alliierten zu sprengen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 43</ref>
 
Das Straßenbauamt stellte im November 1946 fest, dass sämtliche Pfähle morsch seien und ein Neubau unumgänglich sei. Bereits im Folgemonat wurden die ersten Angebote eingeholt, im Februar 1947 begannen erste Vorarbeiten. Die schlechte WIrtschaftslage sowie schwankende Baustoffpreise erschwerten die Kalkulation und Planungen immens.<ref name=":2" />
 
Da die Planungen vorsahen, die Brücke 40 cm niedriger herzustellen, kamen Proteste seitens der [[Norder Fehngesellschaft]] auf, die befürchtete, mit ihren Schiffen nicht mehr ungehindert passieren zu können.<ref name=":3">Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 6</ref>
 
Erst nach der Währungsreform 1948 nahmen die Planungen konkretere Züge an. Mittlerweile war die Brücke in einem desaloten Zustand, sodass beim Überfahren die Erschütterungen erkennbar waren und es ein Wunder war, dass es noch zu keinem Unglück kam. Am 4. Juli 1949 wurde sämtlicher Kraftfahrzeugverkehr über die Brücke verboten. Da nun die Brückstraße stark frequentiert wurde, kam es dort an Häusern zu Rissen und weiteren Schäden.<ref name=":3" /><ref name=":4">Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 7</ref> Da die Stadtkasse ein Jahr nach der Währungsreform gänzlich leer war, bat man beim niedersächsischen Verkehrsministerium sowie dem niedersächischen Finanzministerium in Hannover um Zuschüsse. Gemeinsam mit dem [[Landkreis Norden]] gewährte man der Stadt daraufhin einen Zuschuss in Höhe von 90.000 DM. Der Bund steuerte weitere 60.000 DM bei, sodass nur noch ein kleiner Teil der insgesamt 195.000 DM Baukosten von der Stadt aufzubringen war.<ref name=":4" />


Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] entging die Brücke nur knapp ihrer Zerstörung. Fanatiker hatten diese noch in den letzten Kriegstagen mit Sprengstoff versehen, um sie vor dem Überqueren der herannahenden Alliierten zu sprengen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 43</ref>
Mit dem Bau der [[Neue Mühlenbrücke|Neuen Mühlenbrücke]] weiter westlich am alten [[Norder Hafen]] kam es zu einer deutlichen Entlastung der Alten Mühlenbrücke, deren Neubau am 16. August 1950 um 17:00 Uhr eingeweiht wurde.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 25</ref><ref name=":5">Klein, Walter (1950): Die Brücke über das Galgentief in Norden (Ostfriesland). Ihre Entstehung im Jahre 1848 und ihre Erneuerung im Jahre 1950, Norden, S. 10</ref> Am 2. August 1950 entschied die [[Stadtrat|Stadtvertretung]] auf Vorschlag des Ausschusses für Hoch- und Tiefbau, dass die Brücke offiziell den Namen Mühlenbrücke tragen sollte. Weitere Vorschläge waren: Drei-Mühlen-Brücke, Leegemoorbrücke, Deichbrücke, Stadtbrücke und Neue Brücke.<ref name=":5" />


Mit dem Bau der [[Neue Mühlenbrücke|Neuen Mühlenbrücke]] kommt es zu einer deutlichen Entlastung der alten Brücke, die 1950 letztmalig erneuert und am 16. August des Jahres eingeweiht wurde.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 25</ref> Im Zuge der Fertigstellung des [[Norder Tor|Norder Tors]] ab 2012 wurde sie für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt, da der [[Popke-Fegter-Platz]] als Fußgängerzone ausgewiesen wird und immer wieder Kraftfahrzeuge die baufällige Brücke befuhren - insbesondere Lieferanten und ein im [[Norder Tor]] ansässiger, uneinsichtiger Gastronom mit seinem schweren SUV. Ab 2017 sperrte man die Brücke schließlich zusätzlich mit Verkehrspollern ab, da durch die Verkehrszeichen allein keine Verbesserung der Lage eintrat.
Im Zuge der Fertigstellung des [[Norder Tor|Norder Tors]] ab 2012 wurde sie für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt, da der [[Popke-Fegter-Platz]] als Fußgängerzone ausgewiesen wird und immer wieder Kraftfahrzeuge die baufällige Brücke befuhren - insbesondere Lieferanten und ein im [[Norder Tor]] ansässiger, uneinsichtiger Gastronom mit seinem schweren SUV. Ab 2017 sperrte man die Brücke schließlich zusätzlich mit Verkehrspollern ab, da durch die Verkehrszeichen allein keine Verbesserung der Lage eintrat.


==Galerie==
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