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26506 Norden
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Die '''Westerhörner Schule''' war die nordwestlichste Schule des deutschen Festlandes und damit naturgemäß auch der Stadt Norden. Sie war neben der [[Itzendorfer Schule]] eine der beiden Schulen in [[Westermarsch II]]. Sie wurde auch ''[[Oldehörn|Oldehörner]] Schule'' genannt.
Die '''Westerhörner Schule''' war eine Volksschule in [[Westermarsch II]] und die nordwestlichste Schule des deutschen Festlandes und damit naturgemäß auch der [[Stadt Norden]]. Sie war neben der [[Itzendorfer Schule]] eine der beiden Schulen in [[Westermarsch II]]. Sie wurde auch ''[[Oldehörn|Oldehörner]] Schule'' genannt.
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==Geschichte==
==Geschichte==
Über die Gründung der Westerhörner Schule ist nichts bekannt. Sicher ist, dass sie 1782 erbaut wurde und noch bis 1813 mit Stroh bedeckt war. Am Westende befand sich die Klasse und am Ostende eine Küche und ein Stall. Der Raum unter dem Abdach der Tür wurde ''Ülkgatt'' genannt.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 74</ref> Möglicherweise haben hier Iltisse (= Ülke) oder Marder gehaust (gatt = Höhle).
Über die Gründung der Westerhörner Schule ist nichts mehr bekannt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde sie in allen Teilen ihrer Geschichte als Volksschule mit bis zu acht Schulklassen genutzt.<ref name=":1">Ostfriesischer Kurier vom 4. November 2006, S. 10</ref> Sicher ist, dass das Gebäude (erstmals) 1782 erbaut wurde und noch bis 1813 mit Stroh bedeckt war. Am Westende befand sich die Klasse und am Ostende eine Küche und ein Stall. Der Raum unter dem Abdach der Tür wurde ''Ülkgatt'' genannt.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 74</ref> Möglicherweise haben hier Iltisse (= Ülke) oder Marder gehaust (gatt = Höhle).
 
1813 trat [[Hinrich Cremer]] seinen Dienst an der Schule an. Kurz nach Übernahme der Amtsgeschäfte pflanzte er eine Eiche und löste dadurch - aus nicht bekannten Gründen - einen ''Schulstreik'' aus.<ref name=":1" />


Bei der [[Februarflut 1825|Februarflut im Jahre 1825]] wurde die Schule von den Fluten überschwemmt, blieb aber weitestgehend unversehrt. Der Lehrer musste zu einem nahegelegenen, auf einer [[Warft]] errichteten Hof, flüchten. Um 1868 wurde das inzwischen baufällige Gebäude neu errichtet.<ref name=":0" />
Bei der [[Februarflut 1825|Februarflut im Jahre 1825]] wurde die Schule von den Fluten überschwemmt, blieb aber weitestgehend unversehrt. Der Lehrer musste zu einem nahegelegenen, auf einer [[Warft]] errichteten Hof, flüchten. Um 1868 wurde das inzwischen baufällige Gebäude neu errichtet.<ref name=":0" />


Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] besuchten 98 Kinder die Westerhörner Schule. 24 von ihnen kamen aus [[Itzendorf]], da die [[Alte Itzendorfer Schule|dortige Schule]] von der Armee requiriert wurde.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_II.pdf Beschreibung von Westermarsch II] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Am Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurden hier Soldaten und Flüchtlinge untergebracht, sodass der Schulbetrieb zum Erliegen kam. Die neuen Bewohner behandelten die Schule und die Einrichtung alles andere als gut, sodass nach ihrem Auszug eine umfangreiche Sanierung erforderlich war.<ref name=":0" /><ref>Ostfriesischer Kurier vom 4. November 2006, S. 10</ref> 1956 waren die Renovierungen abgeschlossen, 1961 wurde ein Gruppenraum angebaut.<ref name=":0" /> Im selben Jahr wurden die Jahrgänge 7 bis 9 an die [[Alte Norddeicher Schule]] umgeschult.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 131</ref>
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] besuchten 98 Kinder die Westerhörner Schule. 24 von ihnen kamen aus [[Itzendorf]], da die [[Alte Itzendorfer Schule|dortige Schule]] von der Armee requiriert wurde.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_II.pdf Beschreibung von Westermarsch II] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Am Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurden hier Soldaten und Flüchtlinge untergebracht, sodass der Schulbetrieb zum Erliegen kam. Die neuen Bewohner behandelten die Schule und die Einrichtung alles andere als gut, sodass nach ihrem Auszug eine umfangreiche Sanierung erforderlich war.<ref name=":0" /><ref>Ostfriesischer Kurier vom 4. November 2006, S. 10</ref>
 
Von Kriegsende 1945 bis 1949 war [[Walter Hendess]] Lehrer an der Volksschule. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen kam es zu einem Zerwürfnis mit einigen Eltern von Schulkindern, die dazu führten, dass über den Auricher Regierungspräsidenten eine Versetzung des Lehrers an die Schule in Holtermoor (Gemeinde Ostrhauderfehn im Landkreis Leer).<ref name=":1" /><ref>Mitteilung von Uwe Hendess per E-Mail vom 17. Juli 2024</ref> Sein Nachfolger wurde [[Heinrich Hujer]], der die von Hendess begonne Schulchronik fortführte.
 
1956 wurde der Schulraum umfassend renoviert, 1961 wurde ein Gruppenraum angebaut.<ref name=":1" /><ref name=":0" /> Im selben Jahr wurden die Jahrgänge 7 bis 9 an die [[Alte Norddeicher Schule]] umgeschult.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 131</ref>


1968 wurde die Schule geschlossen. In ihrer 186-jährigen Geschichte hatte die Schule 23 Lehrer. Der stete Wechsel war vor allem der mangelnden Bereitschaft der Schulgemeinde zur Instandhaltung der Schule geschuldet.<ref name=":0" /> Interessanterweise war der letzte Bewohner der Schule auch der erste, als diese keine solche mehr war. Es handelte sich hierbei um den letzten, dort tätigen Lehrer [[Heinrich Hujer]], der auch eine Chronik über seine Schule verfasste.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 16. September 2006, S. 14</ref> Bis heute wird die Schule zu privaten Wohnzwecken und als Ferienwohnung genutzt.
1968 wurde die Schule geschlossen. In ihrer 186-jährigen Geschichte hatte die Schule 22 (oder 23) Lehrer. Der stete Wechsel war vor allem der mangelnden Bereitschaft der Schulgemeinde zur Instandhaltung der Schule geschuldet.<ref name=":0" /> Interessanterweise war der letzte Bewohner der Schule auch der erste, als diese keine solche mehr war. Es handelte sich hierbei um den letzten, dort tätigen Lehrer [[Heinrich Hujer]].<ref>Ostfriesischer Kurier vom 16. September 2006, S. 14</ref> Bis heute wird die Schule zu privaten Wohnzwecken und als Ferienwohnung genutzt.


==Lehrkräfte==
==Lehrkräfte==